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  • #675485
    Anonim

      [h=1]Neunzehnter Brief – Wunder Mohammeds (asm)[/h]
      Hinweispunkt
      Diese Abhandlung erklärt mehr als dreihundert Wunder. So wie sie das Wunder erklärt, dass Mohammeds Sendung darstellt, so ist sie selbst auch die wunderbare Wirkung dieses Wunders. Sie ist in drei-, vierfacher Hinsicht ein wundervolles Ergebnis:

      Erstens: Sie wurde, einschließlich Zitaten und Quellenangaben, ohne in Büchern nachzuschlagen, bei einem Umfang von mehr als hundert Seiten in drei, vier Tagen aus dem Kopf abgefasst. Bei einer täglichen Arbeit von zwei, drei Stunden auf allen Bergen und in allen Ecken und Hecken in zwölf Stunden zusammengestellt, ist sie selbst ein wunderbares Ereignis.

      Zweitens: Diese Abhandlung führte trotz ihrer Länge weder zu Langeweile beim Schreiben, noch verlor sich beim Durchlesen die Lust an ihr. Sie brachte diese faulen Besitzer des Stiftes dermaßen in Eifer und Begeisterung, dass sie selbst noch in einer Zeit von Verdruss und Bedrängnis innerhalb eines Jahres nahezu siebzig Abschriften verfertigten, was die wunderbare Wirkung dieser Abhandlung über die Wunder des Gesandten ist und denen, die darum wussten, ihre Überzeugung gab.

      Drittens: Ohne eine Kenntnis von der Kunst des Schreibens und den Gesetzen der Übereinstimmung und bevor wir noch selbst eine solche Übereinstimmung wahrnehmen konnten, zeigte sich auf der Niederschrift und acht weiteren Abschriften, ohne dass die Schreiber einander gesehen hätten, bei dem Wort »Rasul-u Ekrem (der Ehrenwerte Gesandte)« in der ganzen Abhandlung und bei dem Wort »Qur’an« im fünften Teil eine Übereinstimmung auf eine solche Weise, dass für den, der auch nur über ein Fünkchen klaren Denkens verfügt, ein Zufall ausgeschlossen bleibt. Wer das gesehen hat, urteilt mit Bestimmtheit, dass hier ein Geheimnis aus der unsichtbaren Welt vorliegt, ein Wunder, das von dieser Abhandlung über die Wunder Mohammeds ausgegangen ist. Die am Anfang dieser Risala stehenden Grundsätze sind besonders wichtig. Auch die in dieser Risala angeführten Hadithe künden zugleich mit den von fast allen Imamen der Hadithe als zuverlässig angenommenen die zuverlässigsten Ereignisse aus dem Leben des Propheten. Wäre es notwendig, zu sagen, welche Vorzüge diese Abhandlung besitzt, müsste man ein Werk vom Umfang dieser Abhandlung schreiben, weshalb wir denen, die den Wunsch dazu verspüren, empfehlen, sie doch nur einmal zu lesen.*

      Said Nursi

      #801226
      Anonim

        [h=1]Dritter Hinweispunkt[/h]
        Die Wunder des Ehrenwerten Botschafters, mit dem Friede und Segen sei, sind sehr unterschiedlich. Da sein Prophetentum allumfassend ist, hat er auf fast allen Gebieten der Schöpfung ein Wunder gewirkt. Es ist wie bei der Ankunft des ehrenwerten Botschafters eines Königs, der mit vielen Geschenken in eine Stadt kommt, die von Angehörigen verschiedener Nationen bewohnt ist, wobei jedes Volk ihm durch seine Vertreter einen Empfang bereitet und ihn in der diesem Volk eigenen Sprache Willkommen heißt und ihm Beifall spendet. Genauso war es auch bei der Ankunft des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, als er in seiner Eigenschaft als oberster Botschafter des Königs von Ewigkeit zu Ewigkeit die Welt mit seinem Besuch beehrte und zu dem Menschengeschlecht, das die Bewohner der Erde bildet, als Beauftragter kam und ihr von dem Schöpfer des Alls das Licht der Wahrheit und geistige Gaben brachte, die eng verbunden sind mit der Wahrheit über das ganze All. Gesteine, Gewässer, Gesträuch und Getier, sie alle, die Menschen, und hin bis zum Mond, der Sonne und den Gestirnen, eine jede Art spendete ihm als ihrem Botschafter in der ihr eigenen Sprache ihren Beifall, brachte ihm in ihren Händen ein Wunder entgegen und entbot ihm Willkommen.
        Es würde aber nun ein umfangreiches Werk erfordern, wollte man von allen seinen Wundern erzählen. Theologen und Erforscher der Wahrheit haben über die Beweise für sein Prophetentum im Einzelnen mannigfaltige Bände verfasst. Wir wollen hier nur als einen kurz zusammengefassten Hinweis auf diejenigen Wunder, welche sicher bezeugt sind und hinsichtlich derer eine inhaltliche Übereinstimmung besteht, einen ganz allgemeinen Überblick geben.
        Es zerfallen aber die Beweise für das Prophetentum Mohammeds (ASM) hauptsächlich in zwei Gruppen:
        Erstens: Die erste wird Irhasat genannt und umfasst die wunderbaren Ereignisse in der Zeit vor seiner Berufung zum Propheten und die während seiner Geburt.
        Zweitens: Es sind die übrigen Beweise für sein Prophetentum. Auch diese zweite Gruppe zerfällt in zwei Arten:
        Erstens: Solche, die sich nach seiner Berufung zum Propheten ereignet haben, wunderbare Ereignisse jedoch, die offenbart wurden, um sein Prophetentum abermals zu bestätigen.
        Zweitens: Wunder, die er in der »Glücklichen Zeit« gewirkt hat. Diese zweite Gruppe zerfällt wiederum in zwei Arten.
        Erstens: Beweise für sein Prophetentum, die durch seine Persönlichkeit, seine innere und äußere Erscheinung, seine Gesittung und durch seine Vollkommenheit zum Ausdruck kamen.
        Zweitens: Es sind dies die Wunder, die sich an Objekten vollzogen, an äußerlichen Dingen in Erscheinung traten. Diese zweite Gruppe zerfällt wiederum in zwei Arten.
        Erstens: Sie betrifft das spirituelle Leben und den Qur’an.
        Zweitens: Sie betrifft den materiellen Bereich und das irdische Leben. Auch dieser zweite Bereich umfasst zwei Gruppen.
        Erstens: Sie betrifft die Wunder und die außerordentlichen Geschehnisse, die sich während der Zeit seiner prophetischen Sendung gezeigt haben, um den Starrsinn der Ungläubigen zu brechen oder aber die Kraft des Glaubens der Gläubigen zu vermehren. Es gibt hier zwanzig verschiedene Arten, wie die Spaltung des Mondes, das Strömen des Wassers aus seinen Fingern, die Sättigung vieler mit nur wenig Nahrung und das Reden der Tiere, Bäume und Steine. Jede Art hat den Sicherheitsgrad einer geistigen Übereinstimmung und es gibt auch für jede Art ein Beispiel, das sich oftmals wiederholt hat.
        Zweitens: Es sind dies zukünftige Ereignisse, die er vorausgesagt hat, nachdem Gott der Gerechte ihn darüber in Kenntnis gesetzt hatte und die sich dann genau so ereignet haben, wie er es angekündigt hatte. Wir wollen nun mit dieser letzten Gruppe beginnen und eine derartige Liste zusammenfassen.*

        #801227
        Anonim

          [h=1]Zweiter Hinweispunkt[/h]
          Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Frieden und Segen sei, hat für sich den Anspruch erhoben, ein Prophet zu sein, den Ruhmreichen Qur’an als einen Ferman vorgewiesen und nach Ansicht islamischer Gelehrter an die tausend offensichtlicher Wunder gewirkt*. Die Existenz dieser Wunder ist insgesamt ein Faktum von der gleichen Sicherheit, wie sein Anspruch auf das Prophetentum. Der an vielen Stellen im Weisen Qur’an angeführte Hinweis, dass ganz besonders verbohrte Ungläubige von Zauberei berichteten, zeigt, dass selbst diese so verbohrten Ungläubigen solche Ereignisse und die Existenz dieser Wunder nicht leugnen konnten. Doch sie haben sich selbst etwas vorgemacht und ihre Untertanen zu betören versucht. Daher sprachen sie, Gott sei geklagt, von Zauberei.
          Es gibt diese Wunder Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, tatsächlich mit der Sicherheit von der Kraft einer hundertfach bezeugten Übereinstimmung. Es ist aber ein Wunder, die Bestätigung seines Anspruchs durch den Schöpfer des Alls und gilt wie ein »Sadaqt! (d.h. er hat die Wahrheit gesagt.)« Sagtest du also in königlicher Versammlung und in seiner Gegenwart: »Der König hat mich mit dieser oder jener Arbeit beauftragt.« und wollte man von dir eine Bestätigung deiner Behauptung, und sagte dann der König »Ja!«, so wäre dies für dich eine Bestätigung. Desgleichen würde es deine Behauptung bestätigen, wenn er aufgrund deiner Vorrangstellung seine Gewohnheiten oder seine Haltung änderte, stärker noch und mit noch größerer Gewissheit als durch ein bloßes »Ja«-sagen. Desgleichen hat auch der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, verkündet: »Ich bin der Botschafter des Schöpfers dieser Welt. Mein Beweis dafür ist dies: Er wird Seinen immerwährenden Brauch, Seine ewigen Gesetze auf mein Gebet und um meines Ranges willen ändern. So schaut denn einmal auf meine Finger! Er lässt sie wie einen Brunnen mit fünf Ausläufen fließen. Seht dort den Mond! Auf ein Zeichen meines Fingers hin spaltet Er ihn entzwei. Betrachtet den Baum dort! Um mich zu bestätigen, kommt er zu mir und legt sein Zeugnis (Shahada) ab. Betrachtet diese Stückchen einer Mahlzeit hier! Obwohl dies kaum genug für zwei, drei Mann ist, seht doch, wie Er damit zwei-, dreihundert Mann sättigt.« so vollbrachte er noch hunderte anderer, ähnlicher Wunder.
          Die Zeugnisse für die Wahrhaftigkeit dieser Persönlichkeit und die Beweise für seine Sendung sind jedoch nicht nur auf seine Wunder beschränkt. Vielmehr beweisen nahezu alle seine Handlungen und Taten, seine Reden, seine Haltung, seine Gesinnung und sein Umgang, seine innere und äußere Erscheinung dem aufmerksamen Be-obachter seine Wahrhaftigkeit und Ernsthaftigkeit. Sogar Abdullah ibn Sselam, ein berühmter Gelehrter unter den Söhnen Israels und viele andere gleich ihm kamen zum Glauben, beeindruckt von dieser Ehrwürdigen Persönlichkeit, mit der Friede und Segen sei, und einer Begegnung mit ihm und sagten: »Diese Persönlichkeit kennt kein Falsch! In seinem Gesicht kann Trug nicht sein*
          Forscher und Gelehrte haben gesagt, dass es etwa tausend Wunder und Beweise für sein Prophetentum gibt. Es gibt aber dennoch tausende, ja vielleicht hunderttausende von Beweisen für sein Prophetentum. Und hunderttausende verschieden denkender Menschen haben das Prophetentum dieser Persönlichkeit auf hunderttausenden von Wegen bestätigt. Der Weise Qur’an allein zeigt mit tausend Belegen das Prophetentum Mohammeds (ASM) auf, abgesehen davon, dass er selbst in vierzigfacher Hinsicht ein Wunder ist.
          Darüber hinaus hat es immer in der Geschichte der Menschheit immer wieder Propheten gegeben und Hunderttausende* sind gekommen, haben den Anspruch erhoben, Propheten zu sein, Wunder gezeigt und sind wieder gegangen. Das Prophetentum Mohammeds (ASM) steht mit einer Sicherheit fest, die über der aller anderen zuverlässig ist. Denn das, was als Beweis für die Sendung Jesu und Mosis, mit denen der Friede sei, und für alle anderen Propheten wie sie, zur Grundlage dient, und in ihren Eigenschaften , ihrer Haltung und in ihrem Wirken innerhalb ihrer Gemeinde zum Ausdruck kam, findet sich bei dem Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, in noch vorzüglicherer Weise.

          #801228
          Anonim

            [h=1]Vierter Hinweispunkt[/h]
            Die Berichte, die uns der Ehrwürdige Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, aus nicht unmittelbar einsehbaren Bereichen durch die Übermittlung des Herrn alles Unsichtbaren mitgeteilt hat, lassen sich weder zählen noch berechnen. Entsprechend unserem Hinweis auf die Arten dieser Berichte im Fünfundzwanzigsten Wort, das den Charakter des Qur’an als Wunder betrifft und dieses zum Teil erklärt und beweist, beziehen wir jetzt dieses Wort auf die Erklärung des Berichtes, den er aus der verborgenen Welt über die vergangenen Zeiten und deren Propheten gegeben hat, als auch auf die Wahrheiten über Gott, über die Welt und über das Jenseits und wollen auch auf einige der vielen genauen Voraussagen hinweisen, die Gottes Botschafter über seine Gefährten gemacht hat, seine Familie und seine Gemeinde. Doch zuerst wollen wir sechs Grundsätze zur Einleitung erklären, damit diese Wahrheit vollständig verstanden werden kann.

            Erster Grundsatz: Es könnte in der Tat jede Haltung und Handlung des Ehrwürdigen Propheten, mit dem Friede und Segen sei, Zeugnis für seine Wahrhaftigkeit und für sein Prophetentum ablegen, doch braucht nicht jede Haltung und Handlung wunderbar zu sein. Denn Gott der Gerechte hat ihn uns in Menschengestalt gesandt, sodass er den Menschen in ihren gesellschaftlichen Verhältnissen Führer und Vorbild sein möge, um sich durch ihren Umgang und durch ihre Handlungen das Glück in dieser und in jener Welt zu verdienen und damit er die Kunst des Herrn und das Wirken der Macht Gottes aufzeigen möge, das wunderbar und von dem jedes ein Wunder der Macht Gottes ist, obwohl wir es für alltäglich halten. Wäre er in seinen Handlungen aus seiner Menschlichkeit herausgetreten und wären alle seine Taten Wunder, hätte er kein Führer sein können. Er hätte in seinen Haltungen, Handlungen und durch seine Lebensweise kein Vorbild sein können. Doch um sein Prophetentum den Verstockten gegenüber unter Beweis zu stellen, hat er wunderbare Taten vollbracht und manchmal in Notfällen Wunder gezeigt. Da wir in dieser Welt in einer Prüfung sind, die nur bei Verantwortung einen Sinn hat, dürfte ein Wunder nicht so offensichtlich sein, dass die Ungläubigen gezwungenermaßen ihn bestätigen müssten. Denn in Übereinstimmung mit dem Sinn der Prüfung und der Weisheit, die aus der Verantwortung erwächst, ist es erforderlich, dass das Tor der Vernunft offen bleibt und die Freiheit zu vernunftgemäßer Entscheidung uns nicht aus der Hand genommen wird. Wären seine Wunder in ganz offensichtlicher Weise geschehen, wäre dem Verstand keine Wahl mehr geblieben. Ebu Dschehil würde gleich Ebu Bekir ihn bestätigen. Die Prüfung hätte keinen Nutzen und die Verantwortung keinen Sinn mehr. Kohle und Diamanten hätten den gleichen Wert.
            Obwohl tausende verschiedener Menschen mit tausenden Gesinnungen – unübertrieben – jeder mit einem einzigen Wunder des Ehrenwerten Botschafters, mit dem Friede und Segen sei, oder mit einem Beweis für sein Prophetentum oder mit einem seiner Worte oder mit einem Blick in sein Gesicht usw… je mit einem Zeichen zum Glauben gelangten, gehen manche unglückselige Menschen von heute erstaunlicher Weise in die Irre, als sollten all diese tausende Beweise seines Prophetentums, welche alle diese tausende verschiedene Menschen und kritisch betrachtenden Denker durch zuverlässige Überlieferung und sicheren Werken zum Glauben geführt hatten, für sie nicht genügen!

            Zweiter Grundsatz: Der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, ist einerseits ein Mensch, der sich hinsichtlich seines Menschseins wie ein Mensch verhält, andererseits ist er aber auch ein Gesandter, der hinsichtlich seiner Sendung der Botschafter Gottes des Gerechten und sein Prophet ist. Seine Botschaft beruht auf dem, was ihm offenbart wurde. Diese Offenbarung umfasst zweierlei:
            Die erste Art ist »direkte Offenbarung«. Hier ist der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, nur der Dolmetscher, der Verkündiger, der keinen Kommentar gibt. Beispiele dafür sind der Qur’an und einige außerqur’anische Worte Gottes.
            Die zweite Art ist »sinngemäße Offenbarung«. Auch sie ist in ihrem Kern und Wesen Eingebung und Offenbarung, doch die Einzelheiten und Erklärungen dazu stammen von dem Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Wenn er solche Offenbarungen erklärt und beschreibt, stützt er sich auch hier manchmal auf Offenbarung und Eingebung, manchmal spricht er gemäß seiner eigenen Einsicht. Wenn er aber auf seine eigenen Erklärungen zurückgreift, verkündet er entweder in der heiligen und erhabenen Vollmacht, die ihm aufgrund seines prophetischen Auftrags zu Eigen ist, oder er äußert sich als Mensch entsprechend Sitte, Gewohnheit und Ebene allgemeinen Verständnisses.
            So sollte man denn nicht alle Einzelheiten eines Hadith so betrachten, als seien sie die lautere Offenbarung. Man sollte auch nicht die erhabenen Zeichen seiner Sendung in solchen Gedanken und Handlungen suchen, die aus seiner Menschlichkeit erwachsen sind. Da einige Wahrheiten ihm in kurzer und abstrakter Form offenbart worden sind und er sie selbst im Lichte seiner eigenen Einsicht und allgemeinem Verständnis entsprechend beschreibt, benötigen die bildlichen Ausdrücke und Gleichnisse in seinen Beschreibungen manchmal der Erklärung oder sogar der Ausdeutung. Denn es gibt zuweilen Wahrheiten, die dem Verstand nur durch Gleichnissen nahe gebracht werden können. So hörte man zum Beispiel einmal während eines Beisammenseins mit dem Propheten ein Geräusch aus der Tiefe. Der Prophet sagte: »Dieses Geräusch entstammt der Tiefe der Hölle, von dort wo ein Stein, der siebzig Jahre lang hinab gerollt ist, dort aufgeschlagen und dieses Geräusch verursacht hat*.« Eine Stunde später kam die Nachricht: »Ein berühmter Heuchler ist im Alter von siebzig Jahren verstorben und zur Hölle gefahren.« Dieser Bericht zeigt die Ausdeutung von einem Geschehnis, das Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, in einem so prägnanten Gleichnis mitgeteilt hatte.

            Dritter Grundsatz: Berichte, die uns in Form einer allgemeinen Übereinstimmung überliefert worden sind, sind fest und zuverlässig. Es gibt zwei Arten solcher Überlieferungen. Die eine wird als »eindeutige« die andere als eine »sinngemäße« Überlieferung bezeichnet. Auch unter den sinngemäßen Überlieferungen gibt es zwei Arten. Die eine wird »stillschweigende« genannt, denn sie zeigt sich als eine, die stillschweigend akzeptiert wird. Zum Beispiel: In einer Gemeinschaft erzählt jemand ein Ereignis, das vor den Augen dieser Leute geschehen ist. Widersprechen die Leute seiner Erzählung nicht, nehmen diese mit Stillschweigen auf, so bedeutet dies so viel wie Zustimmung. Wenn nun auch noch diese Gemeinschaft von dem berichteten Ereignis selbst betroffen und zudem bereit ist, zu kritisieren, aber nicht dazu, Falschheit zu decken, vielmehr eine Lüge als besonders hässlich betrachtet, so ist ihr Stillschweigen sicherlich ein starker Beweis für das geschehene Ereignis. Zum Beispiel: Wenn über ein geschehenes Ereignis berichtet wird: »Mit einem Pfund einer Mahlzeit wurden zweihundert Menschen gesättigt.«, jedoch die Berichterstatter auf unterschiedlicher Weise berichten, der eine auf diese, der andere auf jene Art, der dritte wieder auf eine andere Art erzählt, sie alle aber über das gleiche geschehene Ereignis übereinstimmen, so ist also eine solche Erzählung zwar nicht klar umrissen, jedoch dem Inhalt nach stimmig und zuverlässig. Die Unterschiede in der Darstellung sind dabei nicht von Nachteil. Ja, es kommt sogar manchmal vor, dass eine Überlieferung zwar nur einen einzigen Garanten hat, jedoch unter gewissen Bedingungen die Kraft einer allgemeinen Überlieferung in sich trägt. Ja es kommt auch zuweilen vor, dass eine Überlieferung trotz dieses nur einen Garanten infolge noch anderer, zusätzlicher Dinge eine gleiche Zuverlässigkeit in sich trägt.
            So besteht denn über die meisten Berichte, die sich auf die Wunder und die Beweise für das Prophetentum des Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, beziehen, eine entweder eindeutige oder sinngemäße oder stillschweigende Überlieferung. Ein Teil von ihnen ist jedoch »Bericht nur eines Garanten«. Aber auch diesen muss man unter den gegebenen Umständen, nachdem er die Billigung durch das kritische Auge der Kenner der Hadithe erfahren hat, gleichfalls die Zuverlässigkeit einer allgemein anerkannten Überlieferung zusprechen. Es gab in der Tat unter den Kennern der Hadithe Forscherpersönlichkeiten, die man Hafis nannte, die wenigstens hunderttausend Hadithe auswendig kannten, die fünfzig Jahre ihr Morgengebet mit dem Abdest des Nachtgebets verrichteten, welche die Autoren der sechs Hadithsammlungen, angeführt von Buchari und Moslim waren, Koryphäen der Wissenschaft auf dem Gebiete der Hadithe, Gelehrte, die solche Berichte nur eines Garanten verifiziert und akzeptiert haben, sodass diese in ihrer Zuverlässigkeit nicht hinter den als allgemein anerkannten Überlieferungen zurückbleiben. Denn sie haben sich in der Tat dermaßen auf die Hadithe des Ehrwürdigen Botschafters, mit dem Friede und Segen sei, spezialisiert, wurden so vertraut mit dessen Ausdrucksweise, seinem überragenden Stil und seiner Art, sich zu äußern, dass ihnen daraus die Fähigkeit erwuchs, sobald sie unter hundert Hadith ein »hinzugefügtes« entdeckten, zu sagen: »Es ist hinzugefügt. Das kann kein Hadith sein, kein Wort des Propheten.« So wiesen sie es zurück. Wie ein Juwelier kannten sie die Perlen der Überlieferung und verwechselten sie nicht mit gewöhnlichen Worten. Es gab nur wenige Forscher wie Ibn Djausi, die in ihrer Kritik so weit gingen, selbst einige Echte Hadithe als hinzugefügt anzusehen. Man darf jedoch nicht sagen: »Jedes hinzugefügte Wort ist seinem Inhalt nach falsch«, man muss vielmehr sagen: »Dieses Wort ist kein Hadith.«
            Frage: Welcher Nutzen liegt darin, die Kette der Überlieferung einer Tradition zu rezitieren, indem man selbst dann, wenn es im Falle eines wohlbekannten Ereignisses nicht nötig ist, sagt: »Dieser und jener informierte diesen und jenen… usw.«?
            Antwort: Der Nutzen ist vielfältig. Er ist kurz gesagt folgender: Die Rezitierung der Kette zeigt die Übereinstimmung der treuen, zuverlässigen Kenner der Hadithe und die Einmütigkeit der urteilgebenden Autoritäten, deren Namen darin eingeschlossen sind. Jeder der Gelehrten und Imame zeichnet gewissermaßen für die Genauigkeit der Überlieferung und setzt seinen Stempel darunter.
            Frage: Warum sind die wunderbaren Ereignisse nicht in der Form einer zuverlässigen Überlieferung weitergegeben worden und das auf ebenso vielen Wegen und mit dem gleichen Nachdruck wie die grundlegenden Bestimmungen des islamischen Gesetzes?
            Antwort: Dies geschah, weil die Mehrheit der Bestimmungen des islamischen Gesetzes von den meisten Menschen bei den meisten Ereignissen in Anwendung kommen, denn sie können an jeden Einzelfall angepasst werden. Aber nicht jeder muss jedes Wunder kennen, und selbst wenn er es kennt, genügt es ihm es einmal gehört zu haben. Es ist hier ähnlich wie bei den Verpflichtungen einer Gemeinschaft: Es genügt, wenn ein Teil von ihnen sie kennt.
            Es ist aus diesem Grunde, dass Wunder uns nur von ein, zwei Erzählern berichtet werden, selbst wenn die Tatsache eines solchen Ereignisses mit einer zehnfach höheren Zuverlässigkeit feststeht als eine Bestimmung aus der Schariah, wohingegen dergleichen Bestimmungen von zehn oder zwanzig Personen überliefert werden.

            Vierter Grundsatz: Künftige Ereignisse, die der Ehrwürdige Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, vorausgesagt hat, waren keine eng abgegrenzten Geschehnisse, vielmehr sagte er allgemeine, sich wiederholende Ereignisse nach Art eines umgrenzten Geschehnisses voraus. Dieses Geschehnis hatte jedoch verschiedene Gesichter. Dabei erklärte er jedes Mal einen Aspekt. Am Ende aber vereinigte der Haditherzähler diese Betrachtungspunkte. Das scheint dann den Tatsachen zu widersprechen.
            Es gibt zum Beispiel über Hasret Mehdi verschiedene Überlieferungen. Dabei sind die Schilderungen der Einzelheiten und die Beschreibungen der Zusammenhänge völlig verschieden voneinander. Wie wir jedoch bereits in einem Abschnitt des Vierundzwanzigsten Wortes erklärt haben, hat der Ehrwürdige Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, gestützt auf eine Offenbarung, einen Mehdi verkündet, der in jedem Jahrhundert kommen werde, um die geistigen Kräfte der Gläubigen zu erhalten und zu bewahren, ihnen zu helfen, angesichts von Katastrophen nicht in Verzweiflung zu verfallen und die Gläubigen innerlich mit den Nachkommen aus dem Hause des Propheten zu verbinden, die in der Welt des Islam eine leuchtende Kette durch alle Zeiten bilden. Dem Mehdi vergleichbar, der am Ende der Zeiten kommt, fanden sich in jedem Jahrhundert aus dem Hause des Propheten ein oder mehrere Mehdis. Ja sogar einer der Kalifen von den Abbasiden, die mit dem Hause des Propheten verbunden waren, vereinigte in sich eine ganze Reihe Eigenschaften des großen Mehdi.
            So haben denn die vielen Vorbilder des großen Mehdi, die ihm vorausgingen und für welche die Mehdis unter den Kalifen und die Mehdis unter den geistigen Polen Beispiele waren, dazu geführt, dass ihre Eigenschaften mit den Eigenschaften des eigentlichen Mehdi verwechselt wurden, weshalb die Überlieferungen einander zu widersprechen scheinen.*

            Fünfter Grundsatz: Der Ehrwürdige Gesandte selbst, mit dem Friede und Segen sei, konnte entsprechend dem Geheimnis

            »Niemand kennt das Verborgene außer Allah.«

            das Verborgene nicht kennen. Stattdessen offenbarte Gott der Gerechte es ihm und so offenbarte auch er es. Gott der Gerechte ist sowohl der Allweise als auch der Allbarmherzige. Was aber Seine Weisheit und Seine Barmherzigkeit betrifft, so erfordern die meisten verborgenen Dinge verhüllt zu bleiben, unbekannt zu sein. Denn in dieser Welt gibt es viele Dinge, die den Menschen nicht angenehm sind. Sie schon vorauszuwissen, bevor sie geschehen, ist schmerzlich.
            So liegt es denn in diesem Geheimnis, dass der Tod und die Stunde des Abschieds im Dunkel bleiben und auch das Unglück, das auf den Menschen zukommt, unter dem Vorhang des verborgenen verhüllt bleiben. So ist es denn auch ein solches Erfordernis der Weisheit des Herrn und der göttlichen Barmherzigkeit den Ehrwürdigen Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, in der großen Empfindsamkeit seines Erbarmens für seine Gemeinde nicht allzu sehr zu verletzen und ihn in seiner Liebe zu seiner Familie* und zu seinen Gefährten nicht allzu sehr zu verwunden, wenn er ihm die furchtbaren Ereignisse, welche seinen Gefährten und seiner Gemeinde nach dem Weggang des Propheten bevorstehen würden, diesem Erfordernis Seiner Weisheit und Barmherzigkeit entsprechend nicht umfassend und in allen Einzelheiten zeigte. Zwar hat Er ihm aufgrund Seiner Weisheit einige bedeutende Ereignisse bekannt gemacht, jedoch nicht in ihrer ganzen Grausamkeit. Diese hat er auch verkündet. Desgleichen hat Er ihm auch von den schönen Ereignissen teilweise in einer Zusammenfassung, teilweise in ihren Einzelheiten Kunde gegeben. Auch diese hat er bekannt gemacht. Diese Mitteilung haben auch die Kenner der Ahadith, Vollendete, die in höchstem Grade in Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit und Wahrhaftigkeit arbeiteten, vor der Hadith:

            »Wer immer absichtlich eine Lüge über mich erdichtet, der bereite sich auf seinen Platz in der Hölle vor.« *

            zitterten und sich fürchteten und vor der furchtbaren Drohung der Ayah:

            »Wer begeht ein größeres Verbrechen als der, welcher eine Lüge über mich erdichtet?!« (Sure 39, 32)

            Sechster Grundsatz: Der ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, sein Verhalten nach außen hin und seine innere Haltung, wurden uns in den Geschichtsbüchern und in seiner Biographie geschildert. Seine Eigenschaften und sein Auftreten sind jedoch gewöhnlich mit seiner Menschlichkeit verknüpft. Hingegen ist Hasret, der Gesegnete, in der Vergeistigung seiner Persönlichkeit und in der Heiligkeit seines Wesens von einer so erhabenen und leuchtenden Ausstrahlung, dass die Beschreibung seiner Eigenschaften in den Geschichtsbüchern und Biographien der überragenden Größe und Bedeutung seiner Persönlichkeit nicht gerecht zu werden vermögen. Denn entsprechend der tieferen Bedeutung des Grundsatzes:

            »Der, welcher etwas veranlasst, ist dem gleich, der es ausführt.«

            werden auch heute noch täglich Dienst und Anbetung in dem gleich großen und gewaltigen Umfang wie der Dienst und die Anbetung seiner ganzen Gemeinde (umma) dem Buch seiner Vollendungen gutgeschrieben. So wie er Gottes grenzenlose Barmherzigkeit in unendlicher Weise und entsprechend seiner grenzenlosen Fähigkeit diese zu erhalten auch empfängt, so empfängt er auch von seiner unendlich großen Umma täglich unendlich viele Gebete. Er, der das Ergebnis der Schöpfung und dessen vornehmste (mükemmel) Frucht ist, das Sprachrohr des Schöpfers aller Welten und Sein Geliebter, diese gesegnete Persönlichkeit kann in ihrem ganzen Wesen und in ihrer wahren Vollendung nicht in der Terminologie von Haltung und Verhaltung von Menschen in der Geschichte und ihren Biographien adäquat zur Darstellung gebracht werden. So kann man diese gesegnete Persönlichkeit, wo wir sie z.B. in der Schlacht von Bedr mit Hasret Gabriel und Michael als seinen zwei Helfern und Wächtern* an ihrer Seite sehen, nicht in der Gestalt dessen wiederfinden, der auf dem Marktplatz mit einem Beduinen um den Preis eines Pferdes handelt und feilscht, wofür wir Huseyfe als den einzigen Zeugen sehen*, und nicht mit ihr in Übereinstimmung bringen. Um nicht einem Irrtum zu verfallen, sollte man seinen Kopf über seine gewöhnliche Erscheinung emporheben, von deren Menschsein wir immer wieder hören, und stattdessen sein wahres Wesen und seine lichtvolle, geistige Persönlichkeit betrachten, die auf der Stufe und dem Rang seiner Sendung fußt. Anderenfalls begeht man entweder eine Unehrerbietigkeit, oder aber man verfällt dem Zweifel. Um dieses Geheimnis verstehen zu können, merke auf das folgende Gleichnis:
            Nehmen wir einmal an, wir hätten einen Dattelkern in die Erde gelegt und dieser habe sich zu einer mächtigen Dattelpalme voller Früchte entfaltet, die stets noch größer und mächtiger wird. Oder aber: Wir hätten ein Ei von einem Pfau. Dieses Ei wäre nun ausgebrütet worden und daraus ein Küken geschlüpft. Dieses sei zu einem vollendet schönen, allseits mit den Zeichen der Macht verzierten und vergoldeten Pfauenvogel geworden, der noch dazu stets größer und schöner geworden sei.
            Dieser Kern und dieses Ei hat aber nun bestimmte Eigenschaften, Maße und Formen. In seinem Inneren finden sich Stoffe von unendlicher Feinheit. Desgleichen hat aber auch der Baum und der Vogel, der daraus hervorgegangen ist, im Vergleich zu der Kleinheit und Einfachheit der Eigenschaften, Maße und Formen, wie sie sich in dem Kern und dem Ei vorfinden, große und überragende Attribute und Qualitäten. Beschreibt man also jetzt die Eigenschaften des Kerns und des Eies und zugleich die Eigenschaften des Baumes und des Vogels, so ist es notwendig, darauf zu achten, dass man jederzeit das Auge des menschlichen Verstandes über den Kern erhebt und auf den Baum richtet und den Blick von dem Ei hinweg auf den Vogel hin wendet, sodass der Verstand diese Dinge, von denen er gehört hat, als annehmbar empfindet. Er wird anderenfalls, sagt man: »Ich habe aus einem Dirhem Kerne (etwa 3 g) tausend Batman (etwa 8 t) Datteln gewonnen« oder aber: »Dieses Ei ist der König der Vögel unter dem Himmelszelt«, dies bestreiten, es leugnen.
            So ist denn nun die rein menschliche Erscheinung des Ehrenwerten Botschafters, mit dem Friede und Segen sei, diesem Kern, diesem Ei vergleichbar. Was jedoch sein inneres Wesen betrifft, das im Glanz der ihm aufgetragenen Botschaft erstrahlt, so gleicht es dem Tubabaum und dem glückbringenden königlichen Vogel im Paradies. Zudem nimmt es noch ständig an Vollkommenheit zu. Deshalb sollte man bei dem Gedanken an diese Person, die auf dem Marktplatz mit einem Beduinen handelt und feilscht, innerlich seine Augen erheben und auf jene strahlende Persönlichkeit richten, die Refref bestieg, Gabriel hinter sich ließ und davon ritt. Anderenfalls würde man entweder eine Respektlosigkeit begehen oder aber die herrische Seele würde nicht glauben.

            #801229
            Anonim

              [h=1]Fünfter Hinweispunkt[/h]
              Was diese unsichtbaren Dinge betrifft, so wollen wir hier einige Beispiele aus der Überlieferung (Hadith) anführen.
              Der ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, geruhte in der Versammlung der Sahabis wie folgt zu erklären:

              »Dieser mein Enkel Hasan wird der Herr sein, durch den Gott zwei große Gruppen miteinander versöhnen wird.« *

              was durch eine echte Überlieferung im Grade allgemeiner Übereinstimmung auf uns gekommen ist.
              Als vierzig Jahre später die beiden bedeutendsten Ar-meen des Islam aufeinander stießen, schloss Hasret Ha-san (RA) Frieden mit Hasret Muawiye (RA), womit er die Voraussage seines ehrenwerten Großvaters bestätigte.
              Einer anderen, gleichfalls echten Überlieferung, zufolge hat er einmal zu Hasret Ali gesagt:

              »Du wirst gegen die Treulosen, die Unterdrücker, die Abgefallenen kämpfen.« *

              womit er sowohl die Kamelschlacht voraussagte, als auch die bei Siffin und die Schlacht gegen die Abgefallenen (Haridjin). Außerdem hat er zu Hasret Ali (RA), als dieser sich Hasret Subeyr huldvoll zuwandte, gesagt: »Dieser wird gegen dich kämpfen, jedoch im Unrecht sein.«*
              Des Weiteren hat er zu seinen Ehegattinnen gesagt: »Eine von euch wird sich an die Spitze eines bedeutenden Aufstands setzen. Viele an ihrer Seite werden getötet werden.«*

              »Während Hunde am (Brunnen) Haw’eb um sie bellen,…« *

              Alle diese echten und zuverlässigen Überlieferungen haben dreißig Jahre später in der Kamelschlacht von Hasret Ali gegen Aischa, Subeyr und Talha, gegen Muawiye bei Ssiffin und gegen die Haridschine bei Haraura und Nehruwan ihre tatsächliche Bestätigung als eine Kunde aus dem Verborgenen erhalten.
              Darüber hinaus hat er Hasret Ali mit den Worten: »Der Mann, der deinen Bart mit dem Blut deines Hauptes tränken wird!«* auf jenen Mann aufmerksam gemacht, den Hasret Ali bereits kannte*:es war Abdurrahman Ibn Muldschem, der Haridschite.
              Außerdem hat er angekündigt, dass sich unter den Haridschiten ein Mann namens Sussedye befinden werde, gekennzeichnet mit einem eigenartigen Mal.*
              Als dieser unter den gefallenen Haridschiten gefunden wurde, hat ihn Hasret Ali als Beweis seiner Rechtmäßigkeit vorgeführt und auch dies als ein Wunder des Propheten bekannt gemacht.
              Auch hat der ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, entsprechend einer anderen echten Überlieferung von Umm Sseleme vorausgesagt: »Hasret Huseyn wird bei Taff (Kerbela) getötet werden.«*
              Fünfzig Jahre später geschah eben dieser herzzerreißende Vorfall und bestätigte diese Nachricht aus dem Unsichtbaren.
              Außerdem hat er mehrfach geäußert:

              »Mein Haus wird nach mir Mord, Unheil und Verbannung ausgesetzt sein.« *

              Dabei gab er auch einige Einzelheiten an. Und genauso geschah es.

              An dieser Stelle taucht nun eine wichtige Frage auf. Man sagt: Hasret Ali war seines Kalifats in hohem Grade würdig, war verwandt mit dem Ehrenwerten Botschafter, mit dem Frieden und Segen sei. Sein Mut, sein Wissen und seine Kenntnis waren wunderbar. Warum denn hat man dann sein Kalifat nicht gefördert und warum zeigte sich schließlich zur Zeit seines Kalifats ein derartiges Tohuwabohu?
              Antwort: Eine gewaltige Säule (Kutub) aus dem Hause des Propheten äußerte einmal: »Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, hat sich Hasret Alis (RA) Kalifat gewünscht. Aus dem Unsichtbaren erhielt er jedoch die Mitteilung: Nach dem Willen Gottes ist das anders. Da gab auch er seinen Wunsch auf, machte sich eins mit dem Willen Gottes.« Gottes unerforschlicher Ratschluss mag vielleicht der folgende gewesen sein:
              Nach dem Hinscheiden des Propheten bedurften die Sahabis ganz besonders der Gemeinschaft und der Einigkeit. Hätte sich Hasret Ali an ihre Spitze gesetzt, so würde dies höchstwahrscheinlich, wie dies die Ereignisse, die aus der Zeit des Kalifats von Hasret Ali bezeugt worden sind, deutlich gemacht haben, bei Hasret Alis duldsamer, unerschrockener, gottesfürchtiger, einsatzfreudiger, bedürfnisloser Art und seinem all überall bekannten Mut, viele Leute und ganze Völkerstämme zum Widerstand aufgestachelt haben, die Ursache zu einer Spaltung geworden sein.
              Ein weiterer Grund für Hasret Alis verspätetes Kalifat war zudem dieser: In einer Zeit, da bereits jene Ereignisse am Horizont aufstiegen, die dann später zu einer Spaltung führen sollten, wozu der wechselseitige Einfluss vieler verschiedener Völker geführt hatte, so wie es der Prophet, mit dem Friede und Segen sei, vorausgesagt hatte, Völker, die in sich schon die Keime zu den Ideen trugen, die sich dann in dreiundsiebzig Richtungen* fortentwickelten, musste jemand da sein, der wie Hasret Ali mit seinem wunderbaren Mut und Scharfsinn als ein Herr in der Autorität der Hashimiten, aus dem Hause des Propheten (Al-i Beyt), Macht und Respekt besaß, um dem widerstehen zu können. Genau dies tat er… entsprechend der Voraussage des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei: »Ich habe mich während der Herabkunft des Qur’an eingesetzt und gestritten, du wirst während seiner Ausdeutung streiten und dich einsetzen.«*
              Wäre Hasret Ali nicht da gewesen, so hätte zudem noch die Möglichkeit bestanden, dass die rein irdische Königsherrschaft die ganze Dynastie der Omajaden vollständig vom rechten Wege abgebracht hätte. Da sie sich jedoch Hasret Ali und dem Hause des Propheten (Al-i Beyt) gegenüber sahen, strebten alle die Führer des Omajadengeschlechtes danach, wenn auch nicht immer persönlich, so doch in jedem Falle dadurch, dass sie ihre Untertanen und Anhänger dazu anspornten und ermunterten, schon um des Gleichgewichtes willen und um ihr Ansehen in den Augen der Muslime aufrecht erhalten zu können, nolens volens jedoch mit ganzer Kraft, danach die islamischen Wahrheiten, die Glaubenslehren und die qur’anischen Gesetze zu bewahren und zu verbreiten. So haben sie hunderttausende von Kritikern, Exegeten und Hadithgelehrten, reine, heilige und vollendete Persönlichkeiten, herangebildet. Hätte es ihnen gegenüber nicht die machtvolle Heiligkeit, den Glauben (diyanet) und die Vollendung des Al-i Beyt gegeben, sie wären – wie die Dynastie der Abbassiden und Omajaden nach ihnen – von allem Anfang an ihren eigenen Weg gegangen.

              Man könnte sagen: Weshalb ist das islamische Kalifat nicht bei der Familie des Propheten (Al-i Beyt) geblieben? Eigentlich waren sie diejenigen, die am besten dafür geeignet waren und es gebührte ihnen auch.
              Antwort: Die irdische Königsherrschaft ist verführend. Das Haus des Propheten war beauftragt damit, die islamischen Wahrheiten und die qur’anischen Gesetze zu bewahren. Wer Kalifat oder Königsherrschaft besteigt, soll entweder so rein sein wie ein Prophet, oder eine außerordentliche Entbehrung von irdischen Interessen gehabt haben wie die (ersten vier) rechtgeleiteten Kalifen (Hulefa-i Rashidin), Omar ibn Abdulasis der Omajade und Mahdi der Abbaside, damit er keiner Verführung unterliegen konnte. In der Tat zeigte uns die Dynastie der Fatimiten, die in Ägypten auf den Namen des Hauses des Propheten gegründet worden war, und die Regierung der Muvahhidin (Ein-Gott-Gläubigen) in Afrika und die Dynastie der Safewiden in Iran, dass die irdische Königsherrschaft bei dem Haus des Propheten nicht dienlich ist. Sie veranlasst das Haus des Propheten die ursprüngliche Aufgabe die Bewahrung des Glaubens und den Dienst am Islam zu vernachlässigen. In Wahrheit leistete es in einer glänzenden und erhabenen Weise einen Dienst für den Islam und den Qur’an, wenn es auf Königsherrschaft verzichtete.
              So siehe! Die Pole (Aqtab) aus den Nachkommen von Hasret Hasan, besonders die Vier Pole (Aqtab Erbaa) und insbesondere Scheich Abdulkadir Geylani der Ghaus A’sam (der große Helfer der Heiligen) und Imame (Vorbilder) aus den Nachkommen von Hasret Huseyn, besonders Seyn al-Abidin und Djafar al-Sadiq, deren jeder im Reiche des Geistes die Geltung eines Mahdis (derjenige, der auf den rechten Weg weist) hatte, welche geistige Grausamkeiten und Finsternisse beseitigten und die qur’anischen Lichter und Glaubenswahrheiten verbreiteten. Sie bewiesen, dass sie die Erben ihres Urgroßvaters waren.

              Man könnte sagen: Worin liegt die Weisheit und das Gesicht der Barmherzigkeit in jener fürchterlichen blutigen Spaltung (Fitna), welche dem gesegneten Islam und dem leuchtenden Glücklichen Zeitalter zugestoßen war? Denn sie hatten keinen Zorn verdient.
              Antwort: So wie im Frühling ein fürchterlicher Regensturm die in allen Arten von Pflanzen und ihren Samen wie auch die in den Bäumen schlummernden Fähigkeiten weckt und entfaltet und alle Blüten entsprechend ihrer Art öffnet, sodass sie mit ihrer naturgemäßen Tätigkeit beginnen, so wurden auch die in den Sahabis (die erste Schülergeneration) und den Tabiin (die zweite Schülergeneration), schlummernden Samenkernen gleichenden, verschiedenartigen Fähigkeiten durch die über sie hereinbrechenden Wirren wie vom Sturmwind gepeitscht und zur Entfaltung gebracht. Eine jede Gruppe befürchtete und schrie: »Feurio! Der Glaube (islamiyet) ist in Gefahr!« und eilte, diese Islamiyet zu schützen. Jede Gruppe lud sich die ihrer Begabung entsprechende Aufgabe innerhalb der islamischen Gemeinschaft auf die Schulter und bemühte sich ehrlich und aufrichtig darum. Ein Teil bemühte sich um die Wahrung der Tradition (Hadith), ein Teil um die Wahrung der Gesetze (Scharia), ein Teil um die Wahrung der Glaubenswahrheiten (iman), ein Teil um die Erhaltung (muhafasa) des Qur’an usw… Jede Gruppe übernahm eine Aufgabe. Fieberhaft setzten sie sich für die Aufgaben des Glaubens (islamiyet) ein. Viele Blumen unterschiedlichster Farbe erblühten. An allen Enden der großen, weiten Welt des Islam wurde der Same im Sturmwind verstreut. Die halbe Erde verwandelte sich in einen Rosengarten. Doch in diesem Rosengarten kamen leider mit den Rosen auch die Dornen des Sektierertums (bid’a) und seines Anhangs hervor.
              Es war, als hätte die Majestät Gottes dieses Jahrhundert mit starker Hand mächtig geschüttelt, alle idealgesinnten wachgerüttelt und in Begeisterung versetzt. Und in dieser von einem Kraftzentrum ausgehenden Bewegung brachen sehr viele glänzende Exegeten, erleuchtete Gelehrte und Kenner der Hadithe und des Qur’an (Muhaddis ve Hafidh), ihre Theologen und ihre Pole nach allen Ecken der islamischen Welt auf, wanderten aus. Von Ost bis West wurden die Moslems in Aufregung versetzt, ihre Augen wurden geöffnet, sodass sie den Wert des Qur’an erkannten… Doch nun zurück zum Thema.
              Der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Frieden und Segen sei, hat tausende von Dingen aus dem Unsichtbaren richtig vorausgesagt, sehr vieles. Davon wollen wir hier nur einige wenige als Beispiel anführen:
              Da sind allen voran Buchari und Moslem, die Herausgeber der berühmten, als zuverlässig bekannten sechs Bücher mit gesammelten Aussprüchen (Kutub-u Sitte-i Hadith), die sich in den meisten der hier angeführten Mitteilungen einig sind, von denen wiederum viele dem Sinne nach als übereinstimmend (tavatur) gelten, während ein Teil von ihnen gleichfalls als so sicher gelten wie Mutevatur, weil die Forscher sich über deren Zuverlässigkeit einig sind.
              Da wäre z.B. die Mitteilung an seine Gefährten, welche als zuverlässig überliefert gilt: »Ihr werdet alle eure Feinde besiegen. Sowohl bei der Eroberung von Mekka*, von Khaibar*, von Damaskus, des Irak*, des Iran und Jerusalems* werdet ihr erfolgreich sein. Ihr werdet auch die Schätze der Könige der zu damaliger Zeit größten Reiche, des Iran und von Byzanz unter euch aufteilen…«* Diese Voraussage machte er nicht mit den Worten: »ich nehme an« oder: »ich vermute«, vielmehr sprach er mit der Sicherheit dessen, der die Dinge vor seinen Augen sieht.
              Doch während er diese Voraussage machte, war er gerade zur Flucht (Hidjra) gezwungen. Er hatte nur wenige Gefährten und Medina und die ganze Welt standen ihm feindselig gegenüber.
              Und weiter hat er oftmals geäußert, und auch dies gilt als zuverlässig überliefert:

              »Euch obliegt es, denen zu folgen, die nach mir sein werden: Abu Bekr und Omar.« *

              So sagte er voraus, dass Abu Bekr und Omar ihn überleben werden, dass sie sowohl seine Nachfolger sein, als auch in vollkommener Weise nach Gottes Wohlgefallen leben und handeln werden, auch, dass Abu Bekr nur kurze Zeit und dass Omar längere Zeit regieren und viele Eroberungen machen werde.
              Und weiter verkündete er:

              »Die Erde lag ausgebreitet vor mir. Ihr Osten und ihr Westen wurden vor mir sichtbar. Mein Volk (umma) wird erlangen, was vor mir ausgebreitet lag.« *

              d.h. von Ost bis West wird meine Umma ihre Hand ausstrecken. Noch kein Volk hat je ein solches Reich besessen. Es geschah so, wie er es vorausgesagt hatte.
              Zudem hat er, was als zuverlässig überliefert gilt, vor der Schlacht von Bedr vorhergesagt:

              »Hier wird Abu Djahl fallen. Dort wird Utbah fallen. Hier wird Umeyyeh fallen. Dort wird dieser und da wird jener fallen.« *

              So sagte er von allen Führern der Quraish voraus, wo sie fallen würden. Und es geschah so, wie er es gesagt hatte.
              Zudem hat er, was ebenfalls als zuverlässig überliefert gilt, über seine Gefährten bei der berühmten Schlacht in dem eine Monatsreise weit entfernten Ort namens Mute in der Nähe von Damaskus berichtet, so als ob er es sehen könne:

              »Seyd hat die Fahne übernommen und ist gefallen. Nun hat Ibn Ravaha die Fahne übernommen und ist gefallen. Nun hat Dja’far die Fahne übernommen und ist gefallen. Nun hat ein Schwert der Schwerter Gottes sie übernommen.« *

              So berichtete er über das, was einem seiner Gefährten nach dem anderen geschah. Zwei drei Wochen danach kam Ja’la Ibn Munabbih vom Schlachtfeld zurück. Noch bevor er etwas gesagt hatte, verkündete der Getreue Berichterstatter (ASM) alle Einzelheiten des Gefechtes. Und Ja’la schwur: »Genauso wie du es gesagt hast, ist es geschehen.«*
              Und weiter sagte er, und auch dies wird als zuverlässig überliefert:

              »Fürwahr, das Kalifat wird nach mir noch dreißig Jahre währen. Danach wird eine habsüchtige Monarchie daraus werden. Und fürwahr, diese Dinge werden als Prophetentum und Barmherzigkeit beginnen. Dann wird Barmherzigkeit und das Kalifat sein. Dann wird eine habgierige Monarchie sein. Dann wird Hochmut sein und Gewaltherrschaft.« *

              So sagte er die sechs Monate des Kalifats von Hasret Hasan voraus, die Zeit der vier rechtgeleiteten Kalifen und danach die Umwandlung des Kalifats in eine Monarchie*, sodann, dass das Königtum durch Gewalttätigkeit zum Verderben der Umma führen werde. Und so wie er es gesagt hatte, geschah es.
              Und weiter sagte er, und auch dies ist zuverlässig überliefert:

              »Othman wird ermordet werden, während er den Qur’an liest; * und es könnte sein, dass Gott es wolle, dass er dabei mit einem Hemd bekleidet sein solle. Auch werden sie versuchen, ihn abzusetzen.« *

              Und so wie er es gesagt hatte, geschah es.
              Und weiter sagte er, und auch dies ist zuverlässig überliefert, als er zur Ader gelassen wurde und Abdullah ibn Subeyr sein gesegnetes Blut gleich einem Heiltrank genoss:

              »Wehe den Menschen um deinetwillen und wehe dir um der Menschen willen.« *

              So sagte er voraus, dass er mit einem wunderbaren Mut an die Spitze der Umma treten werde, dass sie fürchterlichen Angriffen ausgesetzt sein würden und dass die Menschen um seinetwillen in schreckliche Geschehnisse geraten würden. Und es geschah so, wie er es vorausgesagt hatte. Abdullah ibn Subeyr erklärte sich zur Zeit der Omajaden* in Mekka zum Kalifen und focht heroisch in mehreren Schlachten, bis schließlich Haddschadsch der Schreckliche ihn mit einem großen Heer angriff, wobei dieser ruhmreiche Held nach heftigem Kampf den Märtyrertod fand.
              Und weiter sagte er, und auch dies ist zuverlässig überliefert, die Errichtung der Herrschaft der Omajaden voraus und dass die meisten ihrer Könige grausame Herrscher sein werden, Jasid* und Valid einbegriffen (unter deren Herrschaft Hasan und Huseyn ums Leben kamen – A.d.Ü.), dass sich an ihre Spitze Hasret Mu’awiya (der Begründer der Dynastie und Gegenspieler Ali’s – A.d.Ü.) setzen werde und riet:

              »Seid nachsichtig in eurer Regierung!« *

              ermahnte so zu Billigkeit und Güte.
              Des Weiteren sagte er voraus:

              »Es werden die Söhne der Abbassiden kommen mit einer schwarzen Fahne und länger regieren, als man regiert hatte.« *

              d.h. die Abbassiden werden ihre Herrschaft aufrichten und für lange Zeit aufrecht erhalten. Und es geschah so, wie er es gesagt hatte.
              Und weiter sagte er, und auch dies ist zuverlässig überliefert:

              »Wehe den Arabern wegen des Unheils, das ihnen naht.« *

              So sagte er die schrecklichen Stürme des Dschingis Khan und Hulagu und den Untergang des Abbassidenreiches durch sie voraus.
              Und weiter sagte er zu Sa’d ibn Abu Waqqas, als dieser sehr schwer krank war und auch dies ist zuverlässig überliefert:

              »Es mag sein, dass du verschont bleibst, sodass manche durch dich einen Vorteil und andere einen Nachteil erfahren werden.« *

              So sagte er ihm voraus, dass er später ein großer Kommandant sein und viele Siege erlangen werde, und dass viele Menschen, ja Völker Gutes von ihm erfahren, d.h. zum Islam gelangen würden und dass viele zu Schaden kommen, d.h. durch seine Hand ihre Herrschaft verlieren würden. Es geschah so, wie er es gesagt hatte. Hasret Sa’d setzte sich an die Spitze des islamischen Heeres, fegte das iranische Herrschaftshaus hinweg und bewirkte so, dass viele in den Kreis islamischer Völker eintraten und Rechtleitung fanden.
              Und weiter gab er seinen Gefährten, und auch dies ist zuverlässig überliefert, an dem Tage, da der Negus von Abessinien*, der zum Glauben gelangt war, im siebenten Jahre nach der Hidschra verstarb, davon Kunde, ja sprach für ihn die Totengebete. Eine Woche später kam die Nachricht, dass er genau an diesem Tage verschieden war.
              Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, zitterte der Berg Uhud (oder auch Hira)*, als der Prophet mit seinen vier engsten Vertrauten (den vier rechtgeleiteten Kalifen – A.d.Ü.) auf dessen Gipfel verweilte. Da richtete er das Wort an den Berg:

              »Sei ruhig! Denn auf dir stehen ein Prophet, ein Vertrauter (= Ssiddiq) und (drei) Märtyrer.« *

              so die Blutzeugenschaft von Hasret Omar, Othman und Ali vorherverkündend. Es geschah, wie er es vorausgesagt hatte.
              Nun denn, du unglückseliger, herzloser, armseliger Mensch, der du sagst, Mohammed-i Arabi sei ein kluger Mann und bist doch ein armseliger Mensch, der seine Augen vor dieser Sonne der Wahrheit verschließt! Unter fünfzehn von all den Arten seiner Wunder hast du bisher nur von einer Art, von den Dingen der unsichtbaren Welt, nur einen Teil unter fünfzehn oder vielleicht hundert Beispielen gehört. Du hast von jenem Teil gehört, dessen Überlieferung so sicher ist wie eine allgemeine Übereinstimmung. Eine Persönlichkeit, die auch nur ein Hundertstel der Dinge der unsichtbaren Welt mit den Augen seines Verstandes schaut, bezeichnet man als einen überragenden Genius, dessen scharfer Blick die Zukunft entschleiert. Aber selbst dann, wenn man ihn so wie du einfach nur ein Genie nennen wollte, wie könnte dann ein Mann, der die geheiligte Genialität eines noch hundert Mal gewaltigeren Genius in sich trägt, etwas falsches erschaut haben? Könnte er sich dazu erniedrigt haben, falsche Kunde zu geben? Auf das Wort des Trägers eines solch hundertfältigen überragenden Genius, über die Glückseligkeit in beiden Welten nicht zu achten, ist sicherlich ein Zeichen hundertfacher Torheit.

              #801230
              Anonim

                Sechster Hinweispunkt
                Es gilt als zuverlässig überliefert, dass er zu Hasret Fatima (möge sie Allahs Wohlgefallen finden) gesagt hat:

                »Du bist die erste aus meiner Familie, die mir nach meinem Tode nachfolgen wird.« *

                Sechs Monate danach geschah es so, wie er es vorausgesagt hatte.
                Und weiter hat er zu Ebadher gesagt:

                Zwanzig Jahre später geschah es so, wie er es vorausgesagt hatte.
                Und weiter hat er, als er einmal im Hause von Umm Haram, der Tante von Ennes ibn Malik, vom Schlaf erwachte, lächelnd gesagt:

                »Ich habe mein Volk (umma) einen Seekrieg führen sehen, Königen gleich, die auf Thronen sitzen.«

                Da bat Umm Haram ihn: »Bete, dass auch ich unter ihnen sein werde.« Da geruhte er zu sagen: »Du wirst unter ihnen sein.«* Vierzig Jahre später begleitete sie Ubade ibn Samit als dessen Gattin bei der Eroberung Zyperns. Sie starb auf Zypern und ihr Grab wurde zur Pilgerstätte. So also geschah es, wie er es vorausgesagt hatte.

                Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, sagte er vorher:

                »Aus dem Stamme Thaqif werden ein Lügner hervorgehen und ein Tyrann.« *

                d.h. aus dem Stamme Thaqif wird einer den Anspruch erheben, ein Prophet zu sein und es wird ein blutdürstiger Tyrann auftreten… So sagte er den berühmten Muhtar voraus, der den Anspruch erhob, ein Prophet zu sein, und auch Haddjadj*, den Tyrannen, der hunderttausend Menschen umgebracht hat.

                Und weiter, und auch dies gilt als zuverlässig überliefert, sagte er voraus:

                »Konstantinopel wird erobert werden. Gesegnet der Befehlshaber, der die Befehle erteilt und gesegnet die Soldaten, die in seinem Sold stehen.« *

                So verkündete er, dass Istanbul durch islamische Hand erobert werden würde und dass Hasret Sultan Mehmet, der Eroberer einen hohen geistigen Rang einnehmen werde. Und es geschah so, wie er es vorhergesagt hatte.

                Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, sagte er vorher:

                »Fürwahr, selbst wenn der Glaube am Siebengestirn befestigt wäre, wird einer der Söhne Persiens ihn herunterholen.« *

                Somit wies er auf die unvergleichlichen Gelehrten und Heiligen des Iran, allen voran aber Abu Hanifa hin, sagte ihn voraus.

                Und weiter sagte er:

                »Er ist ein Schüler der Gelehrten von Qureysh, der alle Gegenden der Erde mit seinem Wissen und mit seiner Erkenntnis füllen wird.« *

                Mit diesem Ausspruch wies er auf Imam Schafi hin und sagte ihn voraus.

                Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, sagte er:

                »Meine Umma wird in dreiundsiebzig Sekten zerspalten sein. Aber nur eine von ihnen wird Erlösung erlangen. Da fragten sie ihn: Welche von diesen wird das sein? Er antwortete ihnen: Diejenige, welche mir und meinen Gefährten folgt.« *

                So sagte er voraus, dass nur die Anhänger der Tradition und die Gemeindemitglieder (ehli Ssunna ve Dschemaat) vollkommene Erlösung finden werden.

                Und weiter sagte er:

                »Die Qaderiyye sind die Magier (Parsen) meiner Umma.« *

                Damit wies er auf eine Gruppe hin, welche sich in viele Abspaltungen verzweigt hat und Gottes Vorherbestimmung (Qadr) verleugnet. Auch sagte er die Rafidine voraus, welche sich ebenfalls stark verzweigt haben.

                Und weiter sagte er zu Imam Ali (RA), und auch dies ist zuverlässig überliefert: »Auch für dich gilt, was für Hasret Isa (Jesus, mit dem der Friede sei) galt: zwei Arten von Menschen werden deinetwegen zuGrunde gehen: die eine durch allzugroße Liebe, die andere durch allzugroßen Hass. Die Christen nannten Hasret Isa in ihrer Liebe, doch in Überschreitung der durch das Gesetz bestimmten Grenzen, den Sohn Gottes. Doch da sei Gott vor! Doch auch die Juden überschritten in ihrem Hass jedes Maß, sodass sie seine Vollkommenheit und sein Prophetentum leugneten (insanu-l’kamil, der Prophet Gottes ist der vollkommene Mensch – A.d.Ü.). Auch um deinetwillen werden zwei Arten von Menschen die gesetzlich festgesetzten Grenzen überschreiten und ihre Liebe wird sie zu Grunde richten.

                *

                »Ihre Schande ruft ihnen: Rafidiyye (Gesetzesbrecher, Fahnenflüchtige, Verräter, Dissidenten) zu.« *

                Ein anderer Teil dagegen wird in seiner Feindschaft gegen dich zu weit gehen. Das sind die Havaridschine (Renegaten) und die Extremisten unter den Gefolgsleuten der Omajaden, welche man Nasibe nennt.«

                Eine Frage könnte hier gestellt werden: Der Qur’an befiehlt die Liebe für das Haus des Propheten und auch unser verehrungswürdiger Prophet, mit dem Friede und Segen sei, hat das sehr empfohlen. Diese Liebe könnte deshalb für die Schiiten als Entschuldigung gelten. Denn Verliebte sind gewissermaßen berauscht. Warum dann können die Schiiten und besonders die Rafidiyye keinen Nutzen aus ihrer Liebe ziehen, ja werden sie sogar durch diesen Hinweis des Propheten wegen ihrer übertriebenen Liebe verurteilt?

                Antwort:
                Es gibt zwei Arten von Liebe. Die erste ist eine den Buchstaben übergreifende Liebe (mana-yi harfi), d.h. um des Ehrenwerten Botschafters, mit dem Friede und Segen sei, willen und im Namen Gottes, des Gerechten Hasret Ali, Hasan und Huseyn und das Al-i Beyt zu lieben. Diese Liebe vermehrt noch die Liebe für den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei und wird zu einem Fahrzeug für die Liebe zu Gott, dem Gerechten. Diese Liebe ist erlaubt (meshru’), ihr Übermaß schadet nicht, verletzt nicht, hat keine Herabsetzung oder Feindschaft gegenüber anderen zur Folge.

                Die zweite Art Liebe beschränkt sich auf den Genannten (mana-yi ismi), d.h. sie liebt ihn in seiner Person, liebt Hasret Ali im Gedanken an seine Tapferkeit und Vollkommenheit und Hasret Hasan und Huseyn um ihrer hohen Tugenden willen, ohne einen Gedanken an den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Sie liebt, selbst ohne Gott zu kennen oder seinen Propheten. Diese Art der Liebe wird nicht zum Anlass, den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, zu lieben, erweckt auch nicht die Liebe zu Gott dem Gerechten. Im Übermaß führt sie zur Herabsetzung oder zur Feindschaft gegenüber anderen. So haben sie denn, der Voraussage des Propheten entsprechend, im Übermaß ihrer Liebe zu Hasret Ali, Hasret Abu Baqr asSiddiq und Hasret Omar den Rücken gekehrt und sind ins Unglück gestürzt. Und diese falsche Liebe veranlasste dieses Unglück.

                Und weiter, und auch dies gilt als zuverlässig überliefert, sagte er:

                »Wenn euch persische und römische Mädchen dienen, werden sich Unglück und Gespaltenheit unter euch ausbreiten, der Kampf wird in euren eigenen Reihen stattfinden, die Übeltäter werden sich an die Spitze setzen und alle die guten und tugendhaften Menschen heimsuchen!« *

                Dreißig Jahre später geschah es so, wie er es vorausgesagt hatte.
                Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, sagte er:

                »Die Eroberung der Festung Khaibar wird durch Alis Hand erfolgen.« *

                Als ein Wunder seines Prophetentums und entgegen aller Erwartung riss Hasret Ali am folgenden Tag das Tor der Feste Khaibar heraus und gebrauchte es als einen Schild. Nachdem der Sieg errungen war, warf er das Tor zu Boden und acht starke Männer konnten es nicht mehr vom Boden aufheben. Nach einer anderen Überlieferung waren es vierzig Leute. *

                Des Weiteren tat er den Ausspruch:

                »Die Stunde wird nicht kommen, bis zwei Parteien mit dem gleichen Anspruch einander befehden.« *

                Damit sagte er die Schlacht von Ssiffin zwischen Hasret Ali und Muawiye voraus.
                Des Weiteren sagte er voraus:

                »Siehe, Ammar wird von einer Gruppe Rebellen (gegen Gott) umgebracht werden.« *

                Als er dann in der Schlacht von Ssiffin getötet wurde, sah Hasret Ali dies als einen Beweis dafür an, dass die Anhänger von Muawiye Aufständische sind. Doch Muawiye deutete dies anders. Denn Amr ibnu-l’As (sein Kommandant – A.d.Ü.) sagte: »Nur die Aufständischen sind seine Mörder, nicht wir alle.«

                Des Weiteren tat er den Ausspruch:

                »Siehe, kein Gespaltensein wird unter euch aufkommen, solange Hasret Omar noch lebt.« *

                Und so wie er es vorausgesagt hatte, kam es auch.
                Und weiter geschah es, dass einmal Sehl ibn Amr, noch bevor er zum Glauben gelangt war, in Gefangenschaft geriet. Da sagte Hasret Omar zu dem Ehrenwerten Botschafter, mit dem Friede und Segen sei: »Wenn du es mir gestattest, werde ich diesem die Zähne einschlagen. Denn dieser hat immer mit seiner glatten Zunge die Ungläubigen vom Stamme der Qureysch zum Kampf gegen uns aufgehetzt.« Der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, aber entgegnete ihm:

                »Es möchte ja sein, dass er sich aufrichten wird zu einem Zustand (maqam), der dir gefällt, oh Omar!« *

                In der Tat hat eben dieser Sehl im Gesegneten Mekka (M.Mükerreme) unter den Ereignissen der Zeit, da der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, dahingeschieden war, was Bestürzung verbreitete und die Geduld aller verzehrte, gleich wie Abu Bekir-isSiddiq im Strahlenden Medina (M.Münevvere) die Sahabis beruhigt und getröstet. Ebenso hat er ihnen mit seiner bekannten Wortgewalt eine Rede gehalten gleich der Hutbe von Abu Bekir-isSiddiq. Selbst die Worte der beiden Hutbe einander.

                Und weiter verkündete er Ssuraqa:

                »Du wirst Chosros beide Armringe anlegen!« *

                Zur Zeit des Hasret Omar wurde das Königreich von Chosro zerstört. Als seine Schätze und auch seine wundervollen Armringe gebracht wurden, streifte Hasret Omar sie dem Ssuraqa über und sagte:

                »Elhamdulillah (Preis sei Gott!), der sie Chosro abgenommen und sie Ssuraqa übergestreift hat.« *

                und bestätigte damit die Voraussage des Propheten.
                Des Weiteren tat er den Ausspruch:

                »Nachdem der Chosro gegangen ist, wird es keinen Chosro mehr nach ihm geben.« *

                Wie er es vorausgesagt hatte, so geschah es auch.
                Auch hatte er dem Botschafter des Chosro einmal gesagt: »Gerade hat Chosros Sohn Shirviye Pervis den Chosro umgebracht.«

                * Als der Botschafter Nachforschungen anstellte und herausfand, dass dies tatsächlich zur gleichen Zeit geschehen war, nahm auch er den Islam an. Nach einigen Überlieferungen hieß dieser Botschafter Feyrus.

                Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, hat er einen Brief vorausgesagt, den Khatib ibn Beltea heimlich an den Stamm der Qureysh gesandt hatte. Er schickte Hasret Ali und Mikdad mit den Worten: »Es gibt an einem bestimmten Ort eine bestimmte Person mit einem bestimmten Brief. Geht zu ihm und bringt mir diesen!« Sie gingen und brachten den besagten Brief von dem angegebenen Ort herbei. Dann ließ er Khatib kommen und fragte ihn: »Warum hast du das getan?« Dieser brachte eine Entschuldigung hervor und seine Entschuldigung wurde angenommen.

                *

                Und weiter, und auch dies ist als zuverlässig überliefert, äußerte er einmal gegenüber Utbe ibn Ebu Leheb:

                »Gottes Hund möge ihn fressen!« *

                und sagte so Utbes schreckliches Ende voraus. Als dieser später in den Jemen reiste, kam ein Löwe und fraß ihn auf. So bewahrheitete sich die Verfluchung des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, und zugleich auch seine Voraussage.

                Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, stieg bei der Eroberung von Mekka Hasret Bilal Habeshi auf das Dach der Kaaba und rief zum Gebet, während Abu Ssufyan, Attab ibn Assid und Harith ibn Hisham, Fürsten vom Stamme der Qureysh beieinander saßen und miteinander plauderten. Da sagte Attab: »Mein Vater Assid hatte das Glück, diesen Tag nicht zu schauen.« Harith entgegnete ihm: »Konnte Mohammed keinen anderen Mann finden als diese schwarze Krähe, der Muesin zu sein?« Und er machte so Hasret Bilal Habeshi verächtlich. Abu Ssufyan wandte ein: »Ich würde mich hüten, etwas dergleichen zu sagen. Selbst wenn es niemanden gäbe, so würden doch die Steine von Batha (Mekka) ihm Nachricht geben und so wird er es erfahren.« In der Tat begegnete ihnen wenig später der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei und wiederholte ihnen buchstäblich, was sie zueinander gesprochen hatten. Da legten nun auch Attab und Harith Zeugnis ab und wurden Muslime.

                *
                Oh du armseliger Gottesleugner! Du herzloser Mensch, der du den Propheten, mit dem Friede und Segen sei, nicht anerkennen willst! Siehe, wie diese beiden verstockten Fürsten der Qureysh durch einen einzigen Fingerzeig aus der verborgenen Welt zum Glauben gelangten! Was muss doch dein Herz verdorben sein, wenn es immer noch nicht zur vollen Überzeugung gelangt, nachdem du von tausenden von Wundern gehört hast, die durch allgemeine Übereinstimmung einem solchen Fingerzeig aus dem Verborgenen gleich sind!… Doch wie dem auch sei – kehren wir zu unserem eigentlichen Thema zurück!

                Und weiter, und auch dies ist als zuverlässig überliefert, geriet einmal Hasret Abbas während der Schlacht von Bedr in die Hände der Sahabis und man forderte von ihm Lösegeld. Doch entgegnete er: »Ich habe kein Geld.« Da sagte der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei: »Du hast aber bei deiner Frau Umm Fadl eine bestimmte Summe Geldes zurückgelassen.« * Und er nannte ihm die Höhe der Summe und bezeichnete dessen Versteck. Hasret Abbas bestätigte ihm dies und fügte hinzu: »Niemand außer uns beiden kannte dieses Geheimnis.« So erlangte er damals den vollkommenen Glauben und wurde ein Muslim. *

                Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, hatte einmal ein Jude namens Lebid, der ein böser Zauberer war, ein seltsames starkes Zaubermittel verfertigt, um den Ehrenwerten Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, damit zu plagen. Er hatte einen Kamm mit Haaren umwickelt, eine Verwünschung darüber ausgesprochen und ihn in einen Brunnen geworfen. Da beauftragte der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, Hasret Ali und die Sahabis: »Geht zu dem Brunnen, fischt den Zauber heraus und bringt ihn mir her!« Und er nannte den Brunnen und bezeichnete genau den verwunschenen Gegenstand. Sie gingen hin, fanden ihn dort genauso, wie er es ihnen beschrieben hatte und brachten ihn herbei. Und mit jedem Haar, das sie lösten, verschwand auch die Unruhe von dem Ehrenwerten Botschafter, mit dem Segen und Frieden sei.

                *

                Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, äußerte sich der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, während einer Versammlung, an der auch so bedeutende Persönlichkeiten wie Abu Huraira und Husaifa teilnahmen:

                »Die Zähne eines von euch werden im Feuer noch größer sein als der Berg Uhud.« (Die Hauer des wilden Ebers gelten als das Symbol der Auflehnung gegen Gott. – A.d.Ü.). *

                So sagte er das schreckliche Ende eines Renegaten unter ihnen voraus. Abu Huraira berichtet dazu: »Als später aus dieser Versammlung bloß noch zwei Personen übrig geblieben waren, also nur noch ein Mann außer mir, da fürchtete ich mich. Als dann später der andere Mann in der Schlacht von Jamama überlief und auf der Seite von Musaylima fiel, da wurde die Voraussage des Propheten deutlich.« *

                Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, hatten sich einmal Umair und Safwan, als sie noch nicht den Islam angenommen hatten, dazu entschlossen, für eine bedeutende Summe den Propheten (ASM) umzubringen. Als aber Umair in der Absicht, den Propheten (ASM) zu ermorden in Medina ankam und der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, ihn erblickte, rief er ihn zu sich und sagte zu ihm: »Es ist dies dein Abenteuer mit Safwan!« und legte seine Hand auf Umairs Brust. Der gab es zu und wurde Moslem.

                *
                Es hat noch viele andere dergleichen als zuverlässig bezeugte Vorhersagen aus dem Verborgenen gegeben. Sie werden in den berühmten Sechs Büchern, mit als zuverlässig bezeugten Hadithen, unter Angabe der Quelle erwähnt. Die meisten in dieser (hier vor uns liegenden) Abhandlung erwähnten Ereignisse sind uns einer allgemeinen dem Sinne nach entsprechenden Übereinstimmung (tevatur) gemäß, als sicher und zuverlässig überliefert worden. (Die Bücher von) Buchari und Moslem sind von den Forschern (ehli tahqiq) nach dem Qur’an als die zuverlässigsten Bücher bestätigt worden. In der Folge werden nach ihnen die als zuverlässig anerkannten (Bücher von) Tirmidhi, Nessai, Abu Davud, das »Musnad« von Hakim, das »Musnad« von Ahmed ibn Hanbel und das »Delail« von Beyhaqi und dergleichen Bücher mit Quellenangabe zitiert.

                Wohlan denn, oh du schwachsinniger Gottesleugner! Du sollst es nicht dabei bewenden lassen, zu sagen: »Mohammed-i Arabi (ASM) war ein kluger Mann.« Denn für diese zuverlässigen Aussagen Ahmeds (ASM) über Dinge aus der verborgenen Welt gibt es nur zwei mögliche Erklärungen. Du sagst entweder: »Dieser Heilige Gottes verfügt über einen solchen Scharfblick, ist eine Geistesgröße mit einem derartigen Weitblick, dass er Vergangenheit und Zukunft und die ganze Welt zu überblicken und zu erkennen weiß, dessen Auge den Osten und den Westen erschaut und aller Welt Zeuge ist, ein Genius, der alle vergangenen und künftigen Ereignisse zu entschleiern vermag«. Ein Mensch kann solche Qualitäten (hal) nicht besitzen. Hätte er sie aber, kann er sie als eine wunderbare Fähigkeit vom Schöpfer der Welt verliehen, als eine Gabe Gottes erhalten haben. Dies aber wäre für sich alleine schon ein ganz großes Wunder. Oder aber du musst glauben, dass dieser Gottbegnadete der Schüler und Beauftragte eines Herrn ist, der alles sieht und alles in Händen hält. Alles was da ist gehorcht Seinen Weisungen und alle Zeiten unterstehen Seinem Befehl. Alle Dinge stehen aufgezeichnet in dem Großen Buch. Wann immer Er will, macht Er sie Seinem Schüler bekannt, führt sie ihm vor Augen. Das heißt: Mohammed, der Araber, mit dem Friede und Segen sei, empfängt von dem Urewigen Meister seine Lehren und so gibt er sie weiter.

                Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, hat er verlautbart, als er Hasret Khalid nach Ukeydir entsandte, um gegen den Fürsten der Daumatu-l’Dschendal zu kämpfen:

                »Siehe, du wirst ihn auf einer Ochsenjagd finden.« *

                Er sagte ihm voraus, dass er ihn ohne Kampf gefangen nehmen werde. Hasret Khalid ging, fand alles so wie vorausgesagt und führte den Gefangenen mit sich mit.

                Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, hat er, auf die Seite bezugnehmend, auf welche die Qureysh etwas gegen die Bani Hashim geschrieben hatten und das sie an eine Wand der Kaaba gehängt hatten, verlautbart: »Die Würmer haben eure Schrift aufgefressen und nur die Teile mit den Namen Gottes darauf ausgespart.« Da untersuchten sie das Blatt und fanden die Dinge so, wie er es ihnen mitgeteilt hatte.

                *

                Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, hat er verlautbart, dass während der Belagerung von Jerusalem (Beytu’l-Maqdis) eine große Pestepidemie ausbrechen werde. Zur Zeit von Hasret Omar wurde Beytu’lMaqdis erobert. Dabei brach eben jene Pestepidemie aus, die binnen drei Tagen siebzigtausend Opfer forderte.

                *

                Und weiter, und auch dies ist zuverlässig überliefert, hat er davon Kunde gegeben, dass Basra

                * und Bagdad *, die es damals noch gar nicht gab, erbaut werden würden und dass sich alle Schätze der Welt in Bagdad ansammeln werden, dass die Araber mit den Türken * und anderen Völkern am Kaspischen Meer kämpfen werden, später jedoch die meisten von ihnen den Islam annehmen und mitten unter den Arabern über die Araber herrschen werden. Er sagte:

                »Über die Vermehrung der Fremden unter euch werdet ihr euch beklagen, welche verzehren, was ihr habt, und euch enthaupten.« *

                Und weiter sagte er:

                »Verderben über meine Umma wird von den Händen der ungezogenen Kinder der Qureysh kommen.« *

                Damit gab er Kunde, dass es von den schlechten Fürsten der Omajaden, wie Walid und Jasid, ausgehen werde.

                Desgleichen hat er für bestimmte Orte, wie Jamama, das Auftreten von Apostasie vorausgesagt.

                *

                Und weiter sagte er während der berühmten Grabenschlacht (bei der die Moslems als erste Verteidigungsgräben aushoben, die bis dahin bei den Arabern noch unbekannt waren. – A.d.Ü.):

                »Von nun an werden mich die Qureysh und ihre Verbündeten nie wieder angreifen. Doch ich werde sie angreifen.« *

                Und alles gestaltete sich so, wie er es vorausgesagt hatte.
                Und weiter verlautbarte er ein, zwei Monate vor seinem Dahinscheiden, und auch dies ist als zuverlässig überliefert:

                »Einem Diener und Verehrer wurde die Wahl gelassen und er wählte was Gottes ist.« *

                So sagte er sein Ableben voraus.
                Und weiter sagte er über Seyd ibn Ssuwahan:

                »Eines seiner Glieder wird ihm ins Paradies vorausgehen.« *

                Kurze Zeit später wurde ihm in der Schlacht von Nihawend eine Hand abgeschlagen. Das heißt, seine Hand legte zuerst Zeugnis für seinen Glauben ab, was in übertragenem Sinne bedeutet: sie kam ins Paradies.

                So sind denn alle die hier besprochenen Geschehnisse aus der verborgenen Welt nur eine unter zehn Arten seiner Wunder. Wir haben von diesen zehn Arten noch nicht einmal eine besprochen. Doch haben wir im

                Fünfundzwanzigsten Wort, wo der Qur’an entsprechend seinem Charakter als ein Wunder besprochen wird, aus dem so umfangreichen Gebiet der Geschehnisse aus der verborgenen Welt, vier Arten kurz angeführt. So fasse denn die hier angeführten Arten mit den anderen vier bedeutenden Arten, wo in der Sprache des Qur’an aus der verborgenen Welt berichtet wird, zusammen. Siehe, welch ein zweifelsfrei sicheres, glänzendes, unwiderlegbares und beweiskräftiges Zeugnis seines Prophetentums das ist, sodass jeder, der nicht mit Herz und Verstand ganz und gar verdorben ist, mit Sicherheit glauben wird, dass diese Persönlichkeit, Ahmed, mit dem Friede und Segen sei, der Gesandte jener majestätischen Persönlichkeit ist, die der Herr alles Geschaffen ist und der Kenner alles Verborgenen. Von ihm hat er uns Kunde gebracht.

                #801231
                Anonim

                  [h=1]Siebenter Hinweispunkt[/h]
                  Unter den Wundern des Propheten, welche die Segensfülle über den Speisen betreffen, wollen wir hier nur auf einige wenige Beispiele hinweisen, welche als gesichert und ihrer Bedeutung nach als allgemeine Überlieferung gelten. Doch bevor wir damit beginnen, erscheint uns zunächst noch eine Vorbemerkung angebracht.
                  Vorwort:
                  Von den folgenden Beispielen der Wunder an Fülle und Segen ist jedes auf verschiedenen Wegen, ja das eine oder andere sogar auf sechzehn verschiedenen Wegen überliefert worden. Die meisten von ihnen haben sich mitten in einer Gemeinschaft vieler Menschen ereignet. Sie wurden von ehrlichen und angesehenen Menschen einer solchen Gemeinschaft berichtet und überliefert. Zum Beispiel berichtet da einer von ihnen: »Es haben siebzig Mann von vier handvoll eines Gerichtes gegessen, das man Sa’ nennt und sind satt geworden.« Diese siebzig Mann hören seine Worte und leugnen es nicht, d.h. sie bestätigen ihn durch ihr Schweigen.
                  In der Tat hätten die Sahabis, diese geradlinigen, zuverlässigen und wahrheitsliebenden Menschen, in jener Zeit der Wahrhaftigkeit und Geradlinigkeit, jede Spur einer Unwahrhaftigkeit als solche bemerkt, zurückgewiesen und als Lüge erklärt. Die Ereignisse, von denen wir hier berichten wollen, sind jedoch von vielen überliefert worden, während andere sie durch ihr Schweigen bestätigten. Das heißt also, dass ein jedes dieser Ereignisse so sicher ist wie eine in ihrer Bedeutung allgemeine Überlieferung. Außerdem bezeugen die Geschichte und die Biographie (des Propheten), dass die Sahabis nächst der treulichen Bewahrung des Qur’an und seiner Ayat, alle ihre Bemühungen darauf gerichtet haben, die Worte und Taten und insbesondere solche Handlungen des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, im Gedächtnis zu bewahren, die sich auf seine Wunder und auf die Grundlagen des Islam beziehen, und ihre ganze Aufmerksamkeit deren Richtigkeit zugewandt haben. Auch nicht die kleinste Bewegung, der unbedeutendste Charakterzug oder das ganz Gewöhnliche in seiner Haltung wurde vernachlässigt. Und dafür, dass sie es nicht vernachlässigt haben und dass sie es aufgeschrieben haben, geben die Bücher der Ahadith ein Zeugnis. Zudem haben sie und vor allem die sieben »Abdullah«, unter ihnen besonders Abdullah ibn Abbas, der das Sprachrohr des Qur’an genannt wird, und Abdullah ibn Amr ibnu-l’As, noch während des Glücklichen Zeitalters die Wunder und die Ahadith, welche die Quellen des islamischen Rechtes bilden, in Büchern aufgezeichnet und niedergeschrieben. Dreißig, vierzig Jahre nach ihnen haben dann tausende von Muhakkikin (Forscher) unter den Tabiinen (also die zweite Schülergeneration – A.d.Ü.) diese Ahadith und die Wunder schriftlich niedergelegt. Und weiter haben diese dann noch später tausende Erforscher der Hadithe und ihnen allen voran die vier Imame der Gesetzeslehrer (Mutschtehid) weitergegeben und schriftlich festgehalten.
                  Danach haben dann zweihundert Jahre nach der Hidschra die Autoren der hochgeschätzten Sechs Bücher (Kutubu Ssitte) vor allem Buchari und Moslim die Aufgabe, Hüter zu sein, auf ihre Schultern geladen. Tausende scharfsinniger Kritiker (Munekkid) wie Ibn Djausi traten auf und fanden die Unterscheidungsmerkmale der unechten Hadithe heraus, die sich durch einige Irregeleitete (Mulhid), Gedankenlose, Vergessliche oder Dilettanten eingeschlichen hatten, heraus und zeigten sie auf. Später hat dann der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, siebzig Mal wieder Gestalt angenommen, was auch von den Entdeckern (im Reiche des Geistes) bestätigt worden ist, und hat große Forscher und Gelehrte wie Djalaluddin asSuyuti in ihrem wachen Zustand mit einem vertrauten Gespräch beehrt. Diese haben die Diamanten echter Überlieferungen (Hadith-i Sahih) von anderen Aussprüchen und falschen Aussagen geschieden. So sind denn die Geschehnisse und Wunder, die wir hier behandeln wollen, von Hand zu Hand, von vielen verschiedenen, ja vielleicht zahllosen starken und zuverlässigen Händen wohlbehalten tradiert, bis auf uns gelangt.

                  »Lobpreis und Dank sei Gott! Dies geschah durch die Gnade meines Herrn.«

                  So ist es denn aus diesem Grunde, dass es uns nicht in den Sinn kommen sollte, zu sagen: »Wie können wir denn wissen, ob diese Hadithe, die einer so weit zurückliegenden Zeit entstammen, uns aus jener Zeit bis in unsere Zeit hinüber, rein und unverfälscht überliefert sind?«

                  Erstes Beispiel für ein als zuverlässig überliefertes Wunder an Segensfülle (bereket): Die Sechs Bücher zuverlässiger Überlieferungen (Kutub-u Sitte-i Sahiha), besonders aber Buchari und Moslem, berichten übereinstimmend, dass während der Hochzeit des Ehrenwerten Botschafters, mit dem Friede und Segen sei, mit Hasret Seyneb, die Mutter von Hasret Ennes, Umm Ssuleym, ein, zwei Handvoll Datteln in etwas Fett backte, sie in eine Schüssel füllte und sie durch Hasret Ennes dem Ehrenwerten Botschafter, mit dem Frieden und Segen sei, schickte. Dieser befahl Ennes: »Rufe diesen und jenen herbei. Auch lade jeden ein, dem du begegnest.« Da rief Ennes sie und alle, denen er begegnete herbei. Es kamen an die dreihundert Sahabis und füllten Hochzeitssaal und Vorraum (Suffe). Ihnen befahl er:

                  »Lagert euch in Gruppen zu zehn Personen!«

                  Sodann hielt er seine gesegnete Hand über dieses karge Mahl, sprach ein Gebet und forderte alle auf, zuzulangen. Da aßen alle diese dreihundert Menschen und waren satt geworden, als sie sich wieder erhoben. Nun gab er Ennes die Weisung: »Sammle wieder ein!« Und Ennes berichtet davon: »Ich weiß nicht, ob dieses Mahl, als ich es in die Schüssel füllte, ein reichliches Mahl war. Doch konnte ich keinen Unterschied finden, als ich es wieder einsammelte.« *

                  Zweites Beispiel: Es gab da den Gastherrn des Propheten, Abu Ajjub al-Ansari (der den Propheten nach seiner geglückten Flucht in Medina gastfrei aufgenommen hatte – A.d.Ü.). Dieser Abu Ajjub sagte anlässlich eines Besuches, mit dem der Prophet sein Haus beehrte: »Ich habe für den Ehrenwerten Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, und für Abu Baqr asSiddiq eine Mahlzeit zubereitet, ausreichend für zwei Personen.« Doch dieser befahl:

                  »Lade dreißig unter den Vornehmen der Helfer (d.h. Medinenser, die den Flüchtlingen aus Mekka Asyl gewährt hatten – A.d.Ü.) ein.«

                  Es kamen dreißig Personen und aßen. Danach befahl er:

                  »Lade sechzig ein!«

                  Da lud er noch sechzig ein und sie kamen und aßen. Danach befahl er:

                  »Lade siebzig ein!«

                  Da lud er noch siebzig ein und sie kamen und aßen. Es war aber noch Essen in den Schüsseln übrig geblieben. Alle, die gekommen waren, nahmen wegen dieses Wunders den Islam an und leisteten ihm den Treue-Eid. Von diesem Mahl für zwei Personen hatten einhundertundachtzig Personen gegessen. *

                  Drittes Beispiel: Von Hasret Omar ibnu-l’Hattab, Abu Huraira, Sseleme ibnu-l’Eqwa, Abu Amratu-l’Ensari und aus noch vielen anderen Quellen stammt der folgende Bericht: Während einer Schlacht hatte das Heer nichts zu essen. Da wandten sie sich an den Ehrenwerten Botschafter, mit dem Friede und Segen sei. Dieser befahl: »Sammelt, was bei eurem Gepäck noch an Lebensmitteln übrig geblieben ist!« Da brachte ein jeder noch ein paar Datteln herbei. Die größte Menge, die jemand noch beizusteuern vermochte, waren vier Handvoll. Sie schütteten das alles auf eine Matte. Sseleme sagt: »Ich schätzte die Größe des aufgehäuften Berges auf nicht mehr als etwa die einer liegenden Ziege.« Sodann sprach der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, ein Gebet um den Segen und befahl: »Jeder bringe seine Schüssel!« Da kamen sie alle herbeigelaufen. In diesem Heere blieb keine Schüssel übrig. Sie wurden alle gefüllt. Es blieb sogar noch etwas übrig. Dies überliefert uns einer der Sahabis mit den Worten: »Nach der Art, wie dieser Segen seinen Fortgang nahm und sich ausbreitete, wurde mir klar: Wären auch alle Bewohner dieser Erde gekommen, es hätte für sie alle gereicht.« *

                  Viertes Beispiel: Die Bücher zuverlässiger Überlieferungen, besonders aber Buchari und Moslem, berichten: Abdurrahman Ibn Abu Bekir-isSiddiq sagt: »Wir waren einmal mit einhundertdreißig Sahabis zusammen mit dem Ehrenwerten Botschafter, mit dem Friede und Segen sei. Es wurde Brotteig aus vier Handvoll Mehl bereitet. Auch eine Ziege wurde geschlachtet und gekocht. Nur die Leber und die Nieren wurden gebraten. Ich schwöre, dass er von diesem Braten jedem Sahabi ein Stück abgeschnitten und gegeben hat. Sodann füllte der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, das gekochte Fleisch in zwei Töpfe. Wir alle aßen, bis wir satt waren. Es blieb noch ein Rest übrig. Diesen Rest lud ich dann auf ein Kamel. *

                  Fünftes Beispiel: Die Bücher zuverlässiger Überlieferungen künden mit großer Bestimmtheit: Während der Schlacht der Völkerstämme Medinas, an dem berühmten Tag der Grabenschlacht (Khandaq) berichtet Hasret Djabiru-l’Ansari unter Eid: »An jenem Tage aßen tausend Mann von einem Brot, gebacken aus vier Handvoll Gerste und einem einjährigen Zicklein und es blieb noch genauso viel über.« Und Hasret Djabir erzählt: »An jenem Tage war das Essen in meinem Hause zubereitet worden. Alle tausend Mann aßen von dem Brot und von dem Lamm und gingen wieder. Doch es kochte noch immer und der Topf war noch voll und von dem Teig wurde weiter Brot gebacken. Er hatte in den Teig und den Topf aus seinem gesegneten Munde etwas Speichel gegeben und dabei ein Gebet um Segen gesprochen.« *
                  Dies sagte Hasret Djabir in Gegenwart von tausend Personen unter Eid aus, wodurch er sie in dieses Wunder der Segensfülle mit einbezog, was bedeutet, dass dieses Geschehnis als so zuverlässig angesehen werden darf, als wäre es von tausend Menschen überliefert worden.

                  Sechstes Beispiel: Nach einer absolut zuverlässigen Überlieferung sagt der berühmte Abu Talha, der Onkel von Hasret Ennes, dem Diener des Propheten: Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, speiste einmal sechzig, siebzig Leute mit einem kleinen Gerstenbrot, das Ennes unter dem Arm herbeigebracht hatte, und alle wurden sie satt.« Er hatte befohlen: »Brecht dieses Brot in kleine Stücke!« und ein Gebet um Segen darüber gesprochen. Da sein Haus eng war, aßen sie in Gruppen zu zehn Personen und gingen jeweils wieder, nachdem sie satt geworden waren. *

                  Siebentes Beispiel: Nach einer absolut zuverlässigen Überlieferung wird in so zuverlässigen Büchern wie Shifa esh-Sherif und Moslim berichtet: Djabiru-l’Ensari erzählt: »Ein Mann bat den Ehrenwerten Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, um etwas zu essen für seine Familie. Der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, gab ihm einen halben Sack Gerste. Lange Zeit aßen der Mann mit seiner Familie und seinen Gästen von dieser Gerste. Sie bewahrten sie und sie ging nicht zur Neige. Da versuchten sie deren Abnahme durch Nachmessen herauszufinden. Da hörte der Segensstrom auf und die Abnahme begann. So ging er wieder zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei und berichtete ihm von dem Vorfall. Der aber gab ihm zur Antwort:

                  »Hättet ihr nicht mit der Waage nachgemessen, hättet ihr bis an euer Lebensende Genüge gehabt.« *

                  Achtes Beispiel: In so zuverlässigen Büchern, wie Tirmidhi, Nessa’i, Beyhaqi und Shifa esh’Sherif, wird berichtet: Hasret Ssemura ibn Dschundub sagt: »Zu dem Ehrenwerten Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, wurde ein Topf Fleisch gebracht. Vom Morgen bis zum Abend kamen die Leute in Scharen und aßen.« *
                  Folgen wir also dem Sinn (sirr) der Erklärung in unserem Vorwort, so ist dieses Beispiel für einen Segen nicht einzig eine Überlieferung von Semure, vielmehr erzählt es uns Semure als Vertreter der Gemeinschaft derer, die alle gegessen haben, also in deren Namen und mit deren Billigung.

                  Neuntes Beispiel: Nach der Überlieferung zuverlässiger Forscher wie der des Autors von Schifa esch’Scherif, des berühmten Ibn Abi Scheyba und Tabarani und anderer Autoritäten, sagt Hasret Abu Huraira: »Der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, hat mir befohlen: Lade die mehr als hundert Asylanten (Muhadjirin) ein, welche im Hof (Suffe) der Berühmten Moschee (Mesdjid-i Sherif) ihr Lager aufgeschlagen haben, ein! Da habe ich sie aufgesucht und habe sie zusammengerufen. Es wurde uns allen auf einer Platte eine Mahlzeit vorgesetzt. Wir haben gegessen, so viel wie wir wollten und sind wieder aufgestanden. So wie der Topf gewesen war, als man ihn vorgesetzt hatte, so voll war er jedoch geblieben. Man sah darin nur die Spuren unserer Finger (mit denen wir das Essen aus dem Topf genommen hatten – A.d.Ü.).« *
                  So also hat es uns Hasret Abu Huraira berichtet, gestützt auf die Billigung all der vollendeten Leute des Hofes (Ehli Suffe) und in deren Namen. Das heißt also, dass es ebenso sicher ist, als wäre es sinngemäß von allen Ehli Suffe überliefert worden. Ja wäre es denn überhaupt möglich, dass diese geradlinigen und vollendeten Menschen geschwiegen und nicht widersprochen hätten, wenn dieser Bericht nicht aufrichtig und wahrhaftig gewesen wäre?

                  Zehntes Beispiel: Einer absolut zuverlässigen Überlieferung nach sagt Hasret Imam Ali: »Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, versammelte einmal die Söhne der Abdulmuttalib. Es waren vierzig Personen. Einige von ihnen hätten ein ganzes Kamelkalb aufessen und vier Kiyye (etwa fünf Liter) Milch austrinken können. Er hatte jedoch für sie alle nur eine Handvoll Essen zubereitet. Sie alle aßen und wurden satt. Das Mahl aber blieb wie zuvor. Danach brachte man in einer hölzernen Schüssel etwas Milch herbei, was auch nur für drei, vier Leute gereicht hätte. Davon tranken alle ihre Genüge. Es blieb jedoch so, als hätten sie nicht getrunken. *
                  So also war dies ein Wunder, gewiss wie Hasret Alis Mut und Ergebenheit selbst.

                  Elftes Beispiel: Einer zuverlässigen Überlieferung nach hat der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, Bilal-i Habeshi anlässlich der Hochzeit von Hasret Ali mit Fatimatu-s’Sechra befohlen: »Lass Brot aus vier, fünf Handvoll Mehl backen und ein Kamelkalb schlachten!« Hasret Bilal sagt: »Ich brachte das Mahl herbei und er berührte es mit seiner gesegneten Hand. Dann kamen die Sahabis Gruppe für Gruppe herbei, aßen und gingen wieder. Über das, was davon übrig geblieben war, sprach er abermals den Segen, sandte jeder seiner Frauen eine Schüssel voll und befahl: »Jede soll davon essen und auch allen denjenigen etwas davon abgeben, die noch kommen werden.« *
                  In der Tat ist einer solch gesegneten Hochzeitsfeier sicherlich ein solcher Überfluss angemessen! Und dieses Geschehnis steht fest!

                  Zwölftes Beispiel: Hasret Imam Djafer asSadiq berichtet von seinem Vater, Imam Mohammed al-Baqir, welcher von seinem Vater Imam Seyn al-Abidin, welcher von Imam Ali berichtet: Fatimatus-Sehra hatte eine Mahlzeit bereitet, die nur für zwei Personen reichte. Dann sandte sie Ali, damit er den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, herbeihole, mit ihm zu essen. Er gab ihm die Ehre und befahl sodann, dass für jede seiner Frauen eine Schüssel voll von dem Essen gesandt werden solle. Danach teilte er noch für sich, Ali, Fatima und die Kinder eine Schüssel ab. Davon erzählt Hasret Fatima: »Als wir den Topf aufhoben, war er noch immer gefüllt bis zum Rand. Mit der Gnade Gottes aßen wir noch lange Zeit.« *
                  Warum denn nur willst du dieses Wunder an Segensfülle, dass dir durch eine solch leuchtende Reihe (Silsile) von Überlieferern berichtet wurde, nicht genauso glauben, als hättest du es mit eigenen Augen gesehen? In der Tat vermag selbst der Satan in dieser Angelegenheit keine Ausrede mehr zu finden.

                  Dreizehntes Beispiel: Zuverlässige Lehrer (imam) wie Abu Davud, Ahmed ibn Hanbal und Imam Beyhaqi berichten von Dukeynu’l-Ahmesi ibn Sa’idu’l-Museni, Nu’man ibn Muqarrinu’l-Ahmesiyyu’l-Museni, der mit seinen sechs Brüdern die Ehre eines Gesprächs hatte und zu den Sahabis gehörte, und aufgrund verschiedener Quellen auch von Hasret Omar ibnu’l-Hattab, dass der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, Hasret Omar befohlen habe: »Versorge die vierhundert Reiter vom Stamme Ahmesi mit Proviant für ihre Reise!« Hasret Omar entgegnete ihm: »Oh Botschafter Gottes! Alles was wir noch an Vorrat haben, sind nur noch einige Scheffel (etwa 5 kg). Die Menge ist etwa so groß wie ein liegendes Kamelkalb.«
                  Da gab er Weisung: »Geh und gib es!« Er ging und gab ihnen von dieser halben Kamellast Datteln Reiseproviant ausreichend für vierhundert Reiter und sagte danach: Es blieb noch die alte Menge übrig, so als hätte man gar nichts davon weggenommen.
                  *So ereignete sich also dieses Wunder der Segensfülle, an dem vierhundert Mann und insbesondere Hasret Omar beteiligt waren. Sie sind es, auf denen diese Erzählung beruht. Ihr Schweigen ist deren Bestätigung. So geh denn nicht darüber hinweg, indem du sagst, dies sei ja nur der Bericht von zwei, drei Einzelpersonen! Doch selbst wenn solche Ereignisse nur einzelstehende Berichte wären, gäben sie dennoch die Überzeugung einer sinngemäßen allgemeinen Überlieferung.

                  Vierzehntes Beispiel: Die Zuverlässigen Bücher (Kutub-u Sahiha), vor allem Buchari und Moslim, berichten: Hasret Djabirs Vater starb. Er war hoch verschuldet, ein großer Schuldner bei seinen jüdischen Gläubigern. Djabir bot seines Vaters ganzen Besitz dagegen auf. Doch sie nahmen ihn nicht an. Denn der Ertrag des Gartens konnte auf Jahre hinaus seine Schulden nicht decken. Da ordnete der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, an: »Bringt die Ernte ein und tragt sie zusammen!« und so geschah es. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, besichtigte die Ernte und betete. Als dann später Djabir die gesamte Schuld seines Vaters bezahlt hatte, blieb immer noch gleich viel übrig, wie die Ernte eines Jahres erbracht hätte (oder nach einer anderen Überlieferung: genauso viel, wie er seinen Gläubigern gegeben hatte). Über dieses Geschehnis waren seine jüdischen Gläubiger höchst erstaunt und verblüfft. *
                  So ist denn dieses ganz offensichtliche Wunder der Segensfülle nicht bloß ein Bericht einiger weniger, wie Hasret Djabir, vielmehr haben diese ihn wie eine allgemeine sinngemäße Übereinstimmung (tevatur) stellvertretend für viele Menschen, die von diesem Ereignis mit betroffen waren, überliefert, sodass es bereits an Übereinstimmung grenzt.

                  Fünfzehntes Beispiel: Forscher (muhaqqiq) wie besonders Tirmidhi und Imam Beyhaqi berichten aus zuverlässiger Quelle, dass Hasret Abu Huraira sagt: In einer Schlacht (nach einer anderen Überlieferung soll dies die Schlacht von Tebuk gewesen sein) hatte das Heer nichts zu essen. Da fragte der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei:

                  Ich sagte: »In meiner Satteltasche sind noch ein paar Datteln.« (Nach einer anderen Überlieferung sollen es fünfzehn gewesen sein) Er sagte: »Bring sie mir!« und ich brachte sie ihm. Er griff mit seiner segensreichen Hand hinein, zog eine Handvoll heraus und legte sie in eine Schüssel. Dann geruhte er, ein Segensgebet darüber auszusprechen, wonach er die Soldaten in Gruppen zu zehn herbeirief; und sie alle aßen. Danach befahl er:

                  »Behalte, was du noch hast und bewahre es! Leere es aber nicht aus!«

                  Da nahm ich (die Tasche), griff mit der Hand hinein und brachte noch einmal soviel zum Vorschein. Ich habe von diesen Datteln, solange wie der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, am Leben war und noch zu Lebzeiten von Abu Bekr, Omar und Othman, gegessen. (Aus einer anderen Quelle wird überliefert: Ich habe von diesen Datteln noch manche Menge verschenkt in Gottes Namen. Später dann, nach der Ermordung von Hasret Othman, fiel diese Satteltasche Räubern in die Hände und wurde geplündert. Da verschwanden auch die Datteln.) *
                  So sollte denn ein solches Wunder der Segensfülle, wie es sich an einem derartigen Sammelplatz wie dem Schlachtfeld bei Tebuk ereignet hat und von dem uns Hasret Abu Huraira berichtet, der ein ständiger Schüler jener Heiligen Medresse, ein bedeutender Novize der Suffa (= Hof der Moschee von Medina) war, ein Murid der Tekke des Lehrers des Alls, eines Lehrers, auf den die ganze Welt stolz ist (Friede und Segen sei mit ihm), dem die Bitte um das Gebet des Propheten für die Stärkung seines Erinnerungsvermögens gewährt worden war, es sollte ja ein solches Wunder in seiner Bedeutung die gleiche Kraft und Sicherheit besitzen wie das Wort eines ganzen Heeres von Soldaten.

                  Sechzehntes Beispiel: In zuverlässigen Büchern, vor allem Buchari, wird aufgrund authentischer Quellen mitgeteilt, dass einmal Hasret Abu Huraira, als er hungrig war, dem Ehrenwerten Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, in dessen Glückliche Heimstatt folgte.
                  Dort sahen sie, dass jemand einen Becher Milch gebracht hatte. Da befahl der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei: »Rufe die Leute aus dem Hof (Ehl-i Suffe) herbei!« Ich dachte in meinem Herzen: »Ich könnte die ganze Milch austrinken. Ich benötige sie noch dringender.« Doch um des Befehls des Propheten willen, rief ich sie, versammelte sie. Es waren ihrer mehr als hundert. Da gab er Weisung: »Gib ihnen zu trinken!« So gab ich denn einem nach dem anderen von der Milch zu trinken. Jeder einzelne von ihnen trank solange, bis er genug hatte; dann gab ich dem nächsten davon. So tranken sie einer nach dem anderen. Alle Ehl-i Suffe tranken von dieser lauteren Milch. Danach wies er mich an:

                  »Der Rest ist für dich und für mich. Trink!«

                  So trank ich denn und er befahl mir: »Trink nur, trink!« bis ich sagte: »Ich schwöre dir bei dem Herrn der Herrlichkeit, der dich mit der Wahrheit gesandt hat, dass ich nicht mehr im Stande bin, noch mehr zu trinken.« Da nahm er selbst, sagte: »Im Namen Gottes!« dankte und trank den Rest. * Möge es ihm hunderttausend Mal gesegnet sein!
                  So ist denn dieses unverfälschte, zweifelsfreie, unbestreitbare Wunder der Segensfülle, rein und lauter wie die Milch selbst, wie es in den Sechs Zuverlässigen Büchern und allen voran von Hasret Buchari berichtet wird, der fünfhunderttausend Hadithe auswendig wusste, so sicher als habe man es mit eigenen Augen gesehen. Wer als Moslem einen solchen Bericht, wie er von Abu Huraira überliefert wird, der ein berühmter und treu ergebener Schüler und Hafis der Suffe in der geheiligten Medresse Ahmeds (ASM) war und gleichsam alle Leute der Suffe als Zeugen anführt, so als ob er sie alle repräsentiere, nicht für ebenso sicher hält, wie es allgemeiner Überlieferung entspricht, der müsste entweder in seinem Herzen verdorben sein, oder aber keine Vernunft besitzen. Ja wäre es denn überhaupt möglich, dass jemand, so vertrauensvoll wie Abu Huraira, der sein ganzes Leben der Hadith und dem Glauben geweiht hatte, der die Hadith:

                  »Wer immer absichtlich eine Lüge über mich erdichtet, der bereite sich auf seinen Platz in der Hölle vor.«

                  Eine wichtige Anmerkung: Es ist ja bekannt, dass schwache Dinge, miteinander verbunden, einander stärken. Dünne Fäden, miteinander versponnen, bilden ein starkes Seil. Starke Seile, miteinander verflochten, kann keiner zerreißen. So haben wir denn von fünfzehn Arten Wundern nur solche, die sich mit einer wunderbaren Vermehrung befassen, und von dieser Art wiederum, nur eine von fünfzehn Unterarten anhand von sechzehn Beispielen dargestellt. Jedes Beispiel, für sich betrachtet, wäre allein schon beweiskräftig genug gewesen, das Prophetentum zu bestätigen. Selbst einmal den unmöglichen Fall angenommen, wir würden einige von ihnen nur für ein schwaches Beispiel halten, könnte man ein solches dennoch nicht ein schwaches Beispiel nennen, denn wenn es mit beweiskräftigen verbunden wird, gewinnt es an Stärke.
                  Zudem stellen diese sechzehn Beispiele in ihrer Gesamtheit durch ihre sinngemäße, absolut zweifelsfreie Übereinstimmung ein einziges, beweiskräftiges, bedeutsames Wunder dar. Fasst man nun aber mit diesem einen, bedeutsamen Wunder die übrigen vierzehn, nicht erwähnten Unterarten einer wunderbaren Vermehrung zusammen, so entsteht daraus ein überaus großes Wunder, das einem starken Tau gleicht, welches man unmöglich zerreißen kann. Füge nun zu diesem übergroßen Wunder die anderen vierzehn Arten Wunder hinzu, dann siehe, welch ein beweiskräftiges, unerschütterlich sicheres Zeugnis für das Prophetentum Ahmeds (ASM) nun sichtbar wird! So ist denn die Säule, die das Prophetentum Ahmeds (ASM) stützt, eine Säule, so stark wie ein Berg, gebildet aus dieser (oben dargestellten) Zusammenfassung. Daraus magst du jetzt ersehen, was für ein Unverstand es ist, einen derart solide abgestützten Kuppelbau (mit den Wundern als Säulen und dem Prophetentum als Dach – A.d.Ü) aufgrund von angezweifelten Beispielen und missverstandenen Einzelheiten als schwankend und baufällig zu betrachten.
                  In der Tat erweisen es diese (oben dargestellten) Vermehrungswunder: Mohammed-i Arabi, mit dem Friede und Segen sei, ist der Geliebte und Beauftragte des Allbarmherzigen und Freigiebigen Herrn, der allen ihre Versorgung verleiht und ihre Versorgung (vermehrt und) erschafft. Er ist Sein hochgeehrter Diener und Verehrer, dem Er aus dem Nichts, allein aus dem Unsichtbaren und entgegen allem Gewohnten, mit verschiedenen Speisen das Mahl bereitet. Es ist ja bekannt, dass die Halbinsel Arabien ein Landstrich ist, wo das Wasser und der Ackerboden rar sind. Darum waren seine Bewohner und besonders zu Beginn der islamischen Zeit die Sahabis einer Nahrungsmittelknappheit ausgesetzt, zusätzlich zu dem Wassermangel, von dem sie so häufig betroffen waren. So ereigneten sich denn auch aus diesem Grunde die bedeutendsten unter den offensichtlichen Wundern Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, in Verbindung mit Essen und Trinken. So gelten denn diese Wunder, mehr als nur ein Zeugnis und ein Wunder zur Bestätigung seines Prophetentums in einer Notlage, als ein Hulderweis Gottes, eine Gabe des Herrn, ein Gastmahl des Allerbarmers für den Ehrenwerten Botschafter, mit dem Friede und Segen sei. Denn die diese Wunder gesehen haben, haben sein Prophetentum bestätigt. Aber wenn ein Wunder in Erscheinung trat, mehrte es ihren Glauben. Licht über Licht!

                  #801232
                  Anonim

                    Achter Hinweispunkt

                    Erklärt einen Teil der Wunder, die mit dem Wasser in Verbindung stehen.

                    Einleitung:
                    Es ist ja bekannt, dass die Richtigkeit von Geschehnissen, die sich in einer Gemeinschaft ereignet haben, insoweit sie nur von einer einzigen Quelle (ahadi) überliefert wurden und insofern dabei kein Widerspruch erfolgte, dennoch als erwiesen gilt. Denn es liegt im Wesen (fitrat) des Menschen, eine Lüge Lüge zu nennen und entspricht seinem natürlichen Interesse. Handelt es sich dabei insbesondere um Sahabis, die mehr als andere Leute vor einer Lüge nicht schweigen, und bezieht sich dann dieses Ereignis noch dazu auf den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und ist dann auch noch der, welcher es überliefert, unter den Sahabis besonders bekannt, so wird dieser eine, welcher die Kunde überliefert, diese ganz sicher als ein Vertreter dieser Gemeinschaft weitergeben, die das Ereignis gesehen hat.
                    Was nun die Wunder betrifft, bei denen es um Wasser geht und die wir nun hier behandeln wollen, so ist ein jedes Beispiel, das wir hier anführen werden, über viele Kanäle, durch die Hände vieler Sahabis gegangen und von Tausenden Tabiine (= den Schülern der Sahabis) wiederum zur Hand genommen worden und diese haben es wiederum unversehrt den Händen der Mutschtehidine (d.h. ihren Schülern) im zweiten Jahrhundert d.H. übergeben. Auch diese haben es wiederum mit großem Ernst und aller Ehrerbietung als authentisch übernommen und es den Händen der Muhaqqiqin (Forscher) im nächstfolgenden Jahrhundert tradiert. So sind sie denn alle durch viele tausend zuverlässiger Hände gegangen, bis sie schließlich am Ende auch unser Jahrhundert erreichten. In der Tat wurden die Bücher mit den Ahadith unversehrt weitergereicht, bis sie in die Hände solch genialer Imame auf dem Gebiete der Ahadith (ilm-i hadith) wie Buchari und Moslim gelangten. Diese haben dann solche, deren Richtigkeit zweifelsfrei war, nach genauer Erforschung und Einteilung nach Abstufungen gesammelt, uns in ihnen unterrichtet und sie uns so übermittelt.

                    »Möge Gott sie dafür überreichlich belohnen!«

                    So ist es denn eine allgemeine Überlieferung, dass den Fingern des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, Wasser entströmte und er sehr vielen Menschen davon zu trinken gegeben hat. So wurde es von einer Gemeinschaft überliefert, deren Übereinstimmung in einer Lüge unmöglich ist. Diese Wunder sind überaus sicher. Sie haben sich z.B. drei Mal in drei sehr großen Gemeinschaften wiederholt. Eine Anzahl sehr vieler zuverlässiger Leute, wie vor allem Buchari, Moslim, Imam Malik, Imam Shu’ayb und Imam Qatada überliefern aufgrund von sicheren und zuverlässigen Berichten von einer Anzahl berühmter Sahabis, wie vor allem Hasret Ennes, einem Diener des Propheten, Hasret Djabir, Hasret ibn Mes’ud, dass Wasser in Mengen von seinen Fingern strömte und er es dem Heere zu trinken gab. Wir wollen hier nur neun von sehr vielen Beispielen dieser Art Wasserwunder anführen.

                    Erstes Beispiel: In zuverlässigen Büchern, besonders von Buchari und Moslim, wird von Hasret Ennes aus zuverlässiger Quelle berichtet: Hasret Ennes erzählt: »Wir waren unserer dreihundert Mann mit dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, in der Gegend von Saura. Da befahl er uns, die Waschungen für das Nachmittagsgebet zu vollziehen. Wir hatten aber kein Wasser mehr dafür. Da ordnete er an, ihm ein klein wenig Wasser zu bringen, was wir auch taten. Er tauchte seine gesegneten Hände hinein. Darauf sah ich, wie seinen Fingern Wasser wie ein Brunnen entströmte. Seine dreihundert Mann kamen herbei, vollzogen alle die Waschungen und tranken.« *
                    So erzählt uns denn Hasret Ennes dieses Beispiel stellvertretend für dreihundert Leute. Ja wäre es denn möglich, dass diese dreihundert Mann an diesem Bericht nicht innerlich Anteil genommen hätten, oder aber, falls sie davon Abstand genommen hätten, ihm nicht auch widersprochen hätten?

                    Zweites Beispiel: Die Zuverlässigen Bücher, vor allem aber Buchari und Moslim berichten: Hasret Djabir ibn Abdullah al-Ansari erzählt: »Wir, tausendfünfhundert Leute in der Schlacht von Hudeybiya, waren durstig geworden. Da bediente sich der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, eines ledernen Wassersackes, Qirba genannt, um sich zu waschen (Abdest). Sodann tauchte er seine Hand hinein. Nun sah ich, wie seinen Fingern Wasser wie ein Brunnen entströmte… Tausendfünfhundert Leute tranken davon und füllten auch ihre eigenen Wassersäcke daraus.« Salim ibn Abil Dja’d fragte einmal Djabir: »Wieviele Leute wart ihr?« Djabir gab ihm zur Antwort: »Wären es auch hunderttausend gewesen, hätte es für sie gereicht. Doch wir waren fünfzehnhundert (also: tausendfünfhundert).« *
                    So sind es denn sinngemäß bis zu tausendfünfhundert, die dieses offensichtliche Wunder überliefern. Denn die menschliche Natur hat den Wunsch und die Neigung, eine Lüge eine Lüge zu nennen. Was aber die Sahabis betrifft, so wäre es bei ihnen, nachdem sie um der Wahrheit und Aufrichtigkeit willen Leib und Leben, Haus und Hof, Hab und Gut, Vater und Mutter, Volk und Vaterland geopfert hatten, unmöglich gewesen, dass sie trotz der Warnung (ausgesprochen in) der Ehrwürdigen Überlieferung (hadithi sherif): »Wer immer absichtlich eine Lüge über mich erdichtet, der bereite sich auf seinen Platz in der Hölle vor.« einer Lüge gegenüber geschwiegen hätten. Da sie aber geschwiegen haben, so bedeutet dies, dass sie an diesem Bericht innerlich Anteil genommen, ihn angenommen und bestätigt haben.

                    Drittes Beispiel: Von der Schlacht bei Buvat berichten die Zuverlässigen Bücher und wiederum besonders Buchari und Moslim. * Hasret Djabir erzählt:
                    Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, befahl:

                    »Rufe (die Leute) zu den Waschungen (abdest)!«

                    Man sagte ihm: »Es gibt kein Wasser.« Da entgegnete der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei: »Dann sucht ein wenig Wasser!« Man brachte ihm ein ganz klein wenig Wasser. Da breitete er seine Hände über dieses bisschen Wasser, trug etwas vor, was ich nicht verstehen konnte und befahl sodann:

                    »Bringt den großen Wassertrog der Truppe herbei!«

                    Man brachte ihn mir und ich stellte ihn vor den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, hin. Da hielt er seine Hände hinein und öffnete sie. Ich aber goss das bisschen Wasser über seinen gesegneten Händen aus. Und siehe: seinen gesegneten Fingern entströmte eine große Menge Wassers. Der Trog wurde voll. Ich rief alle herbei, die Wasser brauchten und alle kamen, nahmen Abdest und tranken. Als ich sagte: »Es ist keiner mehr übrig geblieben.« hob er seine Hände auf und der Trog blieb noch gefüllt bis zum Rand.
                    So ist denn dieses offensichtliche Wunder Ahmeds (ASM) dem Sinne nach allgemein überliefert. Denn da Hasret Djabir in dieser Angelegenheit an erster Stelle fungiert, war es auch sein Recht, als erster davon zu erzählen. Und er berichtet darüber im Namen aller. Denn er war damals derjenige, der den Dienst versah. Also war es auch sein Recht, vor allen anderen davon zu verkünden. Auch Ibn Mes’ud berichtet in gleicher Weise: »Ich sah, dass den Fingern des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, Wasser entströmte.« * Ja wäre es denn möglich, dass eine Gruppe ganz bekannter, getreuer Sahabis, wie Ennes, Djabir oder Ibn Mes’ud sagen könnte: »Ich habe das gesehen.« und hätte es nicht gesehen?
                    Fasse nun diese drei Beispiele zusammen und erkenne daraus die Beweiskräftigkeit des Berichtes über ein so offensichtliches Wunder! Denn wenn man einen solchen Bericht aus drei verschiedenen Quellen zusammensetzt, so erhält man einen zuverlässigen Beweis dafür, dass seinen Fingern Wasser entströmte, der einer detaillierten Übereinstimmung (hakiki tevatur) gleichkommt. Wenn Hasret Musa (Moses), mit dem der Friede sei, einem Felsen aus zwölf Quellen gleich Brunnen Wasser entströmen ließ, so kann dies nicht die gleiche Bedeutung erlangen, wie das Wasser, das den zehn Fingern des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, gleich zehn Wasserhähnen entströmte. Denn es ist zwar möglich, dass einem Felsen Wasser entspringt, wofür sich Beispiele im alltäglichen Leben finden, dass jedoch Fleisch und Bein Ströme von Wasser wie Kauthar (= der Strom im Paradies) entspringen, dafür gibt es im Alltag kein Beispiel.

                    Viertes Beispiel: Neben anderen berichtet uns vor allem auch Imam Malik in seinem bekannten Buch »Muvatta« * von Mu’adh ibn Djebel, einem berühmten Sahabi, dass Hasret Mu’adh ibn Djebel erzählt:
                    Während der Schlacht bei Tabuk kamen wir an einen Brunnen. Daraus floss ein Rinnsal dünn wie ein Bindfaden. Da befahl der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei: »Sammelt etwas Wasser!« Sie sammelten ein wenig davon in ihren Händen. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, wusch seine Hände und sein Gesicht. (Den Rest) Wasser schütteten wir in den Brunnen (wieder zurück). Da öffnete sich plötzlich der Auslass des Brunnens. (Das Wasser) floss in Strömen und reichte für das ganze Heer.
                    Imam Ibn Ishaq sagt sogar: Das Wasser des Brunnens verursachte unter der Erde ein Getöse wie Donnergrollen. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, sagte zu Hasret Mu’adh:

                    »Dieses durch ein wunderbares Geschehen hervorgerufene Wasser wird weiter strömen und diese Gegend hier in Gärten verwandeln. So weit du es erleben kannst, wirst du das noch sehen.«

                    Und so geschah es.

                    Fünftes Beispiel: Von Hasret Bera berichtet vor allem Buchari und von Hasret Salama ibn Equa berichtet Moslim und auch andere Zuverlässige Bücher erzählen übereinstimmend von noch weiteren Überlieferern:
                    Während der Schlacht von Hudeybiya kamen wir zu einer Zisterne. Wir waren vierhundert Leute. Das Wasser in der Zisterne reichte jedoch nur für fünfzig Leute. Wir schöpften das Wasser aus und ließen nichts mehr darinnen. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, kam, setzte sich auf den Brunnenrand und bat um einen Eimer Wasser. Wir brachten ihm einen. Er tat ein wenig Speichel aus seinem gesegneten Munde hinein und sprach ein Gebet. Dann leerte er den Eimer in die Zisterne aus. Sofort brauste das Wasser in der Zisterne auf, rauschte empor und füllte sie bis zum Rand. Das ganze Heer trank mit allen Tieren daraus;* und sie füllten auch noch ihre Wassersäcke.

                    Sechstes Beispiel: Und wiederum berichten Zuverlässige Bücher, besonders solche von so hervorragenden Imamen der Hadith-Forschung wie Moslim und Ibn Dscherir at-Tabari, aus authentischer Quelle von dem berühmten Abu Qatada, dass Abu Qatada erzählte:
                    Als in der berühmten Schlacht von Muta die Führer gefallen waren, eilten wir zu Hilfe. Ich hatte einen Wassersack bei mir. Da gab der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, die Anweisung:

                    »Hebe deinen Wassersack gut auf! Wir werden ihn noch dringend brauchen.«

                    Dann kam der Durst. Wir waren zweiundsiebzig Leute (nach der Überlieferung von Taberi waren es dreihundert Leute) und wir hatten Durst. Da sagte der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei: »Bring deinen Wassersack!« Ich brachte ihn. Er nahm ihn und brachte dessen Öffnung an seinen Mund. Ob er hineingeblasen hat oder nicht, weiß ich nicht. Doch dann kamen die zweiundsiebzig Leute, tranken, füllten ihre Wassersäcke. Zum Schluss nahm ich ihn wieder: er war geblieben wie gegeben. *
                    Siehe nun dieses offensichtliche Wunder Ahmeds (ASM) und sprich:

                    »Oh Gott, schenke nach der Anzahl der Wassertropfen ihm und seiner Familie Friede und Segen.«

                    Siebentes Beispiel: Die Zuverlässigen Bücher, vor allem Buchari und Moslim berichten von Hasret Imran Ibn Huseyn, dass Imran erzählt:
                    Während einer Reise gingen dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und auch uns das Wasser aus. Da gab er Ali und mir Anweisung: »An einem bestimmten Ort geht eine Frau mit ihrem Lasttier, das zwei Säcke Wasser geladen hat. Geht und bringt sie mir her.« Ali und ich gingen, fanden die Frau mit ihren Wassersäcken an dem bezeichneten Ort und brachten sie ihm. Nun befahl er: »Füllt etwas Wasser in ein Gefäß!« Das taten wir. Er betete um den Segen. Daraufhin gossen wir das Wasser wieder in den Sack des Tieres zurück. Sodann erteilte er die Anordnung: »Es soll ein jeder herbeikommen und seinen Wassersack füllen.« Die ganze Truppe kam herbei. Alle füllten ihre Wassersäcke und jeder trank. Sodann wies er sie an: »Macht eine Sammlung für die Frau!« Da füllten sie ihre Schürze. Imran erzählt weiter: Ich bemerkte, wie das Wasser langsam die beiden Säcke wieder füllte, ja sogar noch mehr wurde. Nun wandte sich der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, zu der Frau mit den Worten:

                    »Du magst nun gehen. Wir haben dir nichts von dem Wasser genommen, vielmehr hat Gott der Gerechte uns aus Seinem Speicher damit getränkt.« *

                    Achtes Beispiel: Es wird von Erzählern, besonders so berühmten wie Ibn Hasm in seinem Buche von Hasret Omar folgendes berichtet:Während der Schlacht bei Tebuk ging uns das Wasser aus. Ja einige schlachteten sogar schon ihre Kamele und tranken in ihrem Durst deren Inneres. Da bat Abu Baqr asSiddiq den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, um sein Gebet. Da erhob der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, seine Hände (zum Gebet) und noch bevor er sie wieder gesenkt hatte, zogen sich Wolken zusammen und es strömte eine solche Menge Regen herab, dass wir unsere Wassersäcke füllen konnten. Unser Heer hatte seinen Anteil erhalten, als sich die Wolken verzogen, ohne unser Gebiet zu verlassen.*
                    Dies also heißt, dass es sich nicht um einen Zufall gehandelt hatte, sondern einzig ein Wunder Ahmeds (ASM) gewesen war.

                    Neuntes Beispiel: Aus zuverlässiger Quelle wird berichtet, dass vier Imame, Hadith-Forscher, von Amr ibn Schu’ayb, einem Nachkommen des berühmten Abdullah ibn Amr ibn As erzählen: Vor dem Prophetentum ritt der Ehrenwerte Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, mit seinem Onkel Abu Talib auf einem Kamel. Als sie zu einem Ort namens Dhil Hidschas kamen, sagte Abu Talib: »Ich habe Durst.« Da stieg der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, ab und stampfte mit seinem Fuß auf den Boden. Abu Talib trank. *
                    Einer der Hadithforscher sagte: Dieses Ereignis liegt zwar noch vor seiner Berufung zum Propheten, aber trotz das es als Irhasat (= ein Zeichen aus der Zeit noch vor seiner Berufung) gilt, kann es dennoch als ein Wunder Ahmeds (ASM) betrachtet werden, weil noch nach tausend Jahren dort an dieser Stelle der Brunnen »Arafat« zu finden ist.
                    So wird denn von diesen neun Beispielen, auch wenn es sich dabei nicht um neunzig Beispiele handelt, dennoch auf neunzig verschiedene Weisen berichtet und uns so von diesen Wasser-Wundern Kunde gegeben. Die letzten beiden Beispiele sind nicht auf die gleiche überzeugende Weise überliefert worden, es gibt auch nicht viele Überlieferer, was jedoch das Wunder betrifft, das im achten Beispiel von Hasret Omar überliefert wird, so wird doch von Hasret Omar ein zweites Wunder in Zuverlässigen Büchern überliefert, und zwar vor allem von Imam Beyhaki und Hakim. Hasret Omar bat den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, um Regen zu beten, denn das Heer brauchte Wasser. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, erhob seine Hände. Plötzlich zogen sich Wolken zusammen, brachten den Regen und dem Heer so viel Wasser, wie es benötigte und verzogen sich wieder. *
                    So wie diese Erzählung das achte Beispiel bestätigt und mit Sicherheit beweist, so sagt selbst ein Forscher wie Ibn Djausi, einer der berühmten Gelehrten, der bei der Korrektur besonders anspruchsvoll war, der sogar viele Zuverlässige Überlieferungen als falsch betrachtete und zurückwies, über diese Erzählung, dass dies während der berühmten Schlacht von Bedr so geschah.

                    »Und er sandte euch Wasser vom Himmel, sodass ihr euch durch dieses reinigen könntet.« (Sure 8, 11)

                    Diese Ayah erklärt dieses Ereignis und bringt es zum Ausdruck. Da nun einmal diese Ayah auf dieses Ereignis verweist, bleibt an seiner Richtigkeit kein Zweifel mehr. Es geschah oftmals, dass plötzlich durch ein Gebet des Propheten Regen herabströmte, noch bevor er seine Hände wieder gesenkt hatte. Das ist schon für sich allein ein Wunder mit allgemeiner Übereinstimmung. Manchmal erhob er seine Hände, wenn er in der Moschee auf dem Minber (Kanzel) stand und es begann zu regnen, noch bevor er seine Hände wieder gesenkt hatte. Auch dies ist allgemein übereinstimmend überliefert.

                    #801233
                    Anonim

                      Neunter Hinweispunkt

                      Eine der Arten Wunder des Ehrewerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, war, dass die Bäume sich von ihrem Platz weg bewegten und zu ihm kamen. Dieses Wunder der Bäume ist genauso dem Sinne nach allgemein überliefert, wie die Wunder, bei denen seinen gesegneten Fingern Wasser entströmte. Es gibt verschiedene Formen und es wurde auch aus verschiedenen Quellen überliefert. In der Tat kann man sagen, dass die Nachricht darüber, dass ein Baum auf Befehl des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, seinen Platz verließ und zu ihm kam, offensichtlich allgemein übereinstimmend ist. * Denn von den berühmten Getreuen unter den Sahabis Hasret Ali, Hasret Ibn Abbas, Hasret Ibn Mes’ud, Hasret Ibn Omar, Hasret Ja’la Ibn Murra, Hasret Djabir, Hasret Ennes Ibn Malik, Hasret Bureyda, Hasret Ussama Bin Seyd und Hasret Geylan Ibn Salama hat jeder mit Sicherheit vom gleichen Baum-Wunder berichtet. Hunderte von Imamen unter den Tabiin haben solche Berichte von jedem der oben erwähnten Sahabis über ein Baum-Wunder erhalten, und zwar jedes Mal wieder aus einer anderen Quelle. Sie haben sie uns sozusagen in Form einer vielfach beweiskräftigen Übereinstimmung überbracht. So sind denn diese Baum-Wunder dem Sinne nach zuverlässige allgemeine Überlieferungen, an denen kein Zweifel möglich ist.
                      Wir wollen hier nun für dieses große Wunder einige Beispiele unter vielen anführen, so wie sie zuverlässig überliefert sind:

                      Erstes Beispiel: Vor allem Imam Madja Darini und Imam Beyhaki berichten aus authentischer Quelle von Hasret Ennes ibn Malik und zudem berichten Hasret Ali und Besas und Imam Beyhaki von Hasret Omar, dass die drei Sahabis gesagt haben:
                      Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, stand noch unter dem Eindruck des Widerspruchs von Seiten der Ungläubigen und war deswegen betrübt. Da sagte er:

                      »Oh Herr, gib mir ein Zeichen, sodass es danach niemanden mehr geben wird, der mir noch widerspricht!«

                      Nach der Überlieferung von Ennes war der Erzengel Gabriel da. Ein Baum wuchs an einem Hang. Auf Anweisung des Erzengels Gabriel rief der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, diesen Baum zu sich. Dieser kam und als er zu ihm sagte: »Geh!« ging er wieder zurück und verwurzelte sich erneut.

                      Zweites Beispiel: In dem Buch »Schifa esh-Sherif« berichtet Qadi Iyas, ein Gelehrter aus dem Westen, aufgrund einer Reihe von Überlieferern von hohem und höchstem Rang, einer richtigen und zuverlässigen Quelle: *
                      Hasret Abdullah Ibn Omar erzählt: Einmal kam ein Beduine zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Er fragte ihn:

                      »Wohin gehst du?«

                      Der Beduine antwortete ihm: »Zu meiner Familie.« Er sagte ihm:

                      »Willst du nicht besseres als dies?«

                      Der Beduine entgegnete ihm: »Was ist es?« Er sagte ihm:

                      »Gib Zeugnis, dass es keinen Gott außer Allah gibt, den Einzigen, der keinen Partner hat. Wahrlich, Mohammed ist Sein Diener, Sein Verehrer und Sein Gesandter.«

                      Der Beduine entgegnete ihm: »Welches ist der Beweis für dieses Zeugnis?« Er sagte ihm:

                      »Der Baum an jenem Abhang wird dieses Zeugnis ablegen.«

                      Ibn Omar sagt: »Der Baum schüttelte sich, brach die Erde auf und näherte sich dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Drei Mal forderte der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, ihn auf, die Schehada (= das Zeugnis) abzulegen. Jedes Mal bezeugte der Baum seine Richtigkeit. Dann gab er ihm erneut Befehl. Der Baum ging und verwurzelte sich wieder. * Hasret Bureyde Ibn Hasib Al-Eslemi sagt: »Als wir einmal bei dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, waren, kam einmal ein Bauer und verlangte ein Zeichen, also ein Wunder. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, befahl ihm:

                      »Sprich zu diesem Baum: Der Gesandte Gottes ruft dich!«

                      Er zeigte auf einen Baum. Der Baum schwankte nach rechts und links, zog seine Wurzeln aus der Erde, begab sich in die Gegenwart des Propheten und sagte zu ihm:

                      »Friede sei mit dir, oh Gesandter Gottes!«

                      Sodann sagte der Bauer: »Er soll wieder zurück an seinen Platz gehen!« Er befahl es ihm und der Baum begab sich zurück an seinen Platz. Da sagte der Bauer: »Erlaube mir, mich vor dir niederzuwerfen!« Er entgegnete ihm: »Das ist niemandem erlaubt.« Da sagte er: »So möchte ich denn deine Hände und Füße küssen.« Dies erlaubte er ihm. *

                      Drittes Beispiel: Die Zuverlässigen Bücher, vor allem das Buch von Moslim, berichten: Djabir sagt: Einmal befanden wir uns mit dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, auf einer Reise. Da suchte er einen Platz, um seine Notdurft zu verrichten. Es gab aber dort kein Fleckchen, um sich dorthin zurückzuziehen. Da begab er sich zu zwei Bäumen. Er ergriff den einen an einem Ast und zog an ihm. Der Baum gehorchte ihm und ging mit ihm. Er brachte ihn zu dem anderen Baum. So wie ein gehorsames Kamel am Zügel geführt folgt, so brachte er die beiden Bäume zueinander. Dann sagte er zu ihnen:

                      »Vereinigt euch über mir, mit Gottes Erlaubnis!«

                      Da vereinigten sich die beiden miteinander und bildeten einen Schirm. Nachdem er hinter ihnen seine Notdurft verrichtet hatte, gab er ihnen einen Befehl und sie kehrten an ihren Ort zurück. * Nach einer anderen Überlieferung erzählt wiederum Hasret Djabir:
                      Er hat mir befohlen:

                      »Oh Djabir! Sage zu diesen Bäumen: Der Gesandte Gottes spricht zu euch: Vereinigt euch miteinander, damit er sich hinter euch beiden niedersetzen kann.«

                      Ich sagte es so. Da vereinigten sie sich. Während ich noch wartete, kam plötzlich der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, wieder hervor. Er gab mit seinem Kopf ein Zeichen nach rechts und links. Da kehrten die beiden Bäume an ihre Plätze zurück. *

                      Viertes Beispiel: Nach einer zuverlässigen Überlieferung erzählte Usama bin Seyd, der einer von den tapferen Kommandanten und gleichzeitig ein Diener des Ehrenwerten Gesandten war: Auf einer Reise waren wir mit dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, zusammen. Für seine Notdurft gab es keinen einsamen, abgeschirmten Platz. Er fragte mich:

                      Ich entgegnete ihm: »Ja, die gibt es.« Da befahl er, indem er sagte:

                      »Sprich zu diesen Bäumen: Vereinigt euch für die Notdurft des Gesandten Gottes! Und sprich zu den Felsen: Versammelt euch wie eine Mauer.«

                      Da ging ich und sprach so. Ich schwöre, dass die Bäume sich vereinigten und die Steine eine Mauer bildeten. Nachdem der Ehrenwerte Gesandte seine Notdurft verrichtet hatte, gab er wiederum Befehl:

                      »Sage zu ihnen, dass sie sich wieder voneinander trennen sollen.«

                      Ich schwöre bei dem Herrn in Seiner Majestät, in dessen Macht meine Seele liegt: Die Bäume und Steine trennten sich und kehrten an ihre Plätze zurück. * Diese beiden Berichte, die Hasret Djabir und Ussama überliefern, erzählen in ähnlicher Weise auch Ja’la Ibn Murra, Ghayla Ibn Salama asSaqafi und Hasret ibn Mes’ud von der Schlacht bei Huneyn.

                      Fünftes Beispiel: Imam Ibn Furek, der berühmteste Gelehrte seiner Zeit, der als Zeichen seiner Fähigkeiten bei der Koranexegese und wegen seiner Tugenden »der zweite Schafi« genannt wurde, berichtet mit Sicherheit: Während der Schlacht von Taif schlief der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, einmal nachts auf dem Pferde reitend ein. In diesem Zustand ritt er auf einen Baum zu. Da öffnete ihm der Baum einen Weg, indem er sich entzwei teilte, um das Pferd nicht zu verletzen. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, ritt mit seinem Reittier mitten durch ihn hindurch. Bis in unsere Tage verharrte dieser Baum so in Ehrerbietung in seinen zwei Stämmen. *

                      Sechstes Beispiel: Hasret Ja’la* berichtet aus zuverlässiger Quelle: Auf einer Reise kam ein Baum, der Talha oder auch Samura genannt wird. Er umwandelte den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, verehrungsvoll und kehrte dann wieder an seinen Platz zurück. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, sagte:

                      »Dieser Baum bat Gott den Gerechten um die Erlaubnis, mich zu grüßen.«

                      Siebentes Beispiel: Die Hadith-Gelehrten berichten aus authentischer Quelle von Ibn Mes’ud: Ibn Mes’ud sagte: In einem Ort namens Batn Nahl kamen eines Tages die Dschinnen von Nussaybin zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, um den Islam anzunehmen. Da meldete ein Baum ihre Ankunft. Außerdem überliefert Imam Mudschahid zu diesem Bericht von Ibn Mes’ud, dass diese Dschinnen ein Zeichen wollten. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, befahl einem Baum, der kam aus seinem Platz im Boden heraus zu ihm. Danach kehrte er wieder an seinen Platz zurück. *
                      Also genügte für diese Gruppe von Dschinnen schon ein einziges Wunder. Wenn demnach ein Mensch, der von tausenden Wundern gleich diesem Wunder vernommen hat, dennoch nicht zum Glauben gelangt, würde der etwa nicht noch teuflischer sein als die Teufel unter den Dschinnen, die sagten:

                      »Es sagte einer der Toren unter uns eine Unwahrheit gegen Gott.« (Sure 72, 4)

                      Achtes Beispiel: Tirmidhi berichtet aus authentischen Quellen von Hasret Ibn Abbas. Ibn Abbas sagt:
                      Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, sagte einmal einem Beduinen:

                      »Wenn ich diesen Ast an diesem Baum rufe, und wenn er zu mir kommt, würdest du dann den Glauben annehmen?«

                      Der antwortete: »Ja!« Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, rief ihn. Der Ast löste sich aus der Krone des Baumes und kam zu ihm gesprungen. Danach befahl er ihm erneut. Da ging er wieder zurück an seinen Platz. *
                      So wie die oben angeführten acht Beispiele gibt es noch viele ähnliche Beispiele, welche uns aus unterschiedlichen Quellen überliefert worden sind. Es ist ja bekannt, dass sieben, acht Schnüre miteinander verflochten ein starkes Seil bilden. Dementsprechend sind solche Baum-Wunder, die von diesen so berühmten unter den getreuen Sahabis durch so verschiedenen Quellen überliefert worden sind, ebenso beweiskräftig wie eine sinngemäße, oder sogar eine tatsächliche allgemeine Übereinstimmung. Sie erhalten in der Tat die Form einer allgemeinen Überlieferung, wenn sie von den Sahabis in die Hände der Tabiine übergehen. Besonders die Zuverlässigen Bücher, wie Buchari, Moslim, Ibn Hibban und Tirmidhi bildeten und bewahrten eine Kette, die bis in die Zeit der Sahabis zurückreicht, so zuverlässig, dass in ihnen, z.B. in Buchari einen Bericht zu finden, gleichbedeutend ist, ihn direkt von den Sahabis zu hören.
                      Wenn also Bäume diesen Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, wie aus den obigen Beispielen zu ersehen ist, erkennen und seine Sendung bestätigen, ihn besuchen, ihn grüßen, seine Befehle hören und ihnen gehorchen, einige herz- und hirnlose Geschöpfe, die sich Menschen nennen, ihn aber nicht anerkennen, nicht an ihn glauben, würden sie dann, unbedeutend und wertlos wie ein Stück Holz, ja noch wertloser als ein vertrockneter Baum, nicht das Feuer (der Hölle) verdienen?

                      #801234
                      Anonim

                        [h=1]Zehnter Hinweispunkt[/h]
                        Hier handelt es sich um das Wunder von Haninu-l’Djis’, welches allgemein überliefert ist und die Baum-Wunder noch weiter bestätigt. Denn es unterstreicht in der Tat noch die oben angeführten Beispiele von Baum-Wundern und bekräftigt sie noch dazu, wenn in der Heiligen Moschee des Propheten ein vertrockneter Baumstumpf vor einer großen Gemeinschaft wegen einer vorübergehenden Trennung von Ahmed (ASM) zu weinen beginnt. Denn er war ja auch einmal ein Baum, ist von der gleichen Art. Aber es ist besonders in dieser Weise allgemein überliefert. Was die anderen Arten betrifft, so gehört jedes einzelne Wunder durch seine Gruppe zu den Überlieferungen allgemeiner Art. Viele erreichen einzeln für sich nicht den Grad einer eindeutigen Überlieferung.
                        Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, lehnte sich in der Tat gegen den trockenen Stumpf einer Dattelpalme, wenn er eine Hutba (Predigt) gab. Später wurde dann ein ehrwürdiger Minber errichtet und der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, bestieg diesen Minber, um seine Hutba zu beginnen. Während er noch sprach, begann der Palmstumpf zu weinen, so wie wenn ein Kamel stöhnt. Die ganze Gemeinde konnte es hören. Erst als der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, zu ihm hin ging, seinen Arm auf ihn stützte, ihm zusprach, ihn tröstete, hörte er wieder auf. Dieses Wunder Ahmeds (ASM) wird uns aus sehr vielen verschiedenen Quellen mit der Sicherheit einer Übereinstimmung überliefert.
                        Dieses Wunder, Haninu-l’Djis’, ist in der Tat weithin bekannt und berühmt und seine Überlieferung ist eindeutig. * Die führenden Persönlichkeiten unter den Sahabis und ihre Gelehrten haben dieses Wunder über fünfzehn verschiedene Kanäle und durch hunderte von Imamen der Tabiine den nächsten Jahrhunderten berichtet. Berühmte Gelehrte aus dieser Gemeinschaft der Sahabis und führende Persönlichkeiten der Hadith-Überlieferungen wie Hasret Ennes Ibn Malik (ein Diener des Propheten), Hasret Djabir Bin Abdullah al-Ensari (ebenfalls ein Diener des Propheten), Hasret Abdullah ibn Omar, Hasret Abdullah Bin Abbas, Hasret Sahl Bin Sa’d, Hasret Abu Sa’id Al-Chudri, Hasret Ubeyy Ibn Al-Ka’b, Hasret Bureyda und die Mutter der Gläubigen, Hasret Ummu Salama haben der Islamischen Gemeinschaft (Ummah) von demselben Wunder berichtet, und zwar ein jeder von ihnen auf unterschiedlichem Wege. Auch die zuverlässigen Bücher, vor allem Buchari und Moslim haben den Jahrhunderten nach ihnen von diesem als zuverlässig überlieferten großen Wunder unter Angabe der Quelle berichtet.
                        So heißt es in der Überlieferung von Hasret Djabir: Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, pflegte, wenn er in der ehrwürdigen Moschee eine Hutba gab, an einen Palmstumpf, Djis’un-Nachl, gelehnt, zu predigen. Nachdem der ehrwürdige Minber (Kanzel) errichtet worden war, ging der Prophet zu diesem Minber. Doch da konnte der Palmstumpf nicht länger an sich halten und begann wie ein trächtiges Kamel laut aufstöhnend zu weinen. * In der Überlieferung von Hasret Ennes heißt es hier: Er stöhnte gleich einem Büffel, sodass die Moschee erzitterte. * In der Überlieferung von Sehl Ibn Sa’d heißt es: Auf sein Weinen hin, verbreitete sich dieses Weinen auch unter dem Volk. * In der Überlieferung von Hasret Ubeyy Ibn Al-Ka’b heißt es: Er weinte so sehr, dass er sich spaltete. * Wieder in einer anderen Überlieferung sagte der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei:

                        »Siehe, er weint über seine Trennung von dem Gedenken Gottes (dhikr).« *

                        Und wiederum in einer anderen Überlieferung sagte er:

                        »Hätte ich ihn nicht umarmt und getröstet, würde er bis zum Auferstehungstage weiter geweint haben.« *

                        In der Überlieferung von Hasret Bureyda heißt es: Als der Palmstumpf zu weinen begann, legte der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, seine Hand auf ihn und sagte zu ihm:

                        »Wenn du willst, werde ich dich wieder in den Garten zurückversetzen, in dem du gefällt worden bist. Deine Wurzeln werden treiben, deine Zweige sich entfalten und du wirst wieder Frucht tragen. Aber wenn du so willst, werde ich dich auch ins Paradies versetzen und die Freunde Gottes, die Heiligen werden von deinen Früchten essen.«

                        Dann hörte er, was der Palmstumpf sagte und auch die Leute hinter ihm, hörten, wie der Palmstumpf sprach:

                        »Pflanze mich ins Paradies, sodass die geliebten Diener Gottes, des Gerechten von meinen Früchten essen können. Außerdem ist dies ein Ort, wo es keinen Verfall gibt.«

                        Da sagte der Ehrenwerte Gesandte Gottes, mit dem Friede und Segen sei:

                        »Ich will es.«

                        Danach sagte er:

                        »Er hat die Welt der Ewigkeit der Vergänglichkeit vorgezogen.« *

                        Der berühmte Abu Ishaq Isfarani, einer der großen Imame der Theologie, überliefert: Der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, ist nicht zu dem Palmstumpf gegangen, vielmehr ist der Palmstumpf auf seinen Befehl zu ihm gekommen. Sodann hat er ihm befohlen. Da kehrte er wieder an seinen Ort zurück. * Hasret Ubeyy Ibn Al-Ka’b sagt: Nach diesem wunderbaren Ereignis hat der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, befohlen: »Dieser Palmstumpf soll unter den Minber gestellt werden.« Da wurde er unter den Minber gestellt, bis dieser bei der Renovierung der Moschee herausgenommen wurde. Da bewahrte ihn Hasret Ubeyy Ibn Al-Ka’b bei sich auf, bis er zerfiel. * Der berühmte Hasan Basri weinte immer, wenn er seine Schüler über dieses wunderbare Ereignis unterrichtete, und sagte jedes Mal: Ein Baumstumpf bezeigt dem Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, Liebe und Zuneigung. Ihr aber müsstet diese Liebe und Zuneigung noch weit mehr empfinden. * Das heißt für uns: Ja, und in der Tat ist Sehnsucht, Zuneigung und Liebe zu ihm nur im Gehorsam zu seiner Ssunna (Tradition) und seiner leuchtenden Scheriah (dem heiligen Gesetz) möglich.

                        Ein wichtiger Punkt: Man könnte vielleicht fragen: Warum wurde das Wunder, das sich bei der Grabenschlacht ereignete, jenes Speisewunder, bei dem tausend Mann mit vier Handvoll Nahrung gesättigt wurden, und jenes Wasser-Wunder, bei dem sich fünftausend Leute an dem Wasser satt tranken, das seinen gesegneten Fingern entströmte, nicht so ausführlich berichtet und über so viele Kanäle überliefert wie jenes Wunder von Hanin-i Djis’? Und dabei hatten sich doch jene beiden Wunder angesichts einer weit größeren Menge ereignet!
                        Antwort:
                        Die Wunder, die in Erscheinung treten, sind von zweierlei Art. Ein Teil von ihnen wurde als ein Beweis für sein Prophetentum gezeigt, manifestierte sich durch die Hand des Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Hanin-i Djis’ ist von jener Art, die einzig sich ereignete, um sein Prophetentum zu bestätigen, um dafür als Beweis zu dienen, um den Glauben der Gläubigen zu stärken, die Heuchler zu Aufrichtigkeit und Glauben zu führen und die Ungläubigen zum Glauben zu bekehren. Deswegen haben es alle Leute, einfache wie gebildete, gesehen und es wurde großer Wert darauf gelegt, die Kunde davon weithin zu verbreiten.
                        dWas jedoch die Wunder betrifft, die sich über Speise und Trank ereigneten, so sind sie mehr das Wunder eines Heiligen (keramet) als das eines Propheten (mu’djise), ja mehr ein Erweis göttlicher Huld (ikram), ja mehr ein Gastmahl des Allbarmherzigen angesichts einer Notlage. Deswegen liegt, obwohl Beweis für seinen Anspruch auf das Prophetentum und ein Wunder, ihre eigentliche Bedeutung darin: So wie Gott der Gerechte aus einem Dattelkern ein Batman Datteln erschafft, so bereitet Er auch, als das Heer hungrig ist, aus vier Handvoll seiner unsichtbaren Schatzkammer ein Gastmahl für tausend Mann und ebenso spendet Er einem Heer, das Durst hat, Wasser, das durch die Finger Seines großen Kommandanten wie Kauthar (der Strom des Paradieses) strömt. Es ist also aus diesem Grund (Sirr), dass jedes Beispiel eines Wunders über Speise und Trank nicht die Bedeutung von Haninu-l’Djis’ erreicht. Doch sind die verschiedenen Beispiele dieser beiden Arten Wunder in ihrer Gesamtheit ebenso zahlreich und mit einer solch allgemeinen Übereinstimmung überliefert wie Haninu-l’Djis’. Zudem konnte nicht ein jeder die Vermehrung der Speisen und den Wasserstrom von seinen Fingern sehen, sondern nur dessen Ergebnis (nämlich die vollen Gefäße – A.d.Ü). Das Stöhnen des Palmstumpfes jedoch konnte ein jeder hören. Deswegen fand die Kunde davon auch eine so weite Verbreitung.

                        Und weiter könnte man vielleicht fragen: Die Sahabis haben die Art und Weise des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, sich zu bewegen, sich auszudrücken und zu verhalten, mit vollendeter Sorgfalt in sich aufgenommen, bewahrt und weiter gegeben. Wie kommt es dann, dass so gewaltige Wunder nur aus zehn, zwanzig Quellen überliefert werden? Sie müssten aus hundert Quellen berichtet werden. Und wie kommt es, dass von Hasret Ennes, Djabir und Abu Huraira so viele, von Hasret Abu Bekr und Omar aber nur wenige berichtet werden?
                        Antwort: Die Antwort auf den ersten Teil der Frage wurde bereits im dritten Grundsatz des vierten Hinweispunktes behandelt. Nun aber, was den zweiten Teil der Frage betrifft: So wie ein Mensch, der eine Medizin benötigt, zu einem Arzt geht, oder, wenn er einen Bauplan braucht, zu einem Architekten geht und dann von seinem Architekten erzählt, oder aber die Behandlung von Gesetzesfragen von einem Mufti erbittet u.dgl., so waren auch unter den Sahabis zur Unterrichtung künftiger Generationen ein Teil der Gelehrten der Sahabis innerlich aufgerufen. Darum bemühten sie sich dann mit ganzer Kraft. Und tatsächlich hat Hasret Abu Huraira sein ganzes Leben dem Auswendiglernen der Ahadith gewidmet. Hasret Omar hat sich mit der Welt der Politik und der »Großen Nachfolge« (dem Kalifat) beschäftigt. Deshalb vertraute er solchen Persönlichkeiten wie Abu Huraira, Ennes und Djabir die Unterrichtung der Umma in den Ahadith an und überlieferte selbst nur wenige von ihnen. Wenn also nun in einem Bericht über ein Ereignis ein durchaus bekannter und zudem als treu, zuverlässig und aufrichtig erprobter Mann unter den gebildeten Sahabis als Quelle angeführt wird, so darf man sagen, dass dies genügt und es ist nicht mehr notwendig, noch einen weiteren als Quelle anzugeben. Deswegen auch werden einige, bedeutende Ereignisse nur durch zwei, drei Kanäle überliefert.

                        #801235
                        Anonim

                          Elfter Hinweispunkt

                          So wie der zehnte Hinweispunkt die Wunder des Propheten aufzeigt, die sich unter Bäumen ereignet haben, soll nun im elften Hinweispunkt gezeigt werden, welche Wunder des Propheten sich unter den unbelebten Dingen, wie Steinen, Felsen und Bergen ereignet haben. So wollen wir denn nun hier unter vielen, zahlreichen Beispielen, sieben, acht Beispiele anführen.

                          Erstes Beispiel: Hasret Qadi Iyad, der Gelehrte aus dem Westen, berichtet in seinem Buch »Heilige Genesung (Shifa ash-Sherif)« unter Angabe hochstehender Persönlichkeiten, desgleichen auch so bedeutende Imame wie Buchari aus zuverlässiger Quelle: Hasret Ibn Mes’ud, ein Diener des Propheten erzählt: Während wir mit dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, zusammen aßen, hörten wir, wie die Speisen Gott lobten und priesen. *

                          Zweites Beispiel: Aus zuverlässiger Quelle berichten die Zuverlässigen Bücher von Ennes und Abu Dharr: Hasret Ennes (ein Diener des Propheten) erzählt *: Wir befanden uns neben dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Da nahm er Steinchen in seine Hand. Sie begannen in seiner gesegneten Hand Gott zu loben und zu preisen. Sodann legte er sie Abu Baqr asSiddiq in die Hand und wiederum begannen sie ihr Tesbih. Eine Quelle gibt an, dass Abu Dharr el-Ghiffari * sagt: Danach gab er sie Hasret Omar in die Hand. Wieder begannen sie den Tesbih. Dann nahm er sie und legte sie auf die Erde. Sie schwiegen. Dann nahm er sie wieder auf und legte sie Hasret Othman in die Hand. Wieder begannen sie den Tesbih. Weiter berichten Hasret Ennes und Abu Dharr: »Er legte sie in unsere Hand und sie schwiegen.«

                          Drittes Beispiel: Einer zuverlässigen Überlieferung über Hasret Ali, Hasret Djabir und Hasret Ayshe esSiddiqa zufolge steht fest, dass Steine und Felsen zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, sagten:

                          »Friede sei mit dir, oh Gesandter Gottes!«

                          Eine andere Quelle überliefert von Hasret Ali (RA): »Wann immer wir zu Beginn seiner prophetischen Sendung mit dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, in der Gegend von Mekka umhergehend an Bäumen und Felsen vorüberkamen, sprachen sie:

                          »Friede sei mit dir, oh Gesandter Gottes!« *

                          Nach einer anderen Quelle sagt Hasret Djabir: Wenn der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, an Felsen und Bäumen vorüber kam, verneigten sie sich vor ihm (sie machten ihm einen Diener) * und sagten:

                          »Friede sei mit dir, oh Gesandter Gottes!«

                          Und nach wieder einer anderen Überlieferung von Hasret Djabir * sagte der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei:

                          »Ich weiß einen Stein, der mich grüßt.«

                          Einige sagen, er habe damit den Schwarzen Stein bezeichnet. Nach wiederum einer anderen Quelle hat Hasret Aysha erzählt:

                          »Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, sagte: Nachdem Gabriel mir die Botschaft überbracht hatte, ereignete es sich, dass ich an keinem Felsen oder Baum mehr vorüber kam, ohne dass dieser zu mir sagte: Friede sei mit dir, oh Prophet Gottes.« *

                          Viertes Beispiel: Aus zuverlässiger Quelle wird von Hasret Abbas * berichtet, dass der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, Hasret Abbas und seine vier Söhne (Abdullah, Ubeydullah, Fadl, Kussem) mit einem Überwurf, den man Mulaat nennt, bedeckte und über sie betete, indem er sagte:

                          »Oh Herr, dies ist mein Onkel. Behüte durch mich diese seine Söhne und bewahre sie vor dem Feuer, so wie ich sie jetzt mit diesem Überwurf bedecke.«

                          Da sagten das Dach, die Türe und die Wände des Hauses »Amin, Amin.« und schlossen sich sogleich dem Gebet an.

                          Fünftes Beispiel: Die Zuverlässigen Bücher, vor allem aber Buchari, Ibn Hibban, Davud, Tirmidhi berichten übereinstimmend von Hasret Ennes *, Abu Huraira *, Othman Sinnureyn *, Sa’id Ibn Seyd * (einer der zehn Glückseligen): Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, stieg zusammen mit Abu Baqr asSiddiq, Omaru-l’Faruq und Othman Sinnureyn auf den Berg Uhud. Der Berg Uhud erzitterte entweder aus Respekt vor ihrer Größe oder vor Freude. Da sagte der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei:

                          »Bleibe ruhig, oh Uhud! Denn auf dir steht ein Prophet, einer seiner Getreuen und zwei seiner Blutzeugen.«

                          Diese Hadith ist eine Voraussage aus dem Unsichtbaren, dass Hasret Omar und Othman Märtyrer werden würden. In Ergänzung zu diesem Beispiel wurde überliefert, dass der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, als er von Mekka nach Medina auswanderte und verfolgt von den Ungläubigen, auf einen Berg namens Sebir stieg. * Sebir aber sagte: »Oh Gesandter Gottes, steige wieder herab von mir! Denn ich habe Angst davor, dass Gott mich strafen wird, wenn Sie auf meinem Rücken fallen werden. Und davor fürchte ich mich.« Da aber entgegnete der Berg Hira:

                          »Oh Prophet Gottes, komm zu mir.«

                          Es ist aus diesem Grunde, dass Menschen mit Herz (= innerer Wahrnehmung) auf dem Berge Sebir eine Furcht verspüren, auf dem Berg Hira dagegen sich sicher fühlen.
                          Aus diesem Beispiel wird verständlich, dass auch diese großen Berge, jeder für sich, Diener und Verehrer Gottes sind, die Gott loben und preisen und ihm ergeben sind. Sie kennen den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, lieben ihn und sind nicht ohne einen Sinn und Nutzen.

                          Sechstes Beispiel: Aus zuverlässiger Quelle wird von Abdullah Ibn Omar * berichtet, er habe gesagt: Während der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, vom Minber die Hutba hielt, zitierte er die Ayah 39, 67:

                          »Sie haben Gott nicht recht eingeschätzt. Doch die Erde wird nur noch eine Handvoll sein am Tage der Auferstehung und die Himmel wird Er zusammengefaltet in Seiner Rechten halten.«

                          und er sprach:

                          »Siehe es rühmt der Allgewaltige sich selbst. Und Er sagt: Ich bin der Allmächtige, Ich bin der Allgewaltige, Ich bin der Hohe, der Erhabene.«

                          Als er dies sagte, erzitterte, schwankte und wankte der Minber so sehr, dass wir befürchteten, der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, würde von seinem Beben herunterfallen.

                          Siebentes Beispiel: Aus zuverlässiger Quelle wird von Hasret ibn Abbas, dem Lehrer der Umma und Sprachrohr des Qur’an, und von Ibn Mes’ud *, einem Diener des Propheten und großem Wissenschaftler unter den Sahabis berichtet, dass sie sagten:
                          Am Tage der Eroberung von Mekka gab es in der Kaaba und seiner Umgebung dreihundertundsechzig Götzen, die mit Blei an den Felsen befestigt waren. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, deutete mit seinem Krummstab auf jeden einzelnen Götzen von ihnen und sprach: *

                          »Es kam die Wahrheit und schwand was nichtig ist. Denn was nichtig ist, muss vergehen.« (Sure 17, 81)

                          Auf den er aber deutete, der stürzte zur Erde. Deutete er auf die Fratze des Götzen, stürzte der hintenüber, deutete er auf dessen Rücken, so fiel er aufs Gesicht usw. So purzelten sie alle herunter. *

                          Achtes Beispiel: Dies ist die berühmte Geschichte von dem berühmten Mönch Bahira. Noch vor seiner Berufung kam der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, einmal auf einer Handelsreise mit seinem Onkel, Abu Talib, und einigen anderen vom Stamme Qureysh nach Damaskus. Als sie in die Nähe der Kirche des Mönches Bahira kamen, ließen sie sich nieder. Da kam der Mönch Bahira *, der als Einsiedler nie mit den Menschen Umgang pflegte, plötzlich zu ihnen heraus. Er hatte in der Karavane Mohammed, den Vertrauenswürdigen (ASM) gesehen. Da sagte er zu der Gesellschaft: »Dieser ist der Erste der Schöpfung und wird ein Prophet werden.« Da fragten ihn die Qureyshis: »Woher weißt du das?« Der ehrwürdige Mönch entgegnete ihnen: »Als ich euch ankommen sah, erblickte ich über euch ein Wölkchen. Als ihr euch niederließet, bewegte sich die Wolke zu diesem Vertrauenswürdigen Mohammed (ASM) hin und spendete ihm Schatten. Außerdem sah ich noch: Die Felsen und Bäume verneigten sich vor ihm wie seine Diener. Dies aber tun sie nur vor den Propheten.« *
                          So gibt es denn vielleicht achtzig Beispiele ähnlich den oben angeführten acht Beispielen. Fügt man sie alle zueinander, so bilden sie miteinander ein unzerreißbares Seil. Was dieses Seil hält, vermag kein Zweifel mehr zu erschüttern. Diese Art Wunder als Ganzes betrachtet, d.h., dass unbelebte Dinge gesprochen haben, um seinem Anspruch, ein Prophet zu sein, als Beweis zu dienen, bringt die Sicherheit und Gewissheit einer sinngemäßen allgemeinen Übereinstimmung zum Ausdruck. Jedes Beispiel erhält durch die Beweiskraft des Ganzen eine zusätzliche Kraft, die noch stärker ist als die eigene Kraft.
                          In der Tat gewinnt eine schwache Säule, wenn sie gleichsam Schulter an Schulter neben andere, stärkere Säulen tritt, auch selbst noch an Festigkeit. Und ein schwacher Mann, wenn er als Soldat in ein Heer eintritt, erhält dadurch eine solche Macht, dass er (als General) tausend Mann herausfordern kann.

                          #801236
                          Anonim

                            Zwölfter Hinweispunkt

                            Folgende drei Beispiele stehen noch in Verbindung mit dem elften Hinweis, sind jedoch besonders wichtige Beispiele.

                            Erstes Beispiel:

                            »Nicht du warfst, als du geworfen hast, sondern Gott warf.« (Sure 8, 17)

                            Mit diesem unmissverständlichen Hinweis berichtet diese Ayah entsprechend den Nachforschungen aller Kommentatoren und Erklärungen aller Hadith-Forscher: Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, nahm eine Handvoll Erde mit Steinchen und schleuderte sie in das Gesicht des Heeres der Ungläubigen mit den Worten:

                            »Abscheulich ist sein Gesicht!« *

                            Sobald dieses Wort:

                            »Abscheulich ist sein Gesicht!«

                            in die Ohren eines jeden einzelnen drang, drang auch diese Handvoll Erde in die Augen eines jeden einzelnen Ungläubigen. Jeder war mit seinen Augen beschäftigt; und so flohen sie plötzlich mitten in ihrem Angriff.
                            Und weiter überliefern die Hadith-Gelehrten, vor allem Imam Moslim*: In der Schlacht von Huneyn warf er genauso wie bei Bedr, während die Ungläubigen bereits einen Sturmangriff liefen, wiederum eine Handvoll Erde, indem er ausrief:

                            »Abscheulich ist sein Gesicht!«

                            Sobald dieses Wort:

                            »Abscheulich ist sein Gesicht!«

                            in die Ohren eines jeden einzelnen drang, flog, mit der Erlaubnis Gottes, auch in eines jeden einzelnen Gesicht eine Handvoll Erde. Beschäftigt mit ihren Augen, flohen sie. So also liegen diese wunderbaren Vorfälle von Bedr und Huneyn nicht innerhalb gewöhnlicher Ursachen und des menschlichen Vermögens. Deshalb auch erklärt der Qur’an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist:

                            »Nicht du warfst, als du geworfen hast, sondern Gott warf.« (Sure 8, 17)

                            Das heißt, diese Vorfälle liegen außerhalb des menschlichen Vermögens. Sie ereigneten sich nicht durch Menschenkraft, sondern auf übernatürliche Weise durch die Allmacht Gottes.

                            Zweites Beispiel: Die zuverlässigen Bücher, vor allem Buchari und Moslim berichten: Während der Schlacht von Chaibar röstete eine Jüdin eine Ziege und versetzte sie mit einem besonders starken Gift. Dann schickte sie das dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Die Sahabis begannen mit dem Mahl. Plötzlich aber sagte er:

                            »Lasst eure Finger davon! Sie hat mir gerade Mitteilung gemacht, dass sie vergiftet ist.«

                            Jeder zog sofort seine Hände zurück. Doch infolge der starken Wirkung des Giftes verschied Bischr ibn Berra’, welcher, wenn auch nur einen Bissen, gegessen hatte. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, ließ die Frau, welche Seyneb hieß, kommen und fragte sie: »Warum hast du das getan?« Da antwortete ihm die Unheilbringerin: »Wenn du wirklich der Prophet bist, wird es dir nicht schaden. Wenn du jedoch ein König bist, so habe ich es getan, um die Menschen von dir zu befreien.« Nach einigen Überlieferungen hat er sie nicht dem Tode überliefert *, nach einigen anderen Quellen sehr wohl. Die Kommentatoren (ehli tahqiq) meinen, er habe sie nicht zum Tode verurteilt, sie jedoch der Familie Bischrs übergeben, welche sie dann zum Tode verurteilten. * Um aber nun bei diesem Wunder das Besondere des Geschehens aufzuzeigen, vernimm nun zwei, drei Gesichtspunkte:
                            Erstens: Es gibt eine Überlieferung, die besagt, dass die Worte, mit der diese Ziege Mitteilung machte, auch von einigen unter den Sahabis gehört wurden. *
                            Zweitens: Es gibt jedoch auch eine andere Überlieferung, nach welcher der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, nachdem er Mitteilung gemacht hatte, sagte: »Sagt: in Gottes Namen (bismi’llah!), dann esst! Dann wird das Gift nicht mehr wirken.« Diese Überlieferung, wird zwar von Ibn Hadschar Askalani nicht akzeptiert, von anderen jedoch sehr wohl.
                            Drittens: Wenn auch hinterhältige Juden dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und seinen nächsten Sahabis einen überraschenden Schlag versetzen wollten, so hatte doch ihre böse Absicht keinen Erfolg, wie die Entwicklung der Ereignisse der Nachricht entsprechend zeigt, die er plötzlich aus der unsichtbaren Welt erhalten hatte. Der Inhalt jener Kunde stellte sich als wahr heraus und ein jeder, der zu keiner Zeit erlebt hatte, dass sich eine Mitteilung vor den Augen der Sahabis als ihr Gegenteil herausgestellt hätte, kam zu einer festen Überzeugung, als er Mohammed (ASM) sagen hörte: »Die Aussage dieser Ziege teilt mir mit…«, so als habe ein jeder die Worte dieser Ziege mit eigenen Ohren gehört.

                            Drittes Beispiel: Drei Ereignisse, von denen jedes ein Wunder Ahmeds ist, die an die Wunder Mosis, mit dem Friede und Segen sei, erinnern, nämlich das mit der Weißen Hand und das mit seinem Stab:

                            Erstens: Imam Ahmed Ibn Hanbel zitiert nach Abu Sa’id al-Khudri * mit Quellenangabe:
                            Der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, gab in einer dunklen Regennacht Qatada Ibn Numan einen Stab und sagte: »Der soll dir gleich einer Lampe nach allen Seiten zehn Meter weit Licht spenden. Kommst du nach Hause, wirst du dort ein schwarzes Schattenwesen erblicken. Das ist der Satan. Wirf ihn aus dem Haus, vertreibe ihn!« Jener nahm den Stab und ging. Der spendete ihm Licht wie die Weiße Hand. So trat jener in sein Haus ein, sah dieses schwarze Wesen und trieb es hinaus.
                            Zweitens: Während der Großen Schlacht von Badr, welche eine Quelle einzigartiger Ereignisse ist, zerbrach das Schwert von Ukkasha Ibn Mihsan Al-Esedi im Kampf mit den Götzendienern. Da gab ihm der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, einen kräftigen Knüppel an Stelle seines Schwertes und sagte: »Kämpfe damit!« Plötzlich wurde aus dem Knüppel mit Gottes Erlaubnis ein langes, silberglänzendes Schwert. Mit ihm kämpfte er. Er trug es auch noch während seines Weiteren Lebens, bis er in der Schlacht von Jemame den Märtyrertod erlitt, an seiner Seite. * Dieses Ereignis gilt als sicher, denn Ukkasha war ein Leben lang stolz auf es, und dieses Schwert mit dem Namen »Helfer« wurde berühmt. So sind denn der Stolz von Hasret Ukkasha und sein Schwert mit dem Namen »Helfer«, berühmt über allen Schwertern, zwei Zeugnisse dieses Ereignisses.
                            Drittens: Ibn Abdu-l’Berr *, einer der großen Gelehrten seiner Zeit und zugleich ein großer Forscher überliefert unter Angabe der Quelle:
                            Während der Schlacht von Uhud zerbrach dem Abdullah Ibn Djahsch, einem Vetter des Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, im Kampf das Schwert. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, gab ihm einen Stock. Dieser Knüppel wurde in seiner Hand zu einem Schwert. Mit diesem kämpfte er weiter. Dieses Schwert, entstanden aus einer Wundertat, behielt seine Beständigkeit (Baqi). Der berühmte Ibn Seyyid an-Nas berichtet in einer Schrift darüber, dass Abdullah einige Zeit später dieses Schwert für zweihundert Lira an einen Mann namens Bughay Türki verkauft hat. *
                            So ist denn jedes dieser beiden Schwerter gleich einem Wunder wie der Stab Mosis. Dieser Stab Mosis jedoch behielt nach Mosis Tod nicht länger seine wundersame Eigenschaft. Jene aber erlangten Beständigkeit.

                            #801237
                            Anonim

                              Dreizehnter Hinweispunkt

                              Eine andere Art Wunder Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, die sowohl allgemein überliefert sind und von denen es zugleich auch sehr viele Beispiele gibt, ist die, dass viele Kranke und Verletzte durch seinen gesegneten Atem Genesung fanden. Diese Art Wunder Ahmeds (ASM) erhalten durch ihre Vielzahl den Charakter einer allgemeinen Übereinstimmung. Bei einem Teil von ihnen gelten auch einzelne wie allgemein überliefert. Was die übrigen betrifft, so erhalten sie, selbst wenn sie nur von einem einzigen überliefert wurden, dadurch, dass sie von kritisch betrachtenden Imamen und Hadith-Gelehrten angeführt und bestätigt wurden, gleichwohl die Kraft einer wissenschaftlichen Überzeugung. Auch wir wollen hier aus der Fülle der Beispiele nur einige erwähnen:

                              Erstes Beispiel: Hasret Qadi Iyadh *, der Gelehrte aus dem Westen, berichtet in seinem Buch »Heilige Genesung« unter Angabe hochstehender Persönlichkeiten und verschiedener Quellen von Hasret Sa’d ibn Abi Waqqas, einem Diener des Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und auch einer seiner Kommandanten, sowie Oberkommandierender des islamischen Heeres in der Zeit von Hasret Omar und Eroberer des Iran, und einer der Zehn Empfänger (der Verheißung des Paradieses), der sagte:
                              Ich war in der Schlacht von Uhud an der Seite des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Er schoss an diesem Tage mit Pfeilen, bis sein Bogen brach. Danach reichte er mir die Pfeile und sagte: »Schieß!« Dabei gab er mir Pfeile ohne Feder, also solche, die nicht mit Flügeln versehen waren, um den Flug von der Sehne zu steuern und befahl mir: »Schieß!« Da schoss ich. Sie flogen, als ob sie Flügel hätten und durchbohrten die Leiber der Ungläubigen. Derweil wurde Qatada ibn Nu’man von einem Pfeil am Auge getroffen. Das Auge sprang heraus und der Augapfel rutschte ihm übers Gesicht. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, nahm das Auge mit seiner gesegneten, heilenden Hand, fügte es seinem alten Platz wieder ein, wo es als das bessere der beiden Augen Heilung erfuhr, als sei nichts geschehen.* Dieses Ereignis wurde so bekannt, dass ein Sohn von Qatada, als er einmal Omar ibn Abdulasis besuchte, sich selbst folgendermaßen vorstellte: »Ich bin der Sohn jenes Mannes, dessen ausgeschossenes Auge der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, wieder in seine Höhle einfügte, wo es sogleich wieder geheilt war.« Dies sagte er zu Hasret Omar in Form eines Gedichtes und stellte sich ihm auf diese Weise vor.*
                              Es wird auch einer zuverlässigen Überlieferung entsprechend berichtet: Der berühmte Abu Qatada wurde in der Schlacht von Jaum al-Siqarad durch einen Pfeil in seinem gesegneten Gesicht getroffen. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, strich mit seiner gesegneten Hand darüber. Abu Qatada sagt: »Ich habe niemals und zu keiner Zeit unter Schmerzen oder Entzündungen gelitten.« *

                              Zweites Beispiel: Die Zuverlässigen Bücher, vor allem Buchari und Moslim berichten: In der Schlacht von Khaibar hatte der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, Ali Khaidari zum Bannerträger ernannt. Alis Augen hatten sich jedoch entzündet und schmerzten ihn sehr. Als ihm jedoch der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, gleich einer Salbe seinen Speichel über die Augen strich, wurden sie im gleichen Augenblick gesund und nichts blieb zurück. * Am nächsten Morgen riss er das außerordentlich schwere eiserne Tor der Feste Khaibar aus seiner Verankerung, hielt es gleich einem Schild und eroberte so die Feste Khaibar. In der gleichen Schlacht wurde Salama Ibn Aqwa an seinem Bein durch einen Schwertstreich getroffen und schwer verletzt. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, blies darüber hin und sogleich ward die Wunde geheilt. *

                              Drittes Beispiel: Nach einer Mitteilung von Othman Ibn Huneyf berichten Historiker (Erbab-i Siyer) wie vor allem Nesai * aus dem Leben des Propheten: Othman erzählt: Zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, kam einmal ein Blinder und sagte: »Bete darum, dass sich meine Augen öffnen mögen.« Da befahl ihm der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei:

                              »Geh und vollziehe die Waschungen, verrichte zwei Rekat und bete sodann: Oh Gott, ich bitte Dich und wende mein Angesicht um des Botschafters Deiner Barmherzigkeit willen Dir zu! Oh Mohammed! Ich wende, wie du gesagt hast, mein Angesicht zu deinem Herrn, dass Er den Schleier vor meinen Augen wegnehmen möge! Oh Gott, möge er mein Fürsprecher sein!«

                              So ging er, tat wie ihm geheißen, kehrte zurück, sehenden Auges, und wir sahen das und wie gut er nun sehen konnte.

                              Viertes Beispiel: Ibn Wahab *, der ein großer Imam war, berichtet: Einer der vierzehn Märtyrer der Schlacht von Badr, Mu’awwis Ibn Afra’, hatte mit Abu Dschehil gekämpft. Da schlug Abu Dschehil, dieser Elende, diesem Helden eine Hand ab. Der nahm sie mit der anderen Hand auf und lief zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, setzte dessen Hand wieder zurück an ihre Stelle, bestrich sie mit seinem Speichel und sogleich trat auch die Heilung ein. Jener kehrte in die Schlacht zurück und kämpfte weiter, bis er schließlich fiel.
                              Desgleichen berichtet Imam Dschelil Ibn Wahab: In der selben Schlacht erhielt Hubeyb Ibn Jesaf einen solchen Schwertstreich auf seine Schulter, dass sie ihm entzwei gehauen wurde und sich eine fürchterliche Wunde öffnete. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, drückte dessen Arm jedoch mit seiner Hand wieder gegen die Schulter, blies darüber hin und sogleich trat die Heilung ein.*
                              Wenn nun auch diese beiden Ereignisse aus nur einer Quelle und auch nur ein einziges Mal berichtet werden, so kann man dennoch, da sie von einem solchen Imam wie Dschelil Ibn Wahab bestätigt werden und da sie sich in der Schlacht von Badr ereignet haben, die selbst wieder eine Quelle von Wundern ist, und da es noch viele andere Beispiele gibt, welche diesen beiden Ereignissen ähneln, sicherlich sagen, dass auch diese beiden Ereignisse als gesichert und tatsächlich geschehen gelten dürfen.
                              So sind es denn also vielleicht tausend Beispiele, die durch authentische Überlieferungen als gesichert gelten müssen, wo die gesegnete Hand des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, Heilung gebracht hat.

                              [HR][/HR] Dieser Absatz verdiente es, dass er in Gold und Diamanten gefasst werde.
                              Es wurde fürwahr dies schon zuvor beschrieben: In seiner Hand loben und preisen Gott selbst noch die kleinen Steinchen. Dem Geheimnis von:

                              »Nicht du warst es, der da warf, als du geworfen hast.«

                              gemäß, schlugen Erde und kleine Steinchen den Feind gleich Kugeln und Granaten in die Flucht. Der Feststellung entsprechend:

                              »Als der Mond gespalten wurde…« (Sure 54, 1)

                              spaltete er mit einem Finger der gleichen Hand den Mond in zwei Teile; und mit der selben Hand ließ er aus seinen zehn Fingern Wasser strömen wie aus einem Brunnen und ließ ein ganzes Heer davon trinken; durch die selbe Hand fanden die Kranken und die Verwundeten Heilung. Dies zeigt mit Sicherheit, wie sehr diese gesegnete Hand ein Wunder über allen Wundern der Allmacht Gottes ist. Unter seinen Freunden wird die Fläche dieser Hand zu einem kleinen Haus des Gottesgedenkens (Dhikirhane) des Hochgelobten, in dem kleine Steinchen Gottes gedenken und Ihn preisen, wenn sie darin eintreten. Gegen seine Feinde wird sie zu einem kleinen Zeughaus des Herrn, in dem Steine und Erde, wenn man sie dort hineinbringt, zu Bomben und Granaten werden. Für die Verwundeten und die Kranken wird sie zu einer kleinen Apotheke des Allbarmherzigen, durch die alles Leid, das sie berührt, geheilt wird. Emporgehoben mit Majestät (Djelal) spaltet sie den Mond und gibt ihm die Gestalt von zwei Bogen. Wenn sie sich in Schönheit (Djemal) neigt, wird sie einem Brunnen des Allbarmherzigen gleich, dem wie aus zehn Hähnen paradiesisches Wasser (Kauthar) entströmt. Da es aber nur die Hand dieser Persönlichkeit ist, welche die Quelle und der Erscheinungsort solcher außerordentlichen Wunder ist, sollte es dann nicht sonnenklar zu verstehen sein, wie sehr eine solche Persönlichkeit bei dem Schöpfer der Welt anerkannt, wie glaubwürdig sein Ruf und sein Anliegen (dava) ist und wie glücklich jene sein werden, die in diese Hand das Versprechen ihres Bundes gegeben haben.

                              [HR][/HR]

                              Frage: Man sagt: Du sagst, dass viele Dinge allgemein überliefert sind. Doch von vielen Dingen haben wir das erste Mal gehört. Wie kann etwas, das als allgemein überliefert gilt, so unbekannt sein?
                              Antwort: Es gibt viele Dinge, die unter den Kennern des Gesetzes (Scharia) allgemein bekannt und selbstverständlich sind, solchen aber, die nicht zu ihnen gehören, unbekannt sind. Es gibt viele Dinge, die unter den Hadith-Gelehrten allgemein bekannt sind, von denen man jedoch in anderen Kreisen noch nie etwas gehört hat, usw. Es gibt in jedem Wissensgebiet Fachleute und es gibt Tatsachen und Ansichten, die diesem Wissensgebiet entsprechend erklärt werden. Was nun die Allgemeinheit betrifft, so stützen und verlassen sie sich entweder auf die Autoritäten des betreffenden Fachgebietes, oder aber machen selbst ihre Beobachtungen und Erfahrungen. Nun werden jedoch die angeführten Berichte, die allgemein überliefert wurden, und dem Wortlaut nach oder auch sinngemäß, oder in ihrer Art als gesichert betrachtet werden können, sowohl von den Hadith-Gelehrten, als auch den Kennern des Gesetzes (Scharia), als auch von den Theologen und den Gelehrten der meisten Fakultäten in dieser Weise dargestellt und betrachtet. Wenn einfache Leute sich nicht für dergleichen interessieren oder in ihrem Desinteresse ihre Augen davor verschließen, so liegt der Fehler auf ihrer Seite.

                              Fünftes Beispiel: Imam Baghawi * berichtet in seinem Buch und bestätigt: Ali Ibn Al-Hakem wurde während der Graben-Schlacht durch den Schlag eines Ungläubigen das Bein gebrochen. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, strich ihm darüber hin. Da wurde es im gleichen Augenblick geheilt, ohne dass jener vom Pferde gestiegen war.

                              Sechstes Beispiel: Die Hadith-Forscher, vor allem Imam Beyhaqi, berichten: Imam Ali war sehr krank. Darum betete er für sich selbst unter Schmerzen und stöhnte. Da kam der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, zu ihm und betete:

                              »Oh Gott, schenke ihm Gesundheit!«

                              Dabei rührte er ihn mit seinem Fuß an, hieß ihn aufstehen und sofort ward er gesund. Imam Ali sagt: »Diese Krankheit habe ich danach niemals mehr wieder bekommen.« *

                              Siebentes Beispiel: Dies ist die berühmte Geschichte von Shurahbil Al-Dschu’fi: Dieser hatte eine Geschwulst in seiner Hand, sodass er Schwert oder Zügel nicht halten konnte. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, strich mit seiner gesegneten Hand über die Geschwulst in dessen Hand hin und rieb sie, und von der Geschwulst blieb keine Spur mehr zurück. *

                              Achtes Beispiel: An sechs voneinander verschiedenen Kindern offenbarte sich jeweils ein anderes Wunder Ahmeds.

                              Erstens: Ibn Abu Shayba, (ein überaus genauer Forscher und berühmter Hadith-Gelehrter) berichtet: Eine Frau brachte einmal ihr Kind zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Dieses Kind war geistig behindert und konnte nicht sprechen. Da nahm der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, etwas Wasser. Damit spülte er sich den Mund aus und wusch sich die Hände. Dann gab er der Frau dieses Wasser und befahl ihr: »Gib dies dem Kind zu trinken!« Nachdem das Kind dieses Wasser getrunken hatte, waren Unheil und Krankheit von ihm gewichen. Es besaß nun soviel Verstand und Reife, dass es sogar noch über den Menschenverstand hinauswuchs. *

                              Zweitens: Nach authentischen Quellen hat Hasret Ibn Abbas gesagt: Dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, wurde einmal ein geisteskrankes Kind gebracht. Diesem legte er seine gesegnete Hand auf die Brust, worauf sich das Kind plötzlich erbrach. Es kam ein schwarzes Ding, ähnlich einer kleinen Gurke, zum Vorschein. Das Kind ging geheilt. *

                              Drittens: Imam Beyhaqi und Nesa’i * berichten aus authentischer Quelle: Über den Arm eines Kindes namens Mohammed ibn Khatib hatte sich ein Topf kochenden Wassers ergossen, wobei ihm der ganze Arm verbrüht worden war. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, strich ihm seinen Speichel darüber und im gleichen Augenblick ward er geheilt.

                              Viertens: Ein Kind, das bereits groß geworden und schon erwachsen, jedoch stumm war, kam zu dem Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Dieser fragte das Kind: »Wer bin ich?« Da sagte dieses stumme Kind, das noch nie gesprochen hatte:

                              »Du bist der Gesandte Gottes!«

                              und fing an zu reden. *

                              Fünftens: Djelaleddin Ssuyuti, der sich mit dem Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, oftmals in der Welt der Erwachten zusammen getroffen hatte, zitiert und bestätigt, dass eine berühmte Persönlichkeit namens Mubarek Al-Jamama, als sie gerade eben erst zur Welt gekommen war, zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, gebracht worden war. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, neigte sein Antlitz über ihn. Da fing der Knabe an zu sprechen:

                              »Ich bezeuge, dass du wahrhaftig Gottes Gesandter bist.«

                              Da sagte der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, zu ihm: »Gott segne dich!« Von da an sprach das Kind bis es das dementsprechende Alter erreicht hatte nicht wieder. Da dieses Kind ein solches Wunder Ahmeds erlebt hatte, Wunsch und Gebet des Propheten: »Gott segne dich!« ihm offenbar geworden war, wurde es auch unter dem Namen: »Der gesegnete Jamama« berühmt. *

                              Sechstens: Eine Frau mit einem kindischen Gemütszustand und Mangel an Sinn für Scham und Anstand, wollte, als sie einmal den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, beim Essen erblickte, auch einen Bissen haben und bekam ihn auch. Doch sagte sie; »Nein, ich will von dem haben, was du gerade im Mund hast.« Da gab er ihr auch davon. Da wurde diese Frau, die doch so ganz ohne jedes Schamgefühl gewesen war, nachdem sie den Bissen gegessen hatte, zur verschämtesten Frau und die, welche unter den Frauen Medinas mehr Anstand besaß als sie alle. *
                              So gibt es denn, ähnlich diesen acht Beispielen, nicht achtzig sondern achthundert solcher Beispiele. Die meisten von ihnen werden uns in den Büchern über das Leben, Lehren und Wirken des Propheten (Ssijer ve Ahadith) erzählt. In der Tat gleicht die gesegnete Hand des Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, der Apotheke des Arztes und Weisen (Hakim) Luqman, sein Speichel dem lebensspendenden Brunnen von Hasret Khidir (Elias). Sein Atem wirkte helfend und heilend wie bei Hasret Isa (Jesus), mit dem der Friede sei, sodass natürlicher Weise angesichts des von so viel Unglück und Leid geplagten Menschengeschlechtes alle die vielen körperlich, seelisch oder geistig Kranken, und unter ihnen viele Kinder in Scharen zu ihm kamen, sich an ihn wandten und geheilt wieder von dannen zogen. Denn selbst der große Arzt der Tabiine, Abu Abdurrahman al-Jamani, den man Taus nennt, der noch viele Sahabis gekannt hatte und der vierzig Mal die Hadsch vollzogen hat und vierzig Jahre lang das Morgengebet mit dem Abdest des Nachtgebetes verrichtet hat, mit Bestimmtheit berichtet, bestätigt und sagt: »Wieviele auch immer verstörte und schwer gestörte Menschen zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, gekommen sein mögen, sobald der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, seine Hand auf ihre Brust gelegt hatte, fanden sie mit Sicherheit Heilung und es blieb niemand übrig, der nicht geheilt worden wäre.«
                              Wenn nun also ein solcher Imam, der noch selbst mit dem Glücklichen Zeitalter (Asr-i Sa’adet) in Verbindung gestanden hatte, derart sicher und alle umfassend urteilte, dann gab es da mit Sicherheit niemanden, der gekommen wäre und seine Krankheit behalten hätte, der keine Heilung gefunden hätte. Da sie aber nun einmal geheilt wurden, muss es sicherlich tausende von Hilfesuchenden gegeben haben.

                              #801238
                              Anonim

                                Vierzehnter Hinweispunkt

                                Unter den Wundern, welche der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, gewirkt hat, ist jene Art von ganz besonderer Bedeutung, welche sich auf sein Gebet hin gezeigt haben. Das sind in der Tat jene, welche allgemein als genau und zuverlässig überliefert gelten. Die Beispiele dafür und die Einzelheiten dazu sind so zahlreich, dass man sie nicht zählen kann. Unter ihnen sind zahlreiche Beispiele so bekannt geworden, dass auch sie als allgemein überliefert gelten können, während andere so weit verbreitet sind, dass sie als nahezu allgemein überliefert angesehen werden dürfen. Einen Teil von ihnen haben so bedeutsame Imame berichtet, dass diese Erzählungen die Zuverlässigkeit einer berühmten, allgemein bekannten Überlieferung erlangt haben. Wir wollen hier unter den so zahlreichen Beispielen einige weit verbreitete, als nahezu sicher überlieferte, allgemein bekannte Beispiele stellvertretend für alle anführen und dabei aus jeder Gruppe nur einige wenige herausgreifen.

                                Erstes Beispiel: Die Gebete des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, wurden stets sogleich erhört, wenn er um Regen betete, was oftmals geschehen ist. Dies wird uns von Hadith-Gelehrten besonders aber von Imam Buchari und Imam Moslim überliefert und gilt als allgemeine Überlieferung. Ja manchmal erhob er von der ehrwürdigen Kanzel herab seine Hände zum Gebet um Regen und es regnete, noch bevor er sie wieder sinken ließ. Wie wir oben bereits erwähnt haben, zogen ein, zwei Mal Wolken herauf, als das Heer unter Durst litt, und spendeten ihren Regen. Ja noch bevor seiner Berufung zum Propheten, als der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, noch ein Kind war, nahm Abdul-Muttalib, der Großvater des Propheten, ihn um seines heiligen Antlitz willen mit zum Gebet um den Regen. Und der kam um seiner Erscheinung willen hernieder. Dieses Geschehnis ist durch ein Gedicht von Abdulmuttalib berühmt geworden. Auch noch nach dem Hinscheiden des Propheten sagte Hasret Omar unter Berufung auf Hasret Abbas: »Oh Herr! Dies ist der Onkel dessen, der Dir wohlgefällig (Habib) war. Um der Ehre seines Namens willen lass es regnen!« Da ließ Er es regnen. *
                                Auch berichten die Imame Buchari und Moslim: Als es einmal notwendig wurde, um Regen zu beten, da betete der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, darum. Und es kam ein solcher Regen auf sie herab, dass sie ihn anriefen: »Erbarmen! So bete doch, dass es wieder aufhört!« Da betete er und sofort hörte es auf. *

                                Zweites Beispiel: Dies ist so bekannt, dass es als nahezu allgemein überliefert gilt: Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, betete einmal, und das war, als die ersten Gefährten und die, welche zum Glauben gelangt waren, an Zahl noch nicht die Vierzig erreicht hatten und sie noch im Geheimen beteten:

                                »Oh Gott! Stärke die Sache des Islam durch die Hilfe von Omar ibn Khattab oder Amr ibn Hisham!«

                                Ein, zwei Tage später nahm Omar Ibn Hattab den Glauben an *, stellte sich in den Dienst des Islam und verkündete ihn. So erwarb er sich den erhabenen Titel eines Faruq (d.h. der, welcher die Wahrheit von der Lüge zu scheiden vermag).

                                Drittes Beispiel: Der Prophet betete für verschiedene, besonders qualifizierte Gefährten um ganz unterschiedliche Dinge. Alle seine Gebete wurden auf eine so glänzende Weise erhört, dass die so erflehten Gnadengaben (Keramet) schon das Ausmaß eines wahren Wunders (Mu’djise) angenommen hatten. So berichten besonders Buchari und Moslim *, dass er für Ibn Abbas folgendermaßen gebetet habe:

                                »Oh Gott, schenke ihm die Kenntnis der Gesetze (fiqh) des Glaubens (Din) und das Wissen (Ilm) um ihre Auslegung!«

                                Sein Gebet wurde in der Weise angenommen, dass Ibn Abbas sich den Ruhm erwarb, »Sprachrohr des Qur’an« zu sein und den hohen Rang eines Lehrmeisters der Gemeinde (Ummah) erlangte. Obwohl er noch sehr jung war, ließ Hasret Omar ihn bereits an den Versammlungen der Großen und der Gelehrten unter den Sahabis teilnehmen. *
                                Des Weiteren berichten die Verfasser der Zuverlässigen Bücher, besonders aber Imam Buchari, dass die Mutter von Ennes den Ehrenwerten Botschafter, mit dem Friede und Segen sei, ersucht habe: »Bete um den Segen für Ennes, der dein Diener ist, seine Kinder, sein Hab und sein Gut!« Da betete er:

                                »Oh Gott, schenke ihm Überfluss an Reichtum und Nachkommen und Segen in all dem, was du ihm gegeben hast.«

                                Hasret Ennes erklärte in seinen alten Tagen und schwor: »Ich habe hundert meiner Kinder mit eigener Hand begraben. * Auch im Vergleich zu meinem Vermögen und meinem Reichtum gab es keinen, der in seinem Leben so glücklich gewesen wäre wie ich. Meinen Überfluss an Reichtümern könnt ihr sehen. Das alles ist der Segen aus dem Gebet des Propheten.«
                                Des Weiteren berichten die Hadith-Gelehrten, besonders aber Imam Beyhaqi, dass der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, für Abdurrahman bin Awf, einen der Zehn Empfänger (der Verheißung des Paradieses) um Überfülle an Reichtum und Segen gebetet habe. Durch den Segen dieses Gebetes empfing er solche Reichtümer, dass er davon einmal siebenhundert vollbeladene Kamele um Gotteslohn (fi sabili’llah) spenden konnte. * So betrachtet denn nun, welch einen Segen das Gebet des Propheten erwirkt hat und sprecht es auch aus: »Gott gab Seinen Segen (baraka’llah)!«
                                Des Weiteren berichten die Überlieferer, besonders aber Imam Buchari: »Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, betete einmal, dass Urwa ibn Abu Dja’da Erfolg und Gewinn im Handel haben möge. Urwa erzählt selbst: Ich stand zuweilen im Basar von Kufa und hatte tagsüber vierzigtausend verdient, wenn ich am Abend nach Hause ging.« Imam Buchari sagt dazu: »Selbst noch mit dem Staub, den er in seine Hand nehmen würde, hätte er sein Geschäft gemacht.«*
                                Des Weiteren hat er auch für Abdullah Ibn Dja’fer um die Fülle an Reichtum und Segen gebetet. * Da erwarb Hasret Abdullah Ibn Dja’fer einen solchen Reichtum, dass er zu seiner Zeit dadurch berühmt wurde. Doch in gleicher Weise wie er durch das Segensgebet des Propheten zu Reichtum gelangt war, so wurde er auch berühmt durch seine Freigiebigkeit. Von dieser Art gibt es noch viele Beispiele. Als Musterbeispiele mögen uns jedoch diese vier angeführten Ereignisse genügen.
                                Des Weiteren berichtet vor allem Imam Tirmidhi*: Für Sa’d Ibn Abu Waqqas betete der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei:

                                »Oh Gott, erhöre sein Gebet!«

                                So betete er, dass Sa’ds Gebet erhört werden möge. Zu jener Zeit fürchtete sich jedermann vor Sa’ds Fluch. Doch auch die Erhörung seines Gebetes wurde berühmt.
                                Des Weiteren sagte der Prophet zu dem berühmten Abu Qatada:

                                »Gott schenke Dir Glück! Segne ihm, oh Gott, sein Haar und segne ihm seine Haut!«

                                So betete er für ihn, dass ihm die Schönheit seiner Jugend erhalten bleiben möge. Als Abu Qatada im Alter von siebzig Jahren verstarb, sah er noch immer so aus wie ein fünfzehnjähriger. Dieses Geschehnis ist berühmt geworden und gilt als zuverlässig überliefert. *
                                Des Weiteren gibt es da die berühmt gewordene Erzählung über den bekannten Dichter Nabigha, der dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, die folgenden Verses seines Gedichtes vortrug:

                                »Unser Ruhm ist bis zum Himmel emporgestiegen. Doch wir möchten noch darüber hinaus gelangen.«

                                Da fragte ihn der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, wie im Scherz:

                                Antwortete der:

                                »In das Paradies, oh Botschafter Gottes!«

                                Sodann trug er noch ein weiteres seiner bedeutsamen Gedichte vor und der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, betete:

                                »Möge Gott Deinen Mund nicht dem Verderben anheim geben!«

                                So bewirkte denn das Gebet des Propheten und sein Segen, dass dieser Nabigha mit hundertundzwanzig Jahren noch keinen Zahn verloren hatte, sogar für jeden, der ihm ausgefallen war, ein neuer an seine Stelle trat. *
                                Des Weiteren betete der Prophet , wie eine zuverlässige Überlieferung berichtet, einmal für Imam Ali:

                                »Oh Gott, beschütze ihn vor Hitze und Kälte!«

                                So kam es denn, dass Imam Ali durch den Segen dieses Gebetes im Sommer Winterkleidung und im Winter Sommerkleidung trug. Er sagte: »Durch den Segen dieses Gebetes verspüre ich niemals die Unbilden der Kälte oder der Hitze.« *
                                Des Weiteren betete der Prophet einmal für Hasreti Fatima:

                                »Oh Gott, lass sie nicht unter Hunger leiden!«

                                Hasreti Fatima sagte: »Auf dieses Gebet hin habe ich niemals wieder unter Hungerqualen gelitten.« *
                                Des Weiteren hat einmal Tufail Ibn Amr den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, um ein Wunder gebeten, das er seinem Volke zeigen wollte. Da betete der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei:

                                »Oh Gott, schenke ihm Licht!«

                                Daraufhin zeigte sich in der Mitte zwischen seinen beiden Augen ein Licht. Später wurde dieses dann an seinem Stock befestigt. Mit diesem wurde er dann als »Dhin-nur (Lichtträger)« berühmt. * Dies also sind jene Ereignisse, die zu den berühmt gewordenen Ahadith gehören und deswegen als gesichert gelten dürfen.
                                Des Weiteren beklagte sich einmal Abu Huraira bei dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei: »Mein Gedächtnis lässt mich im Stich.« Da hieß ihn der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, ein Tuch ausbreiten. Sodann, so als hole er mit seinen gesegneten Händen etwas aus dem Unsichtbaren herbei, entleerte er diese, wiederholte diesen Vorgang zwei, drei Mal und sagte dann zu Abu Huraira: »Nun nimm es auf!« Da nahm er es auf. Abu Huraira schwur später einmal: »Es war das Geheimnis, das aus dem Geist dieses Gebetes erwuchs, das der Prophet gesprochen hat, dass ich niemals mehr etwas vergessen habe.«
                                * Dies also sind jene Ereignisse, die zu den berühmt gewordenen Ahadith hinzugezählt werden.

                                Viertes Beispiel: Wir wollen hier einige Geschehnisse anführen, welche Verwünschungen des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, zum Gegenstand haben.
                                Erstens:
                                Der Schah von Persien mit dem Namen Pervis, hatte den Brief des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, zerrissen. Man überbrachte dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, davon die Nachricht. Da richtete sich der Prophet gegen den Schah von Persien mit dem folgenden Gebet:

                                »Oh Gott, so wie dieser meinen Brief zerrissen hat, so richte auch Du ihn und sein Reich zu Grunde!«

                                Dies aber war nun die Wirkung seiner Verwünschung: Der Chosro Pervis wurde durch seinen Sohn Schirviye mit dem Dolch in Stücke geschnitten und Sa’d Ibn Abu Waqqas zerstörte sein Reich von Grund auf. Vom Reich der Sasaniden und all seiner Macht blieb nirgendwo mehr eine Spur zurück.* Dem Kaiser von Byzanz und anderen Königen jedoch, blieben Krone und Reich erhalten, weil sie die Botschaft des Propheten in Ehren aufgenommen hatten.
                                Zweitens: Ein Ereignis, das beinahe ebenso berühmt ist wie eine allgemeine Überlieferung und auf das auch im Qur’an eine Ayah hinweist, ist dieses: In islamischer Frühzeit, als einmal der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, in der »Masdjid al-Haram (der Kaaba)« das Gebet verrichtete, versammelten sich die Stammesfürsten der Quraishiten und spielten ihm ziemlich übel mit. Damals hatte er sie daraufhin verwünscht. Ibn Mes’ud erzählt: »Ich schwöre, dass ich in der Schlacht von Bedr die Leichen all derer gesehen habe, die ihm damals so übel mitgespielt hatten und nun seine Verwünschungen an sich erfahren haben.«*
                                Drittens: Einmal wünschte der Prophet den Mudaria, einem großen arabischen Volksstamm, weil er den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, verleugnet hatte, eine Zeit der Dürre. Da kam kein Regen mehr, Dürre breitete sich aus und eine Hungersnot erhob ihr Haupt. Daraufhin wandte sich der Stamm der Quraishiten, welcher gleichfalls zum Volk der Mudaria gehört, mit einer Bitte an ihn. Da betete der Prophet für sie. Der Regen kam und die Dürre schwand.* Dieses Ereignis erlangte die gleiche Berühmtheit wie eine allgemeine Überlieferung.

                                Fünftes Beispiel: Welch furchtbare Folgen es hatte, wenn die Verwünschung von bestimmten einzelnen Personen Erhörung fand, dafür gibt es viele Beispiele. Von diesen wollen wir hier drei zuverlässige Berichte als Beispiele anführen:
                                Erstens: Gegen Utba Ibn Abu Lahab richtete er das folgende Gebet:

                                »Oh Gott, lass einen Deiner Hunde über ihn herfallen!« *

                                Zweitens: Muhallim Ibn Dschussama hatte Amir Ibn Asbat auf grausame Weise ermordet. Denn der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, hatte Amir als seinen Kommandanten mit einer Abteilung Soldaten in den Kampf für den Glauben geschickt. Unter ihnen war auch Muhallim gewesen. Auf die Nachricht von dem Attentat hin, wandte sich der Zorn des Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, gegen ihn mit dem Gebet:

                                »Oh Gott, verzeihe dies Muhallim nicht!«

                                Sieben Tage danach starb Muhallim. Man begrub ihn, doch die Erde wies ihn von sich. So oft man ihn auch ins Grab legte: das Grab nahm ihn nicht auf. Schließlich sah man sich dazu gezwungen, zwei Steine mit einer festen Mauer zu überbrücken und ihn auf diese Weise darunter zu beerdigen. *

                                Drittens: Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, sah einmal einen Mann, wie er mit der Linken aß. Da sagte er zu ihm:

                                »Iss mit deiner Rechten!«

                                Doch der Mann warf ihm entgegen:

                                »Das kann ich nicht!«

                                »Und du wirst es auch nicht mehr können!«

                                war daraufhin die Verwünschung des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Und siehe: von Stund an konnte der Mann seine rechte Hand nicht mehr hochheben! *

                                Sechstes Beispiel: Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, hat sehr viele Wunder durch ein Gebet oder durch eine bloße Berührung bewirkt. Wir wollen von ihnen nur einige hier anführen, die als gesichert gelten dürfen.
                                Erstens: Der Prophet gab einmal Khaled ibn Valied (gen. das Schwert Gottes) einige seiner Haare, wobei er ein Schutzgebet gesprochen hatte. Hasret Khaled bewahrte diese Haare in seiner Mütze (küllah). Und siehe: dies ward ihm zur Ehre! Unter dem Segen des Gebetes, gesprochen über diese Haare, zog er niemals in eine Schlacht, aus der er nicht siegreich wieder hervorgegangen wäre. *
                                Zweitens: Salman al-Farisi war ein Sklave aus jüdischem Hause. Als er sich freikaufen wollte, verlangte sein Herr von ihm eine Menge Dinge. »Du musst dreihundert Dattelpalmstecklinge einpflanzen. Haben sie erst einmal Frucht getragen und du gibst mir dann noch vierzig Okka Gold (etwa 65 kg) dazu, so sollst du frei sein.« Da ging al-Farisi zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und erklärte ihm seine Lage. Da pflanzte der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, in der Gegend von Medina dreihundert Setzlinge mit eigener Hand ein. Einen einzigen pflanzte ein anderer. Noch im selben Jahr brachten alle die Stecklinge, die der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, angepflanzt hatte, ihre Frucht. Nur ein einziger, der, den ein anderer gepflanzt hatte, jener eine brachte keine Frucht. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, zog ihn heraus und pflanzte ihn noch einmal wieder ein und auch er brachte seine Frucht. Er gab Salman auch etwas Gold, etwa von der Größe eines Hühnereis, nachdem er es mit seinem Speichel bestrichen und ein Gebet darüber gesprochen hatte und sagte zu ihm: »Nun geh und gib dies dem Juden!« Da ging Salman Farisi und gab seinem Herrn vierzig Okka von dem Gold und er behielt noch immer so viel Gold zurück, wie er zuvor gehabt hatte, also etwa eine Menge in der Größe eines Hühnereis. * So war denn dieses Ereignis der bedeutendste Vorfall im Leben des Hasret Salman al-Paq. Durch ihn wurde ein Wunder bewirkt. Davon haben uns anerkannte und angesehene Autoritäten Kunde gebracht.
                                Drittens: Eine Sahabiye namens Umm Malik pflegte dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, aus einem kleinen Säckchen, das man Ukka nennt, Butter zu schenken. Als der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, ihr wieder einmal diese Ukka mit einem Segensgebet zurückreichte, gab er ihr dabei die Anweisung: »Wenn du dieses leerst, so presse es niemals aus!« Da nahm Umm Malik die Ukka und wann immer ihre Kinder Butter wünschten, fanden sie durch das Segensgebet des Propheten etwas Butter in der Ukka. Dies ging eine lange Zeit so weiter. Als man sie dann eines Tages auspresste, hörte auch der Segen auf.*

                                Siebentes Beispiel: Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, konnte durch sein Gebet und durch sein physisches Dazwischentreten Wasser Süßigkeit und Wohlgeruch verleihen. Von den zahlreichen Beispielen, die es dafür gibt, wollen wir hier nur zwei, drei als Musterbeispiele anführen.
                                Erstens: Hadith-Gelehrte wie vor allem Imam Beyhaqi berichten, dass das Wasser eines Brunnens, Quba mit Namen, zuweilen versiegte. Dann wurde der Brunnen leer. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, nahm Abdest, leerte das Wasser wieder in den Brunnen zurück, es begann wieder reichlich zu fließen und versiegte danach niemals mehr.*
                                Zweitens: Hadith-Gelehrte und vor allem Abu Nuaym in seinem Buch »Beweise des Prophetentums« berichten: Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, gab in den Brunnen, den Ennes vor seinem Hause hatte, etwas Speichel hinein und betete. Da wurde es zum süßesten Wasser im Strahlenden Medina.*
                                Drittens: Ibn Madja berichtet: Man brachte dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, einen Eimer Wasser aus dem Brunnen Semsem. Er nahm einen Schluck davon in seinen Mund und entleerte ihn dann wieder in den Eimer zurück. Danach verströmte der Eimer einen Duft wie von Moschus.*
                                Viertens: Imam Ahmed Ibn Hanbal berichtet: Man hatte aus einem Brunnen einen Eimer Wasser heraufgezogen. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, gab etwas von dem Wasser seines Mundes hinein. Nachdem man es in den Brunnen geleert hatte, begann dieser einen Duft wie von Moschus zu verbreiten.*
                                Fünftens: Hammad Ibn Salama, einer der Heiligen und Gottesmänner, auf den sich Imam Moslim und die maghrebinischen Gelehrten stützten und den sie hochschätzten, berichtet: Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, füllte einen Lederschlauch mit Wasser, blies hinein und sprach ein Gebet. Dann band er ihn zu und gab ihn einigen Sahabis mit den Worten: »Öffnet ihn erst wieder, wenn die Zeit zum Gebet gekommen ist!« Da gingen sie und als die Zeit gekommen war, um Abdest zu nehmen, öffneten sie den Wasserschlauch und fanden in ihm lautere Milch und sogar noch Sahne an seiner Öffnung.*
                                So sind denn von diesen fünf kleinen Erzählungen einige berühmt, einige von bedeutenden Imamen überliefert. Diese und solche, die hier nicht erwähnt worden sind, haben sich, gleich den nach allgemeiner Übereinstimmung sinngemäß überlieferten, ebenso insgesamt als Wunder bewahrheitet.

                                Achtes Beispiel: Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, bewirkte durch Berührung und Gebet, dass Ziegen, die unfruchtbar waren oder trocken standen, durch die Berührung seiner gesegneten Hand und sein Gebet plötzlich Milch gaben und sie reichlich gaben. Davon handeln viele Erzählungen und Überlieferungen. Wir wollen hier unter den berühmten, als sicher überlieferten Berichten nur zwei, drei Beispiele anführen:
                                Erstens: Alle anerkannten Bücher der Biographen (Siyer) berichten, dass der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, und Abu Baqr asSiddiq auf ihrer gemeinsamen Flucht (hidjret) zum Hause von Umm Ma’bed, die man auch Atiket Bint al-Husaiyye nennt, gelangten. Sie hatte eine magere Ziege, die unfruchtbar und trocken war. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, fragte Umm Ma’bed: »Gibt sie keine Milch?« Umm Ma’bed antwortete ihm: »Sie hat noch nicht einmal Blut im Leib. Wie sollte sie da Milch geben?« Da ging der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, zu der Ziege, streichelte ihr den Rücken, strich ihr über die Zitzen, sprach ein Gebet dabei und sagte dann: »Bringt eine Schüssel und melkt sie!« Da molken sie die Ziege und nachdem der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, und Abu Baqr asSiddiq getrunken hatten, trank auch noch die ganze Familie des Hauses bis sie satt waren. Die Ziege aber wurde kräftig und stark und bewahrte den Segen, den sie empfangen hatte.*
                                Zweitens: Dies ist die berühmte Erzählung von Schat Ibn Mes’ud: Zu einer Zeit als Ibn Mes’ud den Islam noch nicht angenommen hatte, verdingte er sich als Hirte bei verschiedenen Leuten. Eines Tages begaben sich der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, und Abu Baqr asSiddiq, zu dem Ort, an dem Ibn Mes’ud seine Ziegen hütete. Da erbat der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, Milch von Ibn Mes’ud. Dieser entgegnete ihm jedoch: »Dies hier sind nicht meine Ziegen. Sie gehören anderen.« Da sagte der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, zu ihm: »So bringe mir eine trockene, unfruchtbare Ziege!« Da brachte dieser ihm eine Ziege, die zwei Jahre nicht mehr geworfen hatte.« Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, strich ihr mit der Hand über die Zitzen und sprach ein Gebet. Als sie daraufhin gemolken wurde und eine Milch gab, die sie tranken und die ihnen wohlschmeckend war* und nachdem Ibn Mes’ud dieses Wunder gesehen hatte, da nahm er den Glauben an.
                                Drittens: Dies ist die berühmte Geschichte der Ziegen von Khalima Sa’diye*, welche die Amme des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, gewesen ist: In ihrem Stammesgebiet war damals eine Zeit der Dürre, sodass die Tiere schwach wurden und keine Milch mehr gaben, weil sie nicht mehr genug Weideland zum Grasen fanden. Als man jedoch den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, zu seiner Amme schickte, kehrten die Ziegen von Khalima Sa’diye abends im Gegensatz zu denen der anderen satt und mit prallen Eutern zurück.
                                Es gibt nun in den Biographien (Siyer) noch andere Berichte dieser Art, doch sollen die hier erzählten Beispiele unserem Zweck (= als Beweis) genügen.

                                Neuntes Beispiel: Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, hat verschiedentlich Leuten mit seiner gesegneten Hand über Kopf und Wange gestrichen und dabei ein Gebet gesprochen. Aus einer ganzen Reihe von Wundern, die sich dabei ereigneten, will ich hier nur einige der bekanntesten als Beispiele anführen.
                                Erstens: Einmal strich er Omar Ibn Sa’d mit seiner Hand über den Kopf und betete dabei. Als dieser Mann im Alter von achtzig Jahren starb, hatte er dank dieses Segensgebetes noch kein weißes Haar auf dem Kopf.*
                                Zweitens: Einmal legte er Qays Ibn Seyd die Hand aufs Haupt, strich ihm über das Haar und sprach ein Gebet. Durch die Wirkung dieses Gebetes war – und das obwohl alle seine Haare weiß geworden waren, denn er hatte schon sein hundertstes Jahr erreicht – nur jene Stelle auf die der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, die Hand gelegt hatte, pechschwarz geblieben.*
                                Drittens: Abdurahman ibn Seyd Ibn Khattab war auffallend klein und hässlich. Da legte ihm der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, die Hand aufs Haupt und sprach ein Gebet. Durch den Segen dieses Gebetes erlangte er nach Form und Gestalt eine ebenso auffallende Körpergröße und besondere Schönheit.*
                                Viertens: A’is Ibn Amr wurde in der Schlacht von Huneyn im Gesicht verletzt. Da strich ihm der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, mit der Hand das Blut aus dem Gesicht. So erhielt er an der Stelle, wo ihn die Hand des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, berührt hatte, einen hellglänzenden Fleck, den die Hadith-Gelehrten als die Berührungsstelle beschrieben, die glänzte wie die Stirnblässe eines Fuchspferdes.*
                                Fünftens: Einmal strich er Qatada Ibn Salman mit der Hand über die Wange und betete dabei. Da begann Qatadas Gesicht wie ein Spiegel zu glänzen.*
                                Sechstens: Als Seyneb, die Tochter von Umm Salama, der Mutter der Gläubigen, und zugleich auch Stieftochter des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, noch klein war, spritzte ihr der Ehrenwerte Gesandte einmal wie im Spiel etwas Abdestwasser ins Gesicht. Die Berührung dieses Wassers verlieh Seyneb ein solches Aussehen von so blühender Schönheit, dass sie selbst zu einer einzigartigen Schönheit wurde.*
                                So gibt es denn gleich diesen Erzählungen noch viele ähnliche Beispiele. Die meisten sind uns von hadithkundigen Imamen überliefert worden. Wollten wir auch davon ausgehen, dass jede einzelne Erzählung nur einmal berichtet und für sich allein betrachtet nur einen schwachen Beweis bedeutet, so bewahrheiten sie sich doch alle gemeinsam nach Art einer allgemeinen Überlieferung dem Sinne nach übereinstimmend als Wunder Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei. Denn ein Ereignis, das auf unterschiedlichen und mannigfaltigen Wegen überliefert wurde, darf auf diese Weise dennoch im Kern des Ereignisses als gesichert gelten. Mag auch jede Form der Überlieferung für sich allein betrachtet nur einen schwachen Beweis darstellen, so beweisen sie doch alle das Ereignis in seinem Kern.
                                Wurde z.B. ein Donnerschlag gehört und berichtet danach der eine vom Einsturz eines ganz bestimmten Hauses, der andere vom Einsturz eines ganz anderen Hauses, ein dritter vom Einsturz wiederum eines dritten Hauses usw., so ist jeder Bericht für sich allein betrachtet nur ein schwacher Beweis oder möglicherweise unwahr, so ist dennoch im Kern der Sache eines richtig: es gilt als sicher, dass ein Haus eingestürzt ist, denn darin stimmen sie alle überein. Was nun die oben angeführten sechs Beispiele betrifft, so sind sie einerseits authentisch und andererseits sind einige von ihnen berühmt geworden. Nehmen wir einmal an, dass jedes von ihnen nur ein schwacher Beweis ist, so bewahrheiten sie doch, so wie in dem Beispiel oben angeführt wurde, dass tatsächlich ein Haus eingestürzt ist, alle gemeinsam, dass Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, tatsächlich dergleichen Wunder gewirkt hat.
                                Sie gibt es also ganz offensichtlich, diese oben angeführten Arten von Wundern des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, mit Sicherheit. Auch ist jedes einzelne von ihnen in seiner Art und als ein Beispiel für alle von ihnen ein tatsächliches Wunder. So wie »die Hände, die Finger, der Speichel« des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, »sein Wort und sein Hauch« zum Anlass vieler Wunder wurden, so waren innere und äußere Sinne und Organe auch des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, ebenfalls die Quelle vieler Wunder. Von solchen Wundern berichten uns die biographischen und historischen Werke (siyer ve hadith) seiner Zeit. Sie zeigen uns, wie durch seine inneren wie äußeren Sinne und Organe auch viele Beweise für sein Prophetentum erbracht wurden…

                                #801239
                                Anonim

                                  Fünfzehnter Hinweispunkt

                                  So wie Felsen, Bäume, Sonne und Mond ihn erkennen und sein Prophetentum bestätigen, indem jedes von ihnen ein Wunder seiner Art hervorbringt, so erkennt auch das Tierreich, das Totenreich, die Reiche der Engel und Geister (Dschinn) diese gesegnete Persönlichkeit und bestätigen sein Prophetentum. Ein jedes dieser Reiche zeigt durch mancherlei Wunder, dass es ihn erkennt und verkündigt so, dass es sein Prophetentum bestätigt.
                                  Dieser Fünfzehnte Hinweis untergliedert sich in drei Abschnitte.

                                  Erster Abschnitt: Das Tierreich erkennt den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und zeigt seine Wunder auf. Dafür gibt es in diesem Abschnitt viele Beispiele. Wir wollen hier nur einige dieser Berichte, soweit sie berühmt geworden sind und ihnen die Zuverlässigkeit einer sinngemäßen allgemeinen Überlieferung zu Eigen ist, oder sie von Hadith-Kennern als solche anerkannt bzw. von der Ummah anerkannt wurden, als Beispiele anführen.

                                  Erster Bericht: Dies ist eine Begebenheit, die so berühmt geworden ist, dass sie einer gesicherten Überlieferung gleich kommt. Während sich der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, mit Abu Baqr asSiddiq, um sich vor seinen Verfolgern zu retten, in der Höhle von Hira verborgen hielt, kamen zwei Tauben herbeigeflogen und postierten sich zwei Wächtern gleich wartend am Höhleneingang. Gleichzeitig verschloss eine Spinne, einem Vorhanghüter gleich, auf wundersame Weise den Eingang der Höhle mit ihrem dichten Netz.*
                                  Ja, als Ubeyy Ibn Khalaf, ein Anführer der Qureyschiten, den der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, später in der Schlacht von Badr mit eigener Hand töten sollte, die Höhle inspizieren wollte und schon seine Kameraden zu ihm sagten: »Gehen wir hinein!« entgegnete er ihnen: »Wie sollten wir das? Man sieht doch hier ein Netz, das so aussieht, als habe eine Spinne noch vor der Geburt von Hasret Mohammed dieses Netz gesponnen. Und auch diese beiden Tauben, die ihr dort seht, wären sie da sitzen geblieben, wenn jemand dort drinnen wäre?«*
                                  So also hat in ähnlicher Weise auch eine gesegnete Schar von Tauben bei der Eroberung von Mekka dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, Schatten über seinem Haupte gespendet. Dies berichtet uns Imam Dschelil Ibn Vahhab.*
                                  Und weiter wird uns als zuverlässig berichtet, dass Hasreti Aischa asSiddiqa erzählt: »Wir hatten zu Hause einen Vogel, ähnlich einer Taube, den wir Dadjin nannten. War der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, anwesend, so verharrte er bewegungslos ruhig sitzend. Sobald der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, fort war, setzte er sich in Bewegung und trippelte ruhelos hin und her.* D.h., dass dieser Vogel auf den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, hörte, in seiner Gegenwart still und ruhig verharrte.

                                  Zweiter Bericht: Dies ist die Geschichte von dem Wolf, welche über fünf, sechs Kanäle die Gestalt einer sinngemäßen Überlieferung angenommen hat. Diese wundersame Erzählung wurde über viele Kanäle von berühmten Sahabis überliefert. Eine von ihnen geht so: Von Abu Sa’id al-Khudri, Salama Ibn Aqwa, Ibn Abi Vahhab, Abu Huraira und Uhban, dem Hirten und Helden in unserer Geschichte wird über verschiedene Kanäle berichtet: Ein Wolf hatte sich ein Zicklein gefangen. Der Hirte errettete es aus den Fängen des Wolfs. Da sagte der Wolf zu ihm: »Fürchtest du denn nicht Gott, da du mir meinen Anteil aus den Fängen nimmst?« Der Hirte antwortete: »Seltsam! Kann ein Wolf denn sprechen?« Da erzählte ihm der Wolf: »Nein, es ist vielmehr merkwürdig an euch, dass es an einer Stelle auf der anderen Seite von hier eine Persönlichkeit gibt, die euch in das Paradies einlädt, einen Propheten, und ihr ihn nicht kennt.« Hier endet diese Erzählung. Und alle sind sich darin einig, dass der Wolf gesprochen hat. Nur Abu Huraira, der jedoch selbst ein glaubwürdiger Berichterstatter ist, fügt noch hinzu: Da sprach der Hirte zu dem Wolf: »Ich würde ja gerne zu ihm hingehen. Doch wer sollte sich dann um meine Ziegen kümmern?« Der Wolf antwortete ihm: »Ich werde mich um sie kümmern.« Da hieß der Hirte den Wolf seine Herde zu überwachen und ging. Er fand den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, nahm den Glauben an und kehrte wieder zurück.* Dort fand er den Wolf, wie er seine Ziegen bewachte. Keine von ihnen fehlte. So schlachtete ihm der Hirte eine davon, denn der Wolf war ihm ein Lehrer geworden.
                                  Aus einer anderen Quelle hören wir, dass Abu Ssufyan und Safwan, zwei von den Anführern der Qureysh, einen Wolf gesehen haben, der in Verfolgung einer Gazelle nach Haram Sherif (= Mekka) herein lief. Als der Wolf zurückkehrte, wunderten sie sich über ihn sehr: der Wolf sprach! Er verkündigte das Prophetentums Ahmeds. Da sagte Abu Ssufyan zu Safwan: »Wir wollen diese Geschichte niemandem weiter erzählen, denn ich fürchte, dass alle Bewohner von Mekka zu ihm überlaufen werden.«*
                                  Wir gelangen also zu der Schlussfolgerung, dass diese Geschichte mit dem Wolf so überzeugend ist, wie eine zuverlässige sinngemäße allgemeine Überlieferung.

                                  Dritter Bericht: Dies sind Berichte von Kamelen, von denen uns über fünf, sechs Kanäle von berühmten Sahabis erzählt wird, und dies waren Abu Huraira, Sa’laba Ibn Malik, Djabir Ibn Abdullah, Abdullah Ibn Dja’fer und Abdullah Ibn Abu Aufa und andere. Diese Sahabis stehen am Anfang einer Kette von Überlieferern, welche alle gemeinsam das folgende berichten: Einst kam ein Kamel zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, kniete zum Ausdruck seiner Ehrerbietung vor ihm nieder und sprach zu ihm. Und einigen Quellen zufolge wird berichtet, dass dieses Kamel in einem Garten gestanden habe, unruhig, ja wütend geworden sei und niemanden an sich heran gelassen, vielmehr jeden angegriffen habe. Da aber trat der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, ein, das Kamel trat zu ihm hin, grüßte ihn ehrerbietig und ließ sich vor ihm nieder. So legte ihm der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, das Halfter um.* Das Kamel aber sagte zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei: »Man hat mir viele mühevolle Arbeiten auferlegt. Jetzt wollen sie mich sogar schlachten.* Darüber bin ich wütend.« So fragte er denn den Besitzer des Kamels: »Stimmt das so?« Da sagte er : »Ja.«
                                  Des Weiteren hat das Kamel des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, das Adba hieß, nach dem Verscheiden des Propheten, vor Kummer nichts mehr gefressen noch getrunken, bis es starb.* Außerdem berichten einige bedeutende Imame, wie Abu Ishaq Isfarani, dass dieses Kamel mit dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, über eine wichtige Angelegenheit gesprochen habe.
                                  Des Weiteren wird aus authentischer Quelle berichtet, dass Djabir ibn Abdullahs Kamel während einer Reise so erschöpft wurde, dass es nicht mehr weiter gehen konnte. Da stieß es der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, leicht an. Durch diese Zuwendung Ahmeds gewann dieses Kamel eine solche Behändigkeit und Freudigkeit, dass man es vor Schnelligkeit nicht mehr zügeln und in seinem Lauf nicht mehr einholen konnte. Das berichtet uns Hasret Djabir.*

                                  Vierter Bericht: Hadithkundige Imame, vor allem aber Buchari berichten: Es gingen einmal in einer Nacht so wilde Gerüchte um, als stünde draußen vor der Glanzvollen Stadt (=Medina) der Feind zum Angriff bereit. Tapfere Reiter saßen nun auf und ritten hinaus. Das sahen sie eine Gestalt auf sich zukommen. Es war der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei. Er unterrichtete sie: »Es ist alles in Ordnung.« Er war auf das Pferd des berühmten Abu Talha gestiegen, war so wie es seiner heiligmäßigen Tapferkeit entsprach, allen vorangeritten und nach Beendigung seiner Patrouille wieder zurückgekehrt.* Sodann sagte er zu Abu Talha:

                                  »Dein Pferd flog geschwind wie ein Pfeil dahin.«

                                  Abu Talhas Pferd jedoch war eine armselige Mähre und langsam wie ein Ackergaul. Seit dieser Nacht aber konnte es ihm kein Pferd mehr an Schnelligkeit gleich tun.
                                  Des Weiteren wird aus zuverlässiger Quelle berichtet, dass der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, einmal während einer Reise zur Gebetszeit seinem Pferd ein »Halt!« zugerufen hat. Daraufhin war das Pferd stehen geblieben und hatte mit keinem Muskel mehr gezuckt, bis der Prophet das Gebet beendet hatte.*

                                  Fünfter Bericht: Safina *, ein Diener des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, der zu Mu’adh Ibn Djebel, dem Statthalter des Jemen reisen sollte, hatte Befehl von dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, erhalten und sich auf den Weg gemacht. Unterwegs aber begegnete er einem Löwen. Safina sprach zu ihm: »Ich bin ein Diener des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei.« Da wandte sich der Löwe von ihm ab, gab zwar noch einen Laut von sich, ließ ihn jedoch unbehelligt.
                                  Eine andere Überlieferung berichtet hingegen, Safina habe sich auf dem Rückweg verlaufen, den Löwen getroffen und der Löwe habe ihn unbehindert ziehen lassen, ja ihm sogar noch den Weg gewiesen.
                                  Des Weiteren wird von Hasret Omar folgendes erzählt: Zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, kam einmal ein Beduine mit einer Eidechse in seiner Hand und sagte zu ihm: »Wenn dieses Tier vor dir die Schehada (= das Zeugnis des Glaubens) ablegt, werde ich vor dir meinen Glauben (=iman) bekennen. Anderenfalls werde ich dir keinen Glauben schenken.« Da befragte der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, das Tier und die Eidechse legte vor ihm mit klarer und deutlicher Stimme Zeugnis für seine Sendung ab. *
                                  Des Weiteren berichtet Umm Salama, die Mutter der Gläubigen: Eine Gazelle hat mit dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, gesprochen und vor ihm Zeugnis für seine Sendung abgelegt. *
                                  So gibt es denn viele Geschehnisse dieser Art. Wir haben hier einige Berichte darüber, die berühmt geworden sind und als gesichert gelten können, als Musterbeispiele angeführt. Darum wollen wir auch all denen, die den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, nicht anerkennen und ihm nicht Gehorsam leisten wollen, sagen:
                                  »Oh ihr Menschen! Lasset euch ermahnen und nehmt euch ein Beispiel! Wolf und Löwe haben den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, anerkannt und wurden ihm gehorsam. Bemüht euch vielmehr darum, nicht noch tierischer als die Tiere, als die Wölfe zu sein!«

                                  Zweiter Abschnitt: Auch das Reich der Toten, der Geister (Dschinn) und der Engel haben den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, anerkannt. Auch darüber gibt es viele Berichte. Als Beispiel wollen wir einige Berichte, die besonders bekannt geworden und von zuverlässigen Imamen erzählt wurden, anführen. Wir wollen dabei zu erst ein paar Beispiele anführen, die das Totenreich betreffen. Soweit sie Dschinnen und Engel betreffen, gelten sie als ganz allgemein überliefert. Für sie gibt es nicht nur ein, nein tausend Beispiele. Doch hier zunächst ein Beispiel für eine Stimme aus dem Totenreich:

                                  Erster Bericht: Hasan Basri *, welcher zur Zeit der Tabiine der Fürst der großen und bedeutenden Gelehrten unter den Theologen und Mystikern, und ein treuer und zuverlässiger Schüler von Imam Ali war, berichtet: »Ein Mann kam zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, weinte und klagte ihm: »Ich hatte eine kleine Tochter. Sie starb dort drüben an jenem Bach. Der hat sie auch mitgenommen.« Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, sprach ihm sein Beileid aus und sagte dann zu ihm: »Komm, gehen wir dorthin!« Da gingen sie dorthin. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, rief nun die Seele des verstorbenen Mädchens bei ihrem Namen. Sofort antwortete ihm das verstorbene Mädchen:

                                  »Hier bin ich und bin bereit!«

                                  Da befragte sie der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei: »Hast du den Wunsch, zu deinem Vater und zu deiner Mutter zurückzukehren?« Sie aber entgegnete: »Nein, ich habe es hier besser gefunden als dort.« *

                                  Zweiter Bericht: Einige bedeutende Imame, wie der Imam Beyhaqi und Imam Ibn Adiy berichten von Hasret Ennes Ibn Malik: Ennes sagt: Eine alte Frau hatte einen einzigen Sohn, der aber plötzlich verstarb. Diese fromme Frau war darüber sehr betrübt und betete: »Oh Herr! Um Deines Wohlgefallens willen bin ich ausgewandert und hierher gekommen, um durch Deinen Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, den Bund zu schließen und ihm zu dienen. Um der Ehre dieses Deines Propheten willen erbitte ich von Dir mein Söhnchen, welcher mir der einzige Trost in meinem Alter war.« Ennes sagt: »Da stand der Verstorbene auf und aß mit uns.« *
                                  So entstand denn das folgende Zitat von Imam Busiri (eine Kasside für die er von dem Propheten ein Gewand, eine Burda, zum Geschenk erhielt und die deshalb Kasside el-Burda genannt wird – A.d.Ü), mit dem er auf dieses Ereignis hinweist und es besingt:

                                  »Würden seine Wunder der Größe und Bedeutung seines Ansehens und seiner Vorzüge entsprechen, so würden in seinem Namen nicht nur die soeben verstorbenen, ja sogar längst vermoderte Gebeine wieder auferstehen.«

                                  Dritter Bericht: Überlieferer wie vor allem Imam Beyhaqi berichten von Abdullah Ibn Ubeydullah al-Ensari: Abdullah sagt: Als Sabit Ibn Qays ibn Schemmas in der Schlacht von Jamama fiel und ins Grab gebettet werden sollte, war auch ich einer der Anwesenden. Noch während wir dabei waren, ihn ins Grab zu legen, vernahmen wir plötzlich seine Stimme, die da sagte:

                                  »Mohammed ist der Prophet Gottes, Abu Bakr der Getreue, Omar ein Märtyrer und Othman ein Frommer und ein Erbarmer.«

                                  Da öffneten wir noch einmal das Leichentuch und sahen nach. Doch er lag darinnen, tot und entseelt. * So hatte er denn, noch ehe bevor Hasret Omar zum Kalifen erwählt worden war, dessen Märtyrertod vorausgesagt.

                                  Vierter Bericht: Imam Taberani berichtet von Nu’man Ibn Beshir und auch Abu Nu’aym berichtet von diesem in seinem Buch Delaili Nübüvvet (=Beweise des Prophetentums): Seyd Ibn Haridsch war plötzlich auf dem Marktplatz umgefallen und verstorben. Wir brachten ihn nach Hause. Während aber zwischen dem Abendgebet und dem Nachtgebet die Frauen alle um ihn herum weinten, sagte er plötzlich:

                                  »Schweigt doch! Seid doch still!«

                                  und fügte dann mit klarer Stimme hinzu:

                                  »Mohammed ist der Gesandte Gottes. Friede sei mit dir, oh Prophet Gottes!«

                                  So redete er noch eine Weile weiter. Doch als wir dann nach ihm sahen, da war seine Seele entflohen, dahingeschieden. *
                                  Wenn also nun die entseelten Leiber der Verstorbenen seine Botschaft bestätigen, die Lebenden aber sie nicht bestätigen, so sind doch diese lebendigen Räuber des Lebens seelenloser als die Entseelten und erstorbener als die schon Verstorbenen.
                                  Was aber die Engel, ihre Erscheinung und den Dienst betrifft, den sie dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, erwiesen haben, sowie die Dschinnen, die aus seiner Hand den Glauben empfangen und ihm Gehorsam geleistet haben, so sind diese Dinge allgemein überliefert. Sie werden im Qur’an mit vielen Ayat dargelegt und beschrieben. So haben ihm nach Aussage des Qur’an in der Schlacht von Badr fünftausend Engel, den Sahabis gleich, jedoch in vorderster Front als Soldaten gedient. Ja, diese Engel sind sogar unter den übrigen Engeln gleichfalls der Ehre der »Ashab-i Badr (Kameraden von Badr)« teilhaftig geworden. *
                                  In dieser Hinsicht müssen zwei Gesichtspunkte in Betracht gezogen werden:
                                  Erster Gesichtspunkt: Die Existenz des Engelreiches und der Dschinnen ist ebenso wie die Existenz des Tierreiches und der Menschen eine feststehende Tatsache. Dies und welches unsere Verbindungen mit ihnen sind, haben wir bereits im Neunundzwanzigsten Wort so sicher bewiesen wie zwei mal zwei vier ist. Was diesen Beweis anbelangt, so verweisen wir auf dieses Wort.
                                  Zweiter Gesichtspunkt: Zu Ehren des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und infolge der Wirkung seines Wunders haben Menschen aus seiner Ummah sie gesehen und mit ihnen gesprochen.
                                  So berichten alle hadithkundigen Imame, vor allem aber Buchari und Imam Moslim übereinstimmend *: So kam einmal ein Engel in Menschengestalt zu ihm, gekleidet in weiß. Es war dies der Erzengel Gabriel. Während der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, inmitten seiner Sahabis saß, kam er zu ihm und fragte ihn:

                                  »Was ist Islam? Was ist Glaube? Was ist Güte? Erkläre das!«

                                  Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, erklärte es ihm. Die dort anwesende Gemeinde der Sahabis erhielten nicht nur eine Vorlesung, sie konnten auch diese Persönlichkeit recht deutlich sehen. Obwohl sie ein Reisender zu sein schien, konnte man doch keine Spuren einer Reise an ihr bemerken. Schließlich stand sie auf und war plötzlich verschwunden. Da geruhte der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, anzumerken: »Es war dies Gabriel, der so gehandelt hat, um euch zu unterrichten.«
                                  Des Weiteren berichten die hadithkundigen Imame mit zuverlässigen Quellenangaben im Grade einer sinngemäßen allgemeinen Überlieferung: »Hasret Gabriel wurde des öfteren von den Sahabis in der Gestalt von Dihya, einem Sahabi von vollendeter Schönheit, in der Nähe des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, gesehen.« * So steht mit Sicherheit fest, dass Hasret Omar, Ibn Abbas, Ussama ibn Sayd, Haris, Aisha Ssiddika und Umm Salama zuverlässig berichten: »Wir sehen Hasret Gabriel des öfteren an der Seite des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, in der Gestalt von Dihya.«
                                  Ja wäre es denn etwa möglich, dass diese Menschen »wir haben gesehen« gesagt und nichts gesehen hätten?
                                  Des Weiteren berichtet Sa’d ibn Ebi Waqqas, einer der Zehn Empfänger (der Verheißung des Paradieses) und Eroberer des Iran, unter Angabe einer authentischen Quelle: »In der Schlacht von Uhud haben wir zu beiden Seiten des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, zwei weißgekleidete Gestalten * gleich Wächtern gesehen, die ihn beschützten. Es war uns klar, dass dies zwei Engel waren und gelangten zu der Überzeugung, dass es Gabriel und Michael waren.« Ja wäre es denn möglich, dass dieser Streiter für den Islam »wir haben gesehen« sagen sollte und sie nichts gesehen hätten?
                                  Des Weiteren berichtet Abu Ssufyan ibn Kharith ibn Abdul Muttalib (der Neffe des Propheten), wie zuverlässig überliefert wird: »Wir haben in der Schlacht von Badr zwischen Himmel und Erde weißgekleidete Reiter gesehen.« *
                                  Des Weiteren bat Hasret Hamsa einmal den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei: »Ich möchte Gabriel sehen.« Da zeigte er ihn ihm in der Kaaba. Doch er konnte es nicht ertragen, verlor das Bewusstsein und stürzte zur Erde. *
                                  Dergleichen Ereignisse, wo Engel sichtbar wurden, gibt es viele. Doch alle diese Ereignisse zeigen nur einen Aspekt der Wunder Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, und beweisen, dass vor dem Licht seines Prophetentums selbst Engel wie Falter sind.
                                  Was aber die Dschinnen betrifft, so gibt es viele Ereignisse, wo nicht nur Sahabis sie gesehen und mit ihnen gesprochen haben, sondern selbst einfache Leute aus der Gemeinde mit vielen von ihnen verkehrt haben. Derjenige Bericht jedoch, welcher durch hadithkundige Imame bestens gesichert und bestätigt ist und von Ibn Mes’ud überliefert: »Ich habe einmal bei Batn Nachl in der Nacht eine Bekehrung von Dschinnen miterlebt. Diese Dschinnen, die ich gesehen habe, glichen den hochgewachsenen Gestalten aus jenem Stamme im Sudan, den man die Sutt nennt.« *
                                  Des Weiteren wurde der folgende Bericht von Hasret Khaled Ibn Walid berühmt, den die hadithkundigen Imame anführen und bestätigen: »Zu der Zeit, da der Götze namens Usa zerstört wurde, kam aus diesem Götzen eine Dschinn in Gestalt einer schwarzen Frau heraus. Hasret Khaled schlug diese Dschinn mit seinem Schwert entzwei. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, sagte über dieses Ereignis: »Man hatte sie in diesem Götzen Usa angebetet. Doch von nun an wird man sie nicht mehr anbeten.« *
                                  Des Weiteren gibt es von Hasret Omar folgende berühmte Überlieferung: »Als wir einmal mit dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, beisammen waren, kam ein Dschinn namens Hama in der Gestalt eines Greises, einen Stock in seiner Hand, und nahm den Glauben an. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, unterrichtete ihn über einige Suren von den kurzen Suren. * Nachdem er die Unterweisung empfangen hatte, ging er wieder. Obwohl einige hadithkundige Imame die Authentizität dieses letzten Berichtes anzweifeln, gibt es andere, namhafte Imame, welche dessen Glaubhaftigkeit bestätigen. * Wie dem auch sei: es ist nicht notwendig, sich in langen Erörterungen darüber aufzuhalten, da es genügend andere Beispiele dafür gibt.
                                  Was wir dem nur noch hinzusetzen wollen, ist Folgendes:
                                  Im Lichte des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, durch seine Belehrung und die seiner Nachfolger haben tausende Pole (des Geisteslebens) und Theologen wie Scheich Geylani mit Engeln und Dschinnen verkehrt und tun es noch heute und solche Geschehnisse haben durch ihre Vielzahl hundertfach den Wert allgemeiner Überlieferungen (Tavatur). * Dieser vertraute Umgang der Gemeinde (Ummah) Mohammeds (ASM) mit Engeln und Dschinnen und ihre Gespräche mit ihnen sind jedoch in der Tat ein Werk des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und ein Wunder seiner Erziehung, Bildung und Rechtleitung.

                                  Dritter Abschnitt: Der Schutz, unter dem der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, stand, seine Unangreifbarkeit und Ehrenhaftigkeit, waren ein offensichtliches Wunder und die ebenso offensichtliche Wahrheit der ehrwürdigen Ayah (Sure 5, 70):

                                  »Gott wird dich vor den Menschen beschützen.« (Sure 5, 70)

                                  kommt in vielen Wundern zum Ausdruck. Als der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, an die Öffentlichkeit trat, da trat er in der Tat nicht nur gegen ein einzelnes Volk oder eine Nation, einige wenige Parteien oder eine besondere Religion an, vielmehr trat er ganz allein gegen alle Könige und die Anhänger aller Religionen auf. Denn obwohl sein Onkel sein größter Feind war und auch sein Stamm und sein Volk ihm feindlich gesinnt waren, konnte er dennoch nach dreiundzwanzig Jahren ohne Wächter, ohne Maßnahmen zu seinem Schutz oder Beschützer und obwohl er doch mannigfachen Attentaten ausgesetzt gewesen war, in vollendeter Zufriedenheit auf seinem Ruhelager sterben und über die Welt der Engel emporsteigen. Welch eine Macht und Wahrheit in diesem Schutz, seiner Unangreifbarkeit und Ehrenhaftigkeit durch die ehrwürdige Ayah:

                                  »Gott wird dich vor den Menschen beschützen.« (Sure 5, 70)

                                  zum Ausdruck kommt und welch ein festes Fundament in ihr gelegt ist, das wird hierin sonnenklar gezeigt. Hier wollen wir nur einige Berichte, die als authentisch überliefert sind, als Beispiele dafür anführen.

                                  Erster Bericht: Hadithkundige und Biographen (ehli ssiyer ve hadith) berichten übereinstimmend: Der Stamm der Qureysch hatte sich zusammengetan, entschlossen, den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, zu töten. Ja auf den Vorschlag eines Mannes, in den der Teufel gefahren war, wählten sie aus jeder Sippe mindestens einen Mann, damit es später nicht etwa unter den Qureyshiten zu einer Spaltung käme, aus. Das waren insgesamt etwa zweihundert Leute. Unter der Führung von Abu Djahil und Abu Leheb zogen sie zu dem seligen Hause des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und wollten es umstellen. An der Seite des Ehrenwerten Gesandten, mit dem der Friede und Segen sei, befand sich Ali. Zu diesem sagte er: »Schlafe du diese Nacht auf meinem Lager.« Sodann wartete der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, bis die Qureyshiten herangerückt waren und das ganze Haus umzingelt hatten. Erst danach trat er heraus, warf ein wenig Erde über sie, worauf niemand ihn erkannte, ging dann mitten durch sie hindurch und verschwand. * In der Höhle von Hira wurden ihm dann zwei Tauben und eine Spinne allen Qureyshiten entgegen zum Wächter und gaben ihm Schutz. *

                                  Zweiter Bericht: Dieser gilt als zuverlässig überliefert und erzählt, dass die Anführer der Qureysh nun, als sie die Höhle wieder verließen und sich in Richtung Medina wandten, ihnen gegen ein bedeutendes Vermögen einen besonders tapferen Mann namens Ssuraqa * nachsandten, der sie verfolgen und umbringen sollte. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, und Abu Baqr asSiddiq hatten jedoch, als sie miteinander die Höhle verließen, bereits erkannt, dass Ssuraqa ihnen folgte. Wiederum verfiel Abu Baqr asSiddiq in große Sorge und Bedrängnis. Doch wie zuvor in der Höhle sagte der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, zu ihm:

                                  »Bekümmere dich nicht! Gott ist mit uns.« (Sure 9, 40)

                                  Er sah Ssuraqa nur an. Das Pferd von Ssuraqa aber blieb mit seinen Hufen wie an die Erde angewurzelt stehen. Er befreite sich und wiederum verfolgte er sie. Doch diesmal stieg aus der Erde, dort wo die Hufe des Pferdes angefesselt waren, etwas wie Rauch empor. Diesmal begriff er: »Es ist nicht in deine noch in irgendjemand anderen Hand gegeben, Hand an ihn zu legen.« – »Gnade!« schrie er da, und der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, schenkte ihm Gnade, sagte aber zu ihm: »Geh nun! Aber sorge dafür, dass kein weiterer mehr kommt!«
                                  In Ergänzung zu diesem Bericht möchten wir auch noch das folgende mitteilen: in einer authentischen Erzählung wird berichtet: Ein Hirte, der sie gesehen hatte, eilte nach Mekka, um den Qureyshiten davon zu berichten. Als er jedoch in Mekka angekommen war, da hatte er vergessen, wozu er gekommen war. Wie sehr er sich auch darum bemühte, er konnte es sich nicht mehr ins Gedächtnis zurückrufen. Gezwungenermaßen musste er umkehren. Da erst begriff er, dass ihm das Vergessen, dem er anheim gefallen, eingegeben worden war. *

                                  Dritter Bericht: Die hadithkundigen Imame geben von der Schlacht bei Gatafan und Enmar den folgenden Bericht, den sie durch verschiedene Kanäle erhalten haben: Ein tapferer Stammesführer namens Ghauras hatte sich dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, unbemerkt genähert und sagte, dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem der Friede und Segen sei, das blanke Schwert über sein Haupt haltend: »Wer wird dich nun vor mir retten?« Jener sagte: »Allah!« und betete sodann:

                                  »Oh Gott, sei Du mir mein Genügen, so Du es willst!«

                                  Da empfing Ghauras plötzlich mitten zwischen seine beiden Schultern einen Streich aus dem Unsichtbaren, sodass ihm das Schwert aus der Hand fiel und er zur Erde stürzte. * Da ergriff der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, das Schwert mit seiner Hand und fragte zurück: »Und wer ist es, der dich nun retten wird?« Doch dann verzieh er ihm. Da ging dieser Mann zu seinem Stamm zurück. Jeder war über diesen so kühnen und tapferen Mann erstaunt. »Was ist mit dir geschehen?« fragten sie ihn, »Warum hast du denn nichts ausrichten können?« Da erzählte er ihnen, wie die Ereignisse verlaufen waren und fügte noch hinzu: »Ich komme gerade von dem besten aller Menschen zurück.« *
                                  Desgleichen kam einmal, wie in der obigen Erzählung, einer der Ungläubigen in der Schlacht von Badr, zu dem Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, ohne dass dies jemand bemerkt oder es einer gesehen hätte, trat hinter ihn und hob das Schwert zum Schlag, als plötzlich der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, den Kopf wandte und ihn ansah. Da befiel ihn ein Zittern und das Schwert entfiel seinen Händen.

                                  Vierter Bericht: Auch dieser Vorfall ist ebenso berühmt geworden wie eine sinngemäße Überlieferung und wird von den meisten Kommentatoren als Grund für die Offenbarung dieser Ayah angesehen:

                                  »Siehe, wir haben ihnen die Halsfesseln bis an das Kinn hinauf angelegt, sodass sie nun ihre Nasen hoch tragen müssen. Und wir haben vor ihnen einen Wall aufgerichtet und einen Wall hinter ihnen, der ihnen den Blick verstellt, sodass sie nicht sehen können.« (Sure 36, 8-9)

                                  So berichten denn die Fachgelehrten unter den Kommentatoren und die hadithkundigen Imame wie folgt: Abu Djehil hatte sich geschworen: »Sobald ich sehe, dass Mohammed sich zum Gebet niedergeworfen (sedjde) hat, will ich ihn mit diesem Stein erschlagen!« Sodann nahm er diesen Stein und machte sich mit ihm auf den Weg. Als er jedoch den Propheten in der Ssedschde erblickte und den Stein emporhob, um zuzuschlagen, verharrten seine Arme weiterhin emporgereckt. * Erst nachdem der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, das Gebet vollendet hatte und wieder aufgestanden war, bekam Abu Djehil seine Hände endlich wieder frei. Sei es nun, dass der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, ihm die Erlaubnis dazu erteilt hatte, sei es, dass für das Gegenteilige keine weitere Notwendigkeit mehr gegeben war, wurden ihm nun die Hände entbunden.
                                  Des Weiteren hatte einmal, und dies soll nach einer der Überlieferungen Velid ibn Mughira gewesen sein, und zwar wiederum aus dem Stamme Abu Djehils, den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, erschlagen wollen und der sich dazu einen großen Stein aussuchte und ging, um den Propheten während der Sedjde damit zu erschlagen. Doch da waren ihm die Augen verschlossen. Da er den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, in der Mesdjid al-Haram (= die Kaaba, d.h. die Verbotene Moschee, in der auch kein Verfolgter erschlagen werden durfte – A.d.Ü.) nicht sehen konnte, kehrte er um, konnte jedoch auch die, welche ihn ausgeschickt hatten, nicht mehr wahrnehmen, hörte vielmehr nur ihre Stimmen. * Als danach dann der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, nach dem Gebet wieder herauskam und somit die Notsituation vorüber gegangen war, gingen auch Velid ibn Mughira die Augen auf.
                                  Des Weiteren wird auch von Abu Baqr asSiddiq der folgende Bericht als authentisch überliefert:
                                  Nach der Offenbarung der Sure 111:

                                  »Verderben der Hand des Abu Leheb!«

                                  nahm Umm Djemil (Mutter der Schönheit), die Frau des Abu Leheb, genannt die

                                  »Holzträgerin«

                                  einen Stein und ging zur Mesdschid al-Haram. Dort saß Abu Baqr asSiddiq mit dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Sie erblickte dort Abu Baqr asSiddiq und fragte ihn: »Oh Abu Bekr! Wo ist dein Freund? Ich habe gehört, dass er über mich gespottet hätte. Wenn ich ihn sehe, werde ich ihm mit diesem Stein auf den Mund schlagen.« * Den neben ihm sitzenden Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, aber sah sie nicht. Natürlich konnte sie, der Hölle Holzträgerin, ihn, Sultan Laulaak (der König mit dem Titel: »Um deinetwillen habe ich die Welt erschaffen.« – A.d.Ü.), der unter Gottes Schutz stand, nicht sehen, nicht in seine friedvolle Gegenwart (Husur) gelangen. Und sie sollte auch nie zu Gegenwart dessen mündig werden, in dessen Mund das Wort gegen sie von Gott gelegt worden war.

                                  Fünfter Bericht: Einer zuverlässigen Überlieferung zufolge wird berichtet *, dass Amir Ibn Tuffeyl und Erbed Ibn Qais übereingekommen waren, zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, zu gehen. Dabei sagte Amir: »Ich werde ihn ablenken und während dessen erschlägst du ihn.« Doch dann sah er, dass sein Kamerad nichts dergleichen tat. So fragte er ihn denn, nachdem sie wieder gegangen waren: »Warum hast du ihn nicht erschlagen?« Der erwiderte ihm: »Wie sollte ich denn? Wie sehr ich auch dazu entschlossen gewesen war, so sah ich doch ständig dich dazwischentreten. Wie aber hätte ich dich erschlagen können?«

                                  Sechster Bericht: Einer zuverlässigen Überlieferung zufolge wird berichtet: Während der Schlacht von Uhud oder Huneyn kam Sheyba ibn Othman Al-Hadschebi, dessen Onkel und dessen Vater von Hasret Hamsa umgebracht worden waren, heimlich herbeigeschlichen, um Rache zu nehmen. Als er jedoch bereits sein blankes Schwert hinter dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, erhob, fiel ihm plötzlich das Schwert aus den Händen. Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, blickte ihn an und legte ihm seine Hand auf die Brust. Sheyba erzählte später: »In diesem Augenblick hätte es keinen Menschen auf der Welt geben können, der mir teurer gewesen wäre als er.« Er nahm den Glauben an und der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, befahl ihm: »Jetzt geh und kämpfe!« Und Sheyba erzählt weiter: »Da ging ich und kämpfte vor dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei. Wäre mir zu der Zeit mein eigener Vater entgegengetreten, ich hätte selbst ihn erschlagen.« *
                                  Des Weiteren kam am Tag der Eroberung von Mekka ein Mann namens Fedala zu dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, ihn umzubringen. Doch der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, blickte ihn lächelnd an und fragte ihn: »Was hattest du dir in deiner Seele gesagt?« Dabei tat er für Fedala den Wunsch um Vergebung. Fedala gelangte zum Glauben und erzählte darüber später: »In diesem Augenblick gab es niemanden mehr auf der Welt, der mir teurer gewesen wäre als er.« *

                                  Siebenter Bericht: Einer zuverlässigen Überlieferung entsprechend hatten die Juden einmal geplant, ein Attentat gegen den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, zu verüben. Als er sich jedoch einmal an einem Platz niedergelassen hatte, und sie gerade von oben einen Felsbrocken auf ihn herabschleudern wollten, da hieß Gott, der Beschützer, ihn im gleichen Augenblick aufstehen und machte so ihren Anschlag zunichte. *
                                  So wie diese sieben Beispiele gibt es noch viele andere Berichte. So überliefern vor allem Imam Buchari und Imam Moslim und die hadithkundigen Imame von Hasret Aysha: Nach der Offenbarung der Ayah (Sure 5, 70):

                                  »Gott wird dich vor den Menschen beschützen.«

                                  sagte der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, zu den Leuten, die ihn gelegentlich bewachten:

                                  »Oh ihr Leute! Lasst mich nur! Denn Gott in Seiner Größe und Majestät behütet mich.« *

                                  So zeigt denn auch diese Abhandlung von Anfang an bis hierher: Alle die Welten und Reiche im All kennen den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und stehen mit ihm in Verbindung. In all diesen Welten wurden seine Wunder offenbar. Das also heißt, dass diese Persönlichkeit, Ahmed (ASM), von Gott dem Gerechten eingesetzt und beauftragt ist, dies jedoch in Hinblick auf den Schöpfer des Alls, unter dem Titel des Herrn aller Geschöpfe und als sein Gesandter. Es ist ja der hochgestellte Inspektor und Revisor des Königs in jedem seiner Verwaltungsbereiche bekannt und geachtet und, wo immer er eintritt, berechtigt, Anweisungen zu erteilen, weil er der oberste Beamte im Dienste des Königs ist. Wäre er dagegen nur ein Justizinspektor, könnte er seine Anweisungen nur im Justizbereich erteilen. In anderen Abteilungen wäre er hingegen kaum bekannt. In ähnlicher Weise könnte ein Beamter der Militärverwaltung im Bereich der Zivilverwaltung unbekannt sein. In gleicher Weise wird nun auch verständlich, dass er, der in allen Bereichen des Königreiches Gottes bekannt und geachtet ist, bzw. bekannt gemacht worden ist, von den Engeln angefangen bis zu den Mücken und Spinnen, dem entsprechend das Siegel der Propheten und der Gesandte des Herrn der Welten ist und seine Sendung erstreckt sich über die all Seiner Botschafter.

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